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Hannover in 360 Grad Im Bunker: Unter dem Ernst-August-Platz
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Hannover

Eigentlich war die Kapazität des 1939/40 von der Deutschen Reichsbahn gebauten Luftschutzbunkers mehr als doppelt so groß. Doch durch den Bau der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade 1978 musste der Bunker geteilt werden: Im rechten Teil befindet sich seitdem eine Behelfsleitstelle der Deutschen Bahn, der linke Teil wurde zu einem ABC-Schutzraum ausgebaut und sollte im Falle eines Atomangriffes die Bevölkerung schützen. 

Der Bunker ist über vier massive Stahlschleusen zu erreichen. Im Falle eines Atomangriffes sollte der Schutzraum gegen Kontaminationen abgesichert sein. Vierstöckige Pritschengestelle reihen sich in der Mitte des Bunkers dicht an dicht. Hinzu kommen Technikräume: Küche, Sanitäranlagen, eine Belüftungsanlage, ein Notstromaggregat, ein medizinisches Versorgungszimmer inklusive eines kleinen OPs.

Für den Zivilschutz wurde der Bunker nie genutzt. Doch dreimal fanden dort Menschen doch übergangsweise Schutz: 1989 wurden dort acht Wochen lang DDR-Bürger beherbergt, die in den Westen gekommen waren. Nach dem WM-Spiel 2006 zwischen Mexiko und Angola verpassten rund 450 mexikanische Fußballfans ihren Zug und haben die Nacht im Bunker verbracht. Und auch bei dem Orkantief Kyrill 2007 schloss die Feuerwehr die schweren Stahltüren für gestrandete Bahnreisende auf. 

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Unter dem Vorplatz von Hannovers Hauptbahnhof liegt der größte Bahnhofsbunker Deutschlands. Der gesamte Ernst-August-Platz ist unterkellert und bietet Platz für 2100 Menschen.

Von Julia Polley

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