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D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit D-Linien-Gegner warnen bei Demo vor Verkehrschaos
Thema Specials D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit D-Linien-Gegner warnen bei Demo vor Verkehrschaos
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18:14 17.02.2013
Von Michael Zgoll
300 Demonstranten haben gegen die Pläne zur D-Linie protestiert. Quelle: Behrens
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Hannover

Das hat es lange nicht gegeben in Hannover: Bürger gehen auf die Straße, um die kommunale Verkehrspolitik in die – ihrer Meinung nach – richtigen Bahnen zu lenken. Rund 300 Köpfe zählte die Dem gegen den geplanten Bau einer oberirdischen Stadtbahnlinie zum Raschplatz, zu der die „Initiative Pro D-Tunnel“ aufgerufen hatte.

Nach einer Kundgebung am Steintorplatz wanderte der haltestellenlange Tross der Demonstranten auf einem besonders im Fokus stehenden Weg Richtung Ernst-August-Platz: auf der Kurt-Schumacher-Straße. „Lahme 10 und Wut im Bauch? Warte nur, bald stehst Du auch“ war – passend zur Behinderung eines grünen Stadtbahnzuges – auf einem der vielen Plakate zu lesen, die den Verkehrskollaps auf der Verbindungsstraße zwischen Steintor und Hauptbahnhof heraufbeschworen.

Am Sonnabend haben sich in Hannover Kritiker der D-Linie zu einer Kundgebung und einem Protestzug versammelt.

Unter den Demonstranten befanden sich am Sonnabend auffällig viele Menschen mittleren Alters und Rentner. Mit Trillerpfeifen untermalten sie ihre Ansichten. Ein einsamer „Pirat“ schwenkte die orangene Parteifahne, auch ein Grüppchen der „Hannoveraner“ mischte sich unter die Teilnehmer. Zur Prominenz unter den Demonstranten zählte Klaus Scheelhaase, „Vater“ des U-Bahn-Baus in Hannover. Nach ihm ist im Streit um die künftige Linienführung der Stadtbahnlinie 10 aus Ahlem Richtung Innenstadt eine Variante benannt, mit der weite Teile der Öffentlichkeit und – zumindest als Übergangslösung – auch der Verein „Pro D-Tunnel“ sympathisieren. Laut Scheelhaase-Vorschlag würden die Züge der Linie 10 auf vom Goetheplatz wechselweise oberirdisch bis zum Steintor oder via Humboldtstraße im bestehenden  Tunnel zu den Stationen Kröpcke und Hauptbahnhof rollen.

Der derzeit von Grünen und SPD in der Region favorisierte Plan sieht vor, eine neue Stadtbahntrasse zwischen Steintor und Raschplatz durch die Bahnunterführung links vom Hauptbahnhof anzulegen. Für die „Initiative Pro D-Tunnel“ ist das ein Unding. Sie fürchtet Verschlechterungen für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere in der Kurt-Schumacher-Straße und am Bahnhofsvorplatz vor der Ernst-August-Galerie. Rund um diese Knotenpunkte werde es wegen der beengten Platzverhältnisse und des hohen Verkehrsaufkommens zu einem Wirrwarr von Autos, Fußgängern und Stadtbahnen kommen; Staus und lange Wartezeiten seien die Folge. „Die Region will dieses 50 Millionen Euro teure Projekt mit Täuschen und Tricksen durchsetzen“, sagte Jens Pielawa, Vorsitzender der Tunnel-Initiative. Per Megafon geißelte der in der Südstadt wohnende Kartograf die rot-grüne „Demokratur“ und versprach: „Wir nehmen das nicht länger hin.“

Langfristig sinnvoll sei eine Tunnellösung, die schnelles Umsteigen, reibungslosen Verkehrsfluss und großes städtebauliches Potenzial verspreche. Diese Variante – mit den bereits existierenden unterirdischen Stationen Steintor und Hauptbahnhof – kommt die Region nach Ansicht des 47-Jährigen kaum teurer zu  stehen als eine oberirdische „Bimmelbahn-Lösung“.

Am morgigen Dienstag um 16 Uhr tagt der Regions-Verkehrsausschuss in der Hildesheimer Straße 20. Die Tunnel-Initiative hat aufgerufen, vor dem Regionshaus und im Sitzungssaal erneut Flagge zu zeigen. Auch in der Sitzung des städtischen Bauausschusses am Mittwochnachmittag im Rathaus wollen die Gegner der oberirdischen Stadtbahnstrecke Richtung Raschplatz ihre Meinung kundtun.

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