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Prost, Hannover! Wie Craftbier die Stadt erobert

Foodtrends Prost, Hannover! Wie Craftbier die Stadt erobert

Bier mit sauren, pfeffrigen und salzigen Noten? Mit Nuancen von Koriander, Litschi oder Aprikose? Und das alles ohne Zusatz von Aromastoffen? Gibt es. Neben den Großbrauereien gibt es die wachsende Nische, in der Craftbier-Brauer mit den alten Zutaten Neues probieren.

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Vom Rohstoff – oben Hopfenpellets – zum Bier: Craft-Brauereien erobern Geschmacks- und Marktnischen.

Quelle: Kutter

Hannover. Selbst bei Einhaltung des Reinheitsgebots: Aus Wasser, Hefe, Hopfen und Malz lässt sich viel machen. Schon die Auswahl der Getreideart und die Beschaffenheit des daraus gewonnenen Malzes gibt eine erste Richtung vor. „Es gibt ganze Farbpaletten von Mälzereien, womit die Brauer über Farbe, aber vor allem auch über Volumen und Körper ihres Biers entscheiden können“, sagt Alexander Herold, einer der beiden Geschäftsführer der kleinen hannoverschen Mashsee-Brauerei.

Mehr als 100 Hopfensorten

Aber die Möglichkeiten der Brauer sind noch wesentlich vielfältiger. Neben der Wasserqualität, der Länge der Reifezeit und der Menge an Kohlensäure, die der Brauer zusetzt, nimmt außerdem der Hopfen maßgeblich Einfluss auf den Biergeschmack. Über 100 Sorten gibt es, deren Geschmacksnuancen von grasig bis hin zu fruchtig oder karamellartig reichen. „Hopfen hat zunächst ätherische Öle und Bitterstoffe. Beim Kochen der Würze verdampfen die Öle, die Bitternote bleibt. In der Reifung von vier bis sechs Wochen setzen wir – und da unterscheiden wir uns von vielen Großbrauereien – nochmals Hopfen hinzu. Bei diesen kälteren Temperaturen werden dann kaum Bitterstoffe gelöst und die ätherischen Öle bleiben erhalten.“

Das Resultat schmeckt man. Dem Beverly Pils der Mashsee-Brauerei gibt die Hopfensorte Citra eine feine Zitrusnote. Im Lager-Bier, das passend Trainingslager heißt, werden nicht nur vier verschiedene Malzsorten verwendet, sondern obendrein die beiden Hopfen Simcoe und Crystal, die deutliche Aromen von Mango ins Bier bringen. Der Hopfen Comet sorgt beim Blaubeer für die namensgebende Blaubeernote, das außerdem Karamellnoten aufweist.

Leichte Speisen – helles Bier

Mit derart charakteristischen Aromen sind Biere prima Essensbegleiter. „Faustformel: leichte Speisen – helles Bier, kräftigere Speisen – dunkles Bier. Je deftiger das Essen, desto höher darf auch der Alkoholgehalt sein“, sagt Herold. So passt das Beverly Pils zu einem Sommersalat mit leichter Vinaigrette, aber durchaus auch zu einem Zitronenhühnchen mit Couscous. Das Trainingslager schmeckt zu gegrillten Scampis mit fruchtigen Chutneys. Das Blaubeer harmoniert hervorragend mit Blauschimmelkäse oder zu kräftigen Braten, die auch eine schöne Süße vertragen, wie Sauerbraten – oder zum Dessert!

Wegen ihrer Produktionsmengen können Craftbier-Hersteller bei den Preisen der Großbrauereien nicht mithalten. Die besonderen Biere kosten im Einzelhandel rund zwei Euro pro Flasche. Im Vergleich ist es da günstige, Craftbier in einer Gaststätte zu verkosten, vielleicht sogar frisch vom Fass. Das geht etwa im Soul Kitchen (Lichtenbergplatz 2a), im The Harp (Schwarzer Bär 1). Aus der Flasche gibt es Craftbier im Stephans Eck (Geibelstraße 35) und in der Bar Seña (Albert-Niemann-Straße 11). Überall dort kann man übrigens draußen sitzen – wenn’s denn doch endlich mal wärmer wird.     

Von Hannes Finkbeiner

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