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D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit D-Linie soll oberirdisch bis zum Raschplatz fahren
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20:14 05.03.2013
Von Bernd Haase
Die oberirdische Stadtbahnlinie 10 soll in der Innenstadt künftig nicht mehr zum Aegi, sondern zum Raschplatz fahren. Quelle: Becker
Hannover

Die Region hat ihre politische Mehrheit für den umstrittenen Bau der oberirdischen Stadtbahnlinie durch die Innenstadt zum Raschplatz unter Dach und Fach. SPD und Grüne haben am Dienstag im Verkehrsausschuss und in der Regionsversammlung die Pläne verabschiedet. Ein abgestimmter Beschluss im hannoverschen Rat fehlt noch, aber auch dort steht das rot-grüne Bündnis zur Fahne. Ob das auf bis zu 50 Millionen Euro taxierte Projekt verwirklicht wird, liegt nun in der Hand des Landes. Dessen Nahverkehrsgesellschaft LNVG entscheidet über die für den Bau notwendigen finanziellen Zuschüsse.

Beschlossen wurde gestern der Bau von Hochbahnsteigen unter anderem in Linden, am Goetheplatz, am Steintor, vor dem Ernst-August-Platz und am Raschplatz hinter der Einmündung Rundestraße. Der jetzige Streckenabschnitt der Linien 10 und 17 zwischen Bahnhofsvorplatz und Aegi entfällt. Wird die Strecke gebaut, fährt die Linie 10 im 7,5 Minuten-Takt zum Raschplatz; die Linie 17 alle 15 Minuten. Braunstraße, Goethestraße und Kurt-Schumacher-Straße werden im Zuge des Stadtbahnbaus mithilfe von Bäumen alleeartig ausgebaut und erhalten Park- und Radfahrstreifen. Folge für die Autofahrer ist, dass sie die Bahnunterführung zwischen Galerie und Hauptbahnhof stadtauswärts nicht mehr befahren können. Am Steintor soll der Autoverkehr nicht mehr durch die Steintorstraße Richtung Schmiedestraße rollen, sondern durch die Scholvinstraße und damit durchs Rotlichtviertel.

Dem Beschluss war die aus der Vergangenheit gewohnte heftige Debatte vorausgegangen. CDU und FDP warfen der Region vor, die sogenannte Scheelhaase-Lösung nicht ernsthft genug geprüft zu haben, bei der die Bahnen abwechselnd bis zum Steintor und unterirdisch durch vorhandene Tunnelstrecken zum Hauptbahnhof führen. „Es fehlt ein echter Variantenvergleich mit Daten und Fakten. Wir werden hinter den Busch geführt“, kritisierte Bernhard Klockow (FDP). Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz entgegnete, dafür habe es keinen politischen Auftrag gegeben. „Ich habe keine weiteren Fragen, weil ich weiß, dass das Scheelhaase-Konzept keine Lösung ist“, sagte Maike Schümer (Grüne). Eine Stadtbahnlinie am Steintor und damit vor der eigentlichen Innenstadt enden zu lassen, sei eine absurde Idee.

Laut Aufforderung der LNVG wird sich die Region trotzdem noch mit der Scheelhaase-Lösung befassen müssen – „es sei denn, sie kann uns plausibel nachweisen, dass diese nicht tragbar ist“, sagt Sprecher Rainer Peters. Andernfalls erwarte man dafür ebenso wie für die Raschplatz-Variante einen standardisierten Kosten-Nutzen-Vergleich. Dann werde nach Wirtschaftlichkeitskriterien entschieden.

Der Zeitplan der Region sieht vor, bis Mai den Förderantrag zu stellen und bei positivem Bescheid von 2015 bis 2018 die Strecke abschnittsweise zu bauen. Klappt das, wäre es das endgültige Ende für den kostspieligen, aber von vielen als beste Lösung erachteten Bau eines eigenen Tunnels für die sogenannte D-Linie – es wären anderweitig Fakten geschaffen.

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