Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
„Washington Post“ spricht sich für Obama aus

Noch 10 Tage „Washington Post“ spricht sich für Obama aus

Die amerikanischen Medien halten sich  auch in diesem Jahr an die Tradition und sprechen eine Wahlempfehlung aus. Die „Washington Post“ hat ihren Lesern am Freitag Amtsinhaber Barack Obama zur Wiederwahl anempfohlen. Die Begründung: Trotz einiger Enttäuschungen sei der Demokrat besser als sein konservativer Herausforderer geeignet, „das Land auf sichereren finanziellen Grund zu steuern“.

Voriger Artikel
Donald Trump macht ein „billiges“ Angebot
Nächster Artikel
Mitt Romney holt in Swing States auf

Bekommt Rückenwind von der „Washington Post“: Amtsinhaber Barack Obama.

Quelle: dpa

Washington. Es ist keine große Überraschung, da die Hauptstadtzeitung ohnehin als linksliberal gilt. Gleichwohl versteht sich das Blatt keineswegs als Sprachrohr der Regierung. Wenn es ums Schuldenmachen oder um den heimlichen Drohnenkrieg geht, zählt die Post zu Obamas schärfsten Kritikern. Aber Mitt Romney mag sie gar nicht. Innenpolitisch könne kein Mensch erahnen, wo der Republikaner wirklich steht, heißt es – und außenpolitisch „unterscheidet er sich sowieso kaum vom Präsidenten“.

Leichten Rückenwind erhält Obama auch von den Wirtschaftsdaten. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal des Wahlkampfjahres um zwei Prozent – und damit etwas stärker als erwartet. Das Wirtschaftsministerium wies am Freitag insbesondere auf den lebhaften Binnenkonsum hin, von dem übrigens auch deutsche Autoproduzenten profitieren. Hinzu kämen steigende Immobilienpreise an der Ost- und Westküste. Das alles zeugt von neuem Vertrauen der Verbraucher. Romneys Wahlteam lässt sich davon nicht beeindrucken: „Das bisherige Wachstum reicht nicht aus, um das Millionenheer an Armen aus ihrem Schicksal zu befreien.“

Das stimmt wohl sogar. Nicht umsonst gelten nach den wohlhabenden „soccer moms“ und „hockey moms“ aus den gepflegten Vorstädten, um deren Stimmen die Wahlkämpfer noch 2008 gebuhlt haben, plötzlich die „Walmart moms“ als umkämpfte Klientel: viel beschäftigte Frauen mit knapper Haushaltskasse, die bei dem Riesendiscounter für wenig Geld ihre Familien versorgen. Viele von ihnen sind die „Fußballmuttis“ von einst, von der Wirtschaftskrise an den Rand der Armut gedrängt.

In die Schlacht mit einem Lied: „Forward“, „Vorwärts“, heißt der Song, mit dem Obama-Anhänger Stimmung machen wollen wie vor vier Jahren mit dem hymnischen „Yes we can“. Das Video, in dem Künstler aller Hautfarben singen, ist unterlegt mit Obama-Zitaten – und erinnert an die Tradition von Arbeiterliedern. „Wir sind auf einem langen schwierigen Weg, aber wir gehen ihn gemeinsam. Wir helfen einander auf. Wir füllen einander den Becher, sodass jeder genug hat. Wir sind schon auf halbem Weg zum Ziel.“ Letzteres ist ziemlich optimistisch. Aber mit Pop und guter Laune hat’s 2008 schließlich auch schon mal geklappt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Noch 12 Tage
Foto: Multi-Milliardär Donald Trump (rechts) greift im US-Wahlkampf zugunsten von Herausforderer Mitt Romney (links) ein.

Finanziell bricht der US-Wahlkampf 2012 alle Rekorde. Geschätzte drei Milliarden Euro lassen sich Demokraten und Republikaner ihre Kampagnen kosten.

mehr
Mehr aus Kampf ums Weiße Haus
Live-Ergebnisse

Fakten zur Wahl
Die Kandidaten
Barack Obama Joe Biden (Vize)
Berufliche Stationen
geboren 1961 auf Hawaii geboren 1942 in Pennsylvania
1985-88: Sozialarbeiter in Chicago 1968 : Jura-Examen in New York
1991 : Jura-Examen in Harvard ab 1968 : Anwalt in Delaware
ab 1992 : Bürgerrechtsanwalt und Uni-Dozent  
Politische Stationen
1996 : Wahl in den Senat von Illinois 1973 : Wahl in den US-Senat für Delaware
2004 : Wahl in den US-Senat für Illinois 2001-2003, 2007-2009 : Vorsitz im außenpolitischen Ausschuss
seit 2009 : US-Präsident seit 2009 : US-Vizepräsident
Wahlkampfspenden
556 Mio. US-Dollar
Alle Präsidenten der USA
Die Kandidaten
Mitt Romney Paul Ryan (Vize)
Berufliche Stationen
geboren 1947 in Detroit geboren 1970  in Wisconsin
1967-69: mormonischer Missionar in Frankreich 1992 : Abschluss in Wirtschafts- und Politikwissenschaften
ab 1975 : Unternehmensberater 1992-99 : Marketingberater für das Bauunternehmen seiner Familie
1984 : Gründung einer Investmentfirma  
Politische Stationen
2003-2007 : Gouverneur von Massachusetts 1992-1999 : Redenschreiber, Mitarbeiter republikanischer Politiker
2008, 2012 : Bewerbung um die republikanische Präsidentschaftskandidatur seit 1999 : Kongressabgeordneter
Wahlkampfspenden
339,8 Mio. US-Dollar