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Die HAZ-Wahlreporter Die Alten machen mobil
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12:30 12.01.2013
Wollen nicht nur Rentner ansprechen: Jörn Thießen (v. l.), Bernd Wald und Horst Gilles von der Partei Bündnis 21/RRP. Quelle: Grüneberg
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Lüneburg

Die Mitglieder der Rentnerpartei legen Wert darauf, dass sie jetzt Bündnis 21/RRP heißen. Vor vier Monaten haben sie sich umbenannt, denn sie wollen mit ihrer Politik eben nicht nur Rentner erreichen. „Wir kämpfen für die zukünftige Rente der jungen Leute“, sagt Bernd Wald, Direktkandidat im Wahlkreis Lüneburg. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2011 hat seine Partei sieben Prozent geholt. Dieses Ergebnis würde Wald auch bei der Landtagswahl gern erreichen. Bündnis 21, das stehe für das 21. Jahrhundert und für Veränderung.

Wir treffen den 69-Jährigen und seine beiden Parteikollegen Jörn Thießen und Horst Gilles auf dem Markt im Ortsteil Kaltenmoor in Lüneburg. Das Bündnis hat einen weißen Schirm aufgestellt und zwei Klappschilder mit den Wahlplakaten. Gegenüber haben sich auch schon Die Linke und die SPD postiert. Bernd Wald drückt einem Passanten ein Faltblatt in die Hand. „Ich bin zwar Rentner, aber ich wähle FDP“, sagt dieser zu dem Lüneburger Direktkandidaten. Trotzdem kommen die beiden ins Gespräch, sie scherzen wie alte Freunde. In den drei Wochen vor der Landtagswahl mache er jeden Tag Wahlkampf, erzählt Wald. „Ein bisschen bin ich auch froh, wenn das vorbei ist. Es ist schon anstrengend“, räumt er ein.

Auf den Faltblättern stehen die wichtigsten Ziele der Partei. Unter der Überschrift „Rente“ lesen wir die Forderung: „Sofortige Anhebung des Rentenbetrages um 15 Prozent.“ Ist das realistisch? „Man fordert ja immer mehr, als man erreichen kann“, erklärt Horst Gilles. Er ist Direktkandidat im Wahlkreis Elbe. „Das ist sozusagen unsere Verhandlungsbasis.“ Aber, so Gilles weiter, die Renten seien auf jeden Fall zu niedrig, es hätte in den vergangenen Jahren zu viele Nullrunden gegeben. „Die Beamtenpensionen steigen jedes Jahr und die Rentner gehen leer aus, das kann nicht sein“, meint der Rentner. Er klagt über die vielen prekären Beschäftigungsverhältnisse heutzutage, über zunehmende Altersarmut. 1000 Euro Mindestrente müsse es deshalb für jeden geben.

Aber die Renten sind ein bundespolitisches Thema, darüber wird nicht im Landtag entschieden. Für Bernd Wald ist deshalb die Bildung das wichtigste Thema im Wahlkampf. Er fordert ein bundeseinheitliches Schulsystem mit einheitlichen Lehrmethoden und Inhalten. Außerdem findet er: „Es ist eine Frechheit, von Studenten Studiengebühren zu nehmen.“ Die hätte er damals auch nicht zahlen müssen.

Die alten Politiker des Bündnis 21/RRP seien zwar körperlich manchmal schon etwas verbraucht, scherzt Wald, dafür aber müssten sie niemandem mehr etwas beweisen. „Ich habe meine Karriere schon gemacht. Ich muss niemandem mehr nach dem Mund reden, um etwas zu werden. Das ist bei vielen jungen Politikern anders.“

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