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Springe Das ist der neue Springer Rat
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00:16 12.09.2011
Quelle: Grafik: S. Borgaes

Bürgermeisterwahl: Letztlich war es doch überraschend. Der amtierende Bürgermeister ist auch der neue. Die Springer haben Jörg-Roger Hische (parteilos) wiedergewählt und damit einen Amtsbonus verteilt. Der Austritt aus der CDU hat ihm also nicht geschadet. Bis kurz vor Schließung der Wahllokale gab es hingegen keinen klaren Trend für einen der vier Bewerber. Dass Hische sich letztlich mit deutlichen 51,5 Prozent gegenüber den anderen drei Kandidaten durchsetzte, haben nach eigenen Aussagen weder er selbst noch die anderen Anwärter angenommen. Doch schon bei den ersten Hochrechnungen lag Hische klar vorn. SPD-Kandidatin Silvia Jünke holte am Ende 21,5 Prozent. Viele Springer glaubten offenbar nicht, dass sich die Arnumerin schnell genug in die Belange der Deisterstadt einarbeiten kann. Für noch weniger für das Amt des Rathauschefs geeignet hielten die Wähler den Finanzfachmann Friedrich Woltmann (CDU) und die Architektin Elke Thielmann-Dittert (Bündnisgrüne).

Rat: Die Bündnisgrünen sind die Sieger der Kommunalwahl in Springe und die Liberalen die Verlierer. Haben die Grünen auch bei der Bürgermeisterwahl mit ihrer Kandidatin Elke Thielmann-Dittert mit 13 Prozent den letzten Platz belegt, holten sie sich mit 18,1 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis. Offenbar konnten sie dabei auch vom bundesweiten Trend profitieren. Parteichef Thomas Hüper-Maus sagte: „Wir sind überglücklich.“ Er rechne damit, dass die Grünen mindestens sechs Sitze im Rat erhalten. Die FDP musste herbe Verluste hinnehmen. Möglicherweise haben die Liberalen viele Wähler durch ihre Grabenkämpfe verschreckt. „Es ist nicht unsere Zeit“, sagte Parteichef Peter Kimmel auch im Hinblick auf das landesweit schlechte Abschneiden seiner Partei.

SPD und CDU mussten Verluste hinnehmen. Parteichef Eberhard Brezski sagte gestern, er sei „nicht richtig zufrieden“. Dennoch habe die SPD das Wahlziel, die stärkste Ratsfraktion zu werden, erreicht. Anette Henkels, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, zeigte sich „zufrieden mit dem Ergebnis“. Die Zeit der Personalprobleme sei vorbei, nun gehe es darum „geschlossen aufzutreten“. Die Freien Wähler traten erstmals an und konnten gleich 3,4 Prozent verbuchen. Aufholen konnten die Linken. Waren es 2006 noch 0,8 Prozent, verbuchtensie diesmal 2,2 Prozent.

Beim Ergebnis ohne Briefwähler ist Lüdersen Hochburg der SPD (47,5), am wenigsten Stimmen gab es in Mittelrode (27,9). Die CDU fuhr ihr bestes Ergebnis in Eldagsen ein, kam in Lüdersen aber nur auf 29,9 Prozent. Weitere Ergebnisse (höchster und niedrigster Wert): Grüne – Völksen 20,9; Alvesrode 11,7. FDPVölksen 3,9; Alferde 0,4. Linke – Boitzum 6,6, Gestorf 0,7. FWS – Alvesrode 14,3; Lüdersen 1,7.

Wahlbeteiligung: Lag sie 2006 noch bei 52,3 Prozent, stieg sie leicht und lag bei der Bürgermeisterwahl und der Wahl zur Regionsversammlung bei etwa 58,5 Prozent.

Regionsversammlung: Bei der Wahl zur Regionsversammlung setzte sich der positive Trend für die Bündnisgrünen fort, die 18,2 Prozent der Stimmen holten. Offenbar trauen die Wähler Thielmann-Dittert als Politikerin mehr zu als Verwaltungschefin. Erreichte sie 2006 nur 2,6 Prozent, waren es diesmal 13,6 Prozent. CDU und SPD liegen fast gleichauf, das war 2006 schon so, diesmal aber führt die CDU. Vom Amtsbonus kann offenbar auch Gabriela Kohlenberg (CDU) aus Völksen profitieren, die mit dem Wiedereinzug ins Regionsparlament rechnen darf. Sie bekam diesmal mehr Stimmen als 2006 (25,7 Prozent). Der Bennigser Detlev Herzig (SPD) verlor Stimmen und kam auf 10,6 Prozent, das sind 2,6 Prozentpunkte weniger als 2006. Möglicherweise könnte ihm ein anderer SPD-Bewerber Stimmen genommen haben: der in Alvesrode wohnende Rudolf Bennecke. Er kandidierte erstmals und bekam 9,4 Prozent.

Ungültige Stimmzettel: Probleme hatten die Wähler offenbar mit den vier Stimmzetteln und wo wie viele Kreuze zu machen waren. Bei der Wahl zur Regionsversammlung waren 357 Stimmbogen ungültig, bei der Ratswahl 274 und bei der Bürgermeisterwahl – hier war nur ein Kreuz zu machen – immerhin noch 191.

Das ist der neue Springer Rat:

SPD: René Bennecke, Klemens Brandt, Dr. Eberhard Brezski, Volker Gniesmer, Sigrid Hachmeister, Wolfgang Klemmt, Klaus Klingenberg, Katrin Kreipe, Carsten Marock, Benjamin Moß, Ursel Postrach, Bastian Reinhardt, Sarah Tegtmeier. CDU: Heinrich Eicke, Inka Feuerhake, Heinrich Freimann, Anette Henkels, Hannelore Hische, Ulrich Kalinowski, Jürgen Kohlenberg, Wilfred Nikolay, Klaus-Dieter Nold, Hartmut Rieck, Elke Riegelmann, Christoph Rohr, Friedrich Woltmann. Grüne: Joachim Debor, Thomas Hüper-Maus, Katharina Jahn-von-Rantzau, Elke Thielmann-Dittert, Uwe Mügge, Uwe Pröve, Ursula Schulz-Debor. FDP: Harald Klotz. Linke: Axel Seng. FWS: Hendrik Bennecke.

kap/tin/tl/zi

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