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Barsinghausen Jäger wollen heimische Tierarten schützen
Umland Barsinghausen Jäger wollen heimische Tierarten schützen
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19:54 15.01.2019
Waschbären sehen niedlich aus, sind aber für viele einheimische und vom Aussterben bedrohte Tierarten eine Gefahr. Quelle: Julian Stratenschulte
Barsinghausen

Immer mehr Waschbären streifen durch Wald und Flur des Calenberger Landes – und bedrohen als aggressive Allesfresser zunehmend die heimische Tierwelt. In Kooperation mit der Region Hannover geht die Jägerschaft Hannover-Land seit August 2015 gezielt gegen die Waschbären vor, um die Zahl der nachtaktiven Raubtiere nicht weiter ansteigen zu lassen. „Zum Schutz unserer heimischen und zum Teil vom Aussterben bedrohten Tierarten, die zur bevorzugten Beute der Waschbären gehören“, erläutert Werner Burose aus Stemmen, Vorsitzender der Jägerschaft mit sieben Hegeringen und 93 Jagdrevieren von Langenhagen über Groß Munzel, Barsinghausen und Wennigsen bis Laatzen-Kronsberg.

Mit solchen Fallen, präsentiert vom Jägerschaft-Vorsitzenden Werner Burose (links) und dessen Stellvertreter Steffen Lohmann, werden die Waschbären gezielt bejagt. Quelle: Frank Hermann (Archiv)

Waschbären plündern die Nester von Sing- und Greifvögeln ebenso wie von Bodenbrütern. Sie fressen Fische, Amphibien und seltene Reptilien – darunter auch gefährdete Arten wie Moorfrosch, Ringelnatter oder Gelbbauchunke. „Als eingewanderte Art aus Nordamerika haben die Waschbären keine natürlichen Feinde außerdem dem Menschen“, sagt Burose.

Die Jägerschaft habe zusammen mit der Region Hannover vor mehr als drei Jahren ein Projekt gestartet, um den Waschbärenbestand zu regulieren und in Grenzen zu halten. Dazu ließen die Jäger zunächst 40 Lebendfallen in den Revieren aufstellen. Mittlerweile betreuen die speziell ausgebildeten Fallensteller sogar 70 Fallen. In den Jagdjahren 2015/16 und 2016/17 erlegten die Jäger insgesamt 233 Waschbären.

Jäger wollen die Felle erlegter Tiere verwerten

Die Jägerschaft Hannover-Land will die Felle erlegter Waschbären und anderer Raubwildarten wie Fuchs, Marder und Nutria künftig verwerten und nicht ungenutzt vernichten. Aus den Fellen entstehen Kleidungsstücke wie Mützen, Handschuhe und Jackenkragen sowie Accessoires. Zu diesem Zweck schicken die Jäger ihre erlegten und tiefgefrorenen Tiere an die Fellwechsel-Gesellschaft, ein Tochterbetrieb des Deutschen Jagdverbandes in Rastatt. „Wir haben drei Sammelstellen in Ostermunzel, Linderte und Bolzum eingerichtet. Von dort kommen die mit Herkunftsnachweisen beschrifteten Tierkörper mit den Fellen zur nachhaltigen Verwertung nach Rastatt“, erläutert Werner Burose, Vorsitzender der Jägerschaft. Es sei sinnvoll, natürliche Ressourcen zu nutzen, anstatt die Felle aus Tierfarmen zu verarbeiten.nn

Diese Zahlen haben sich deutlich erhöht. Allein im Hegering Barsinghausen wurden im Jagdjahr 2017/18 rund 50 Waschbären zur Strecke gebracht. In der gesamten Region Hannover waren es 1021 und in Niedersachsen mehr als 15800 Waschbären – das bedeutet eine Zunahme von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wieviele Waschbären tatsächlich im Calenberger Land und speziell in der Deisterregion leben, lässt sich laut Burose nicht abschätzen. „Die Tiere sind in der Nacht aktiv. Darum können wir nicht sagen, wie groß die Population tatsächlich ist“, betont der Vorsitzende.

Dennoch sei es für die Jägerschaft wichtig, regulierend einzugreifen. „Wir wollen den Bestand unter Kontrolle halten, damit die Population nicht noch weiter zunimmt. Darum müssen wir mit unserer Fallenjagd weitermachen“, erklärt der Fachmann.

Von Frank Hermann

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