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Werbung für Lebensmittel ist oft irreführend

Finkbeiners Kolumne Werbung für Lebensmittel ist oft irreführend

Unser HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner hat sich beim Einkaufen mit der Werbung für Lebensmittel beschäftigt. Und die ist nicht nur irreführend sondern auch oft schwer verdaulich. 

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Quelle: dpa

Hannover. Heute nervt’s mich. Ich stehe in einem Supermarkt am Hauptbahnhof und habe plötzlich eine Geflügelwurst von einem Großproduzenten in der Hand, weil ich denke, es ist Bio-Ware. Ist es aber nicht. Nur die Verpackung ist grün. Gut, es gibt ja schließlich kein Patent auf die Farbe, aber der erste Eindruck ist schon irgendwie verwirrend. Hat die ein neues Design? Ich drehe das Ding, zweimal, dreimal: nichts, kein Bio-Zertifikat, nur der Spruch „Deutsches Geflügel von regionalen Höfen“. Klar, denke ich, kommt aus der Region, aus der Nachbarschaft, Nienburg oder so, deswegen auch grün. Doch dieser Satz ... verflixt noch mal! Was soll der Satz eigentlich genau bedeuten?

Manche Werbebotschaften sollten ignoriert werden, sonst quellen sie im Kopf auf und behindern den Denkprozess. Zwei Tage später sitze ich also da und kommuniziere mit der Presseabteilung des Unternehmens mit der Geflügelwurst. Ich erfahre, dass sich das Unternehmen vor mehr als 50 Jahren entschieden hat, die Farben Grün, Weiß und Rot zum wesentlichen Teil ihres Designs zu machen. Beim Grill-Geflügel sei die Verpackung rot, bei den Geflügelwurstspezialitäten grün. Hat sich also jüngst, so frage ich mich, nur die Farbgewichtung bei manchen Waren zugunsten des Grüntons verschoben?

Weiterhin, so heißt es beim Unternehmen, verstehe der Verbraucher mit der Auslobung „Deutsches Geflügel von regionalen Höfen“ sofort, dass in dem Produkt ausschließlich deutsches Geflügel verarbeitet werde und die Tiere von Bauern aufgezogen werden, die ihre Höfe auf dem Land haben. Ah, okay, verstanden. Müsste es dann nicht präziser „von ländlichen Höfen“ oder „von regional gelegenen Höfen“ heißen? Und wo sollte ein Hof sonst liegen als auf dem Land? Ich hake nach, hätte auch noch mehr Fragen, aber ich bekomme mitgeteilt, dass mir bereits ausführlich geantwortet worden sei.

Von alledem weiß ich an dem Tag im Supermarkt aber natürlich noch nichts. Ich stehe an der Kühltheke und fühle mich persönlich beleidigt von dieser grünen Verpackung. Der Ärger setzt sich übrigens beim Einkauf fort.Das Mineralwasser ist „natürlich“ – was ist denn ein unnatürliches Mineralwasser? Im Gefrierfach liegen „Deutschlands beliebteste Tiefkühl-Brötchen“. Wie misst man das? An den Verkaufszahlen? Und wenn ja, wäre dann „meistverkauft“ gleichbedeutend mit „am beliebtesten“? Die Instant-Bouillon ist „extra gemüsig“ – wie bitte? Die Kartoffeln zu den Chips kommen „aus besten deutschen Anbaugebieten“, also nicht „aus den besten“, sondern „aus besten“. Einfach den Artikel weglassen und es passt? Oder ist der Spruch auf die deutsche, überproduzierte Qualitätskartoffel bezogen?

Das alles frage ich mich, als ich heimkomme und mit diesigem Schädel mein Abendbrot vorbereite. Und ich weiß auch nicht, warum, aber ich setze mich danach noch kurz an den Rechner und schreibe zur Abwechslung mal den Schluss meines Textes auf, als ob es auf den Inhalt überhaupt nicht ankommt: beste Kolumne mit frischen Gedanken aus der Region, hergestellt in Handarbeit, mit echten deutschen Worten, präzise vervielfältigt, jeden Sonnabend gibt es die Sonntagausgabe gratis dazu.     

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