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Sportbuzzer Wettbewerbsverzerrung in der Landesliga der Frauen durch den MTV Auhagen?
Sportbuzzer Wettbewerbsverzerrung in der Landesliga der Frauen durch den MTV Auhagen?
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19:02 11.05.2018
Wiebke Wille (am Ball) vom TuS Empelde findet eine seltene Lücke in der in den vergangenen Monaten personell stark verbesserten Defensive des MTV Auhagen. Der Macher im Hintergrund, Coach Bernd Schramme (links), wehrt sich gegen die Vorwürfe der gegnerischen Mannschaften. Quelle: Zehrfeld
Empelde

Die letzten Spieltage in der Landesliga der Frauen sind von einer nicht üblichen Begleiterscheinung geprägt gewesen. Handballerinnen der Vereine SF Söhre, HV Barsinghausen, TuS Empelde, BW Hildesheim, HO Handball und TuS Bothfeld fuhren zu Pflichtspielen des MTV Auhagen und feuerten jeweils die gegnerische Mannschaft an. Dieser Schulterschluss von Teams, die sich zumeist zusammen mit dem MTV im Abstiegskampf befanden, ist mehr als ungewöhnlich. Hintergrund ist die unter dem seit Herbst 2017 in Auhagen als Trainer tätigen Bernd Schramme eingeleitete Personalpolitik.

Der MTV verpflichtete nicht nur einige litauische und polnische Spielerinnen, sondern bis Saisonende auch Altstars wie die ehemaligen National- und Bundesligaspielerinnen Ina Schewtschenko, Christina Vogt und Torhüterin Turid Arndt. Diese Akteurinnen sind zwar über den Zenit ihrer Karriere weit hinaus, für die Landesliga und den ausgerechnet gegen den starken Landesliga-Meister HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf herausgeworfenen Klassenerhalt am letzten Spieltag reichten ihre Einsätze jedoch noch locker.

Landesliga-Meister verliert das Länderspiel gegen den MTV

Länderspiel verloren“, kommentierte der Spitzenreiter sarkastisch seine Pleite. „Wettbewerbsverzerrung“ war das am häufigsten genannte Argument der Konkurrentinnen. Zusätzlich kursierten Gerüchte über für die Spielklasse ungewöhnlich hohe Geldzahlungen. Beanstandungen an der Spielberechtigung der MTV-Zugänge seitens des Handballverbandes Niedersachsen sind jedoch nicht erfolgt. „Wir haben an der Begegnung mit Auhagen trotz der Niederlage Spaß gehabt, unsere Kritik richtete sich an die Vereinsführung“, schreiben zum Beispiel die Spielerinnen des MTV Großenheidorn in einem sozialen Netzwerk.

Schramme will das so nicht stehen lassen. „Es ist sicher etwas ungewöhnlich, aber wir wollen die Klasse halten, um unserer eigenen Jugend eine Chance zu geben. Wenn ihr die gleichen Kontakte hättet, würdet ihr sie auch nutzen“, beteuert der Trainer in seiner Antwort, die der Redaktion vorliegt, und kündigt im nächsten Atemzug die Verpflichtung einer 19-jährigen slowenischen Nationalspielerin für die nächste Saison an. „Wie man mit Verpflichtungen aus dem Ausland seine eigenen Jugendspieler fördern will, erschließt sich mir nicht“, kommentiert Rüdiger Waldeck, Mitglied beim bis zuletzt erfolgreich gegen den Abstieg kämpfenden TuS Empelde, die Methoden der Schaumburger. Nicht ganz zu Unrecht, denn auf der Webseite des MTV sind zur Zeit ganze vier Jugendmannschaften aufgeführt.

Gesprächsstoff wird auch 2018/19 nicht ausgehen

„Wir haben noch Ambitionen und Ziele in Auhagen“, kündigt Schramme dennoch an. Der Gesprächsstoff über den MTV Auhagen und seinen Coach dürfte großen Teilen der Landesliga demnach auch in der nächsten Spielzeit nicht ausgehen.

Von Jörg Zehrfeld

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