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Behindertensportler des Jahres 2017: "Ich motiviere mich durch das gesetzte Ziel"
Thema B Behindertensportler des Jahres 2017: "Ich motiviere mich durch das gesetzte Ziel"
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15:46 29.01.2018
Vico Merklein. Quelle: Fahrgastfernsehen/Richter

„Mit meinem Leistungsvermögen sollte es noch höher gehen“, hat Vico Merklein nach dem Gewinn der Silbermedaille in London 2012 gesagt. Und es würde nicht in den Fahrplan des zielstrebigen Handbikers passen, wenn er diese Chance nicht ergriffen hätte. „Merklein bannt den Vize-Fluch“, titelte die Presse nach seinem paralympischen Goldmedaillengewinn im Straßenrennen in Rio de Janeiro. Und in diesen Worten liegt mehr als eine Wahrheit, hat der 39-Jährige vom GC Nendorf doch im Zeitfahren zudem die Bronzemedaille erkämpft. Dabei ist „erkämpft“ in diesem Fall der absolut passende Begriff. Schließlich plagte sich Merklein bereits wenige Tage vor dem ersten Rennen mit einem Magen-Darm-Infekt herum. Und schon während der Vorbereitung auf Rio musste er sich mit einer Schulterverletzung durchbeißen. Dennoch trainierte er noch einmal zehn bis 15 Prozent härter als zuvor, was bei einem bisherigen Pensum von ohnehin schon 20 bis 25 Stunden Training pro Woche kaum vorstellbar war. Doch das gesetzte Ziel „Gold bei den Paralympics“ spornte ihn an.

„Man sitzt in der Zeit wie in einer Glasglocke und lässt niemanden an sich heran“, sagt der Handbiker. Zu groß und ausschließlich sei der Fokus auf den Sport. Der Fokus auf den Sport – eine Haltung, die Vico Merklein beim Erreichen seiner Ziele ebenso hilft wie das Fahr- und Krafttraining, mehrwöchige Trainingslager im warmen Ausland, Rennen in Deutschland, der Schweiz, aber auch in Dubai oder den USA. Das heutige Leben von Merklein ist mit seinem Leben vor dem Motorradunfall, durch den er seine Querschnittlähmung erlitten hat, nicht mehr vergleichbar. Und es erfordert ein tolerantes Umfeld. „Ohne die Unterstützung meiner Freundin wäre nun auch eine Vorbereitung auf Tokio 2020 sehr schwierig.“ Und damit ist das nächste Ziel bereits gesetzt – ganz nach dem Motto „nach den Paralympics ist vor den Paralympics“. So will Vico Merklein den Weg nach Tokio „noch konsequenter“ angehen. Was ihn antreibt? „Ich motiviere mich durch das gesetzte Ziel. Entweder Du träumst vom Erfolg, oder Du tust etwas dafür.“ 

Von Heike Werner 

 

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