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D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit Ausbau der D-Linie kostet 63 Millionen Euro
Thema Specials D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit Ausbau der D-Linie kostet 63 Millionen Euro
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06:15 07.10.2012
Eine Fotosimulation zeigt, wie die neue Bushaltestelle am Steintor aussehen soll. Quelle: TransTecBau
Hannover

Nach jahrzehntelangen Debatten haben die Verkehrsplaner der Region Hannover am Donnerstag erstmals ein Konzept für den Ausbau der Stadtbahnlinie D quer durch die Innenstadt vorgelegt. Knapp 63 Millionen Euro kostet das Vorhaben bis zur neuen Endstation an der Ecke von Cityring und Königstraße. Für die Trasse muss die Hochstraße am Raschplatz abgerissen werden. Überall entstehen neue Hochbahnsteige. Am Steintor wird die Stadtbahnhaltestelle verlegt, die markante, gelb-schwarze Mendini-Haltestelle zum reinen Busstopp umgebaut.

Der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz (SPD), sprach am Donnerstag von einem „Meilenstein“ der Verkehrsplanung für die City. Ein Abschnitt der Kurt-Schumacher-Straße soll zum gemeinsamen Straßenraum aller Verkehrsteilnehmer umgebaut und so beruhigt werden. Alle weiteren Straßen sollen den Charakter von Alleen mit Bäumen zu beiden Seiten, breiteren Gehwegen und separaten Radspuren bekommen.

Dem neuen Entwurf waren hitzige Debatten vorausgegangen. Anfangs stritten Kommunalpolitik und Verwaltung um einen Tunnelbau für die Linie 10. Diese Variante wurde aus Kostengründen verworfen, sie hätte rund 130 Millionen Euro verschlungen. Später stellten die Grünen die Systemfrage, sie wollten Niederflurbahnen durch Hannovers City rollen lassen und damit eine Ergänzung zum bestehenden Hochflursystem schaffen. Doch die Bahnen mit niedrigem Einstieg erwiesen sich in der Hochflur-Hochburg Hannover als unwirtschaftlich.

„Jetzt haben wir die wirtschaftlichste Variante“, sagte Verkehrsdezernent Franz. Er setzt darauf, dass die Erweiterung der Strecke bis zur Königstraße der Üstra zusätzliche Fahrgäste beschert. Gleichwohl bleibt unklar, wie der Ausbau finanziert werden soll. Die Region hofft, aus der Landeskasse einen Zuschuss zu bekommen. Wie hoch dieser ausfällt, darüber werde jetzt verhandelt, sagte Franz. „Die Planungen sind realisierbar, unabhängig davon ob die Fördermillionen des Landes höher oder niedriger ausfallen.“

Kommunalpolitiker sparten nicht mit Kritik. Die Regions-SPD bemängelte, dass am Bahnhof lange Wege entstünden. CDU und Grüne beklagten einhellig, dass die Untersuchung eines Haltestellenbaus in der nahen Bahnunterführung unterblieben ist. Und die FDP zeigte sich unzufrieden über die fehlende Untersuchung der Verkehrssituation in der Schillerstraße. Mehrere Politiker kündigten intensive Beratungen in den Gremien an.

Die Kaufleute lobten am Donnerstag, sie seien  gut in die Planung eingebunden gewesen. Allerdings werde man das Verkehrsgutachten genau untersuchen, kündigte Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft an. Auch Üstra-Chef André Neiß verhehlte nicht, dass die Pläne nicht alle Wünsche seines Unternehmens berücksichtigen. „Das Konzept ist ein Kompromiss, den wir aber mittragen“, sagte Neiß.

Andreas Schinkel und Mathias Klein

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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