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Barsinghausen Barsinghäuser Hirsch für Mariam Refahri
Umland Barsinghausen Barsinghäuser Hirsch für Mariam Refahri
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00:17 13.12.2018
Mariam Refahri aus Afghanistan ist auch beim Tag der Ortsteile dabei gewesen und hat dort Pauline (10) ein Blumentattoo mit Henna aufgemalt. Jetzt hat sie den Barsinghäuser Hirsch gewonnen. Quelle: Malecha (Archiv)
Barsinghausen

Der renommierte Jugendpreis Barsinghäuser Hirsch geht in diesem Jahr an die 17-jährige Mariam Refahri aus Barsinghausen. Die achtköpfige Jury hat mit der Preisvergabe das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Schülerin der Lisa-Tetzner-Schule gewürdigt.

Der Barsinghäuser Hirsch ist 1985 von der Stadtsparkasse Barsinghausen gestiftet worden und wird seither alljährlich an junge Menschen bis 25 Jahre oder Jugendgruppen vergeben, die sich im sozialen oder kulturellen Bereich engagiert haben.

Die Wahl der Jury fiel mit knappem Vorsprung auf die 17-jährige Mariam, die am Ende 33 Punkte auf den Wertungszetteln für sich verbuchen konnte. Den zweiten Platz mit 28 Punkten belegte das Projekt „Senioren lernen von Schülern“, das gemeinsam vom Freiwilligenzentrum Barsinghausen und dem Hannah-Arendt-Gymnasium getragen wird. Dritter wurde die Arbeitsgemeinschaft „Colourful“ des Hannah-Arendt-Gymnasiums (25 Punkte). Insgesamt waren fünf Vorschläge für die Preisverleihung eingegangen, darunter vier Jugendgruppen oder -teams. Mitglieder der Jury sind unter anderem die Sparkassenvorstände Britta Sander und Reinhard Meyer, Bürgermeister Marc Lahmann und SPD-Ratsfrau Laura Härdrich.

Mariam Refahri ist 2001 in Afghanistan geboren und kam im Sommer 2013 nach Deutschland. Sie besuchte zunächst eine Schule in Gehrden und arbeitet nun in der Lisa-Tetzner-Oberschule an ihrem Realschulabschluss. Mariam ist von der Barsinghäuser DRK-Beratungsstelle für Migranten für den Preis vorgeschlagen worden. Die 17-Jährige sei schnell aufgefallen, berichtete Brigitte Kessner von der Beratungsstelle. Sie habe die deutsche Sprache schnell gelernt, arbeite engagiert für ihren schulischen Erfolg und bemühe sich in mehrfacher Hinsicht um gelingende Integration. Mariam übersetzt freiwillig und unentgeltlich, um ihren Landsleuten Verständnis für die deutsche Kultur und Lebensweise zu ermöglichen und den Zugang zu deutschen Veranstaltungen zu ermöglichen. Eines ihrer Projekte ist ein selbst gedrehtes Video, in dem sie auf Pharsi das deutsche System der Mülltrennung erklärt und ihren Landsleuten so verständlich macht.

Daneben sei Mariam bemüht, auch ihre eigene Herkunft und Kultur zu pflegen und interessierten Menschen nahezubringen, berichtet Kessner. Bei vielen Festen habe sie kunstvolle Hennabemalungen angefertigt, die einen festen Platz in der afghanischen Kultur einnehmen. Beim Newroz-Fest im vergangenen Jahr habe sie die Grußworte in ihre Muttersprache übersetzt. Mit ihrer Kunst ist die 17-Jährige laut Kessners Beschreibung auf nahezu jedem Fest in Barsinghausen zu finden. Sie stelle ihre Fertigkeiten stets kostenlos in den Dienst der Übersetzungshelfer und des Freiwilligenzentrums. „Wir halten das Engagement von Mariam für sehr besonders“, betont die Migrationsberaterin. Anders als viele andere Jugendliche verbringe sie ihre Tage nicht am Computer, sondern gehe hinaus in die Welt und nehme jede Chance wahr, „ihre Kraft und Möglichkeiten in ein friedliches und kommunikatives Miteinander zu investieren“.

Weil der Jugendpreis im vergangenen Jahr nicht vergeben worden war, stehen in diesem Jahr 2000 Euro zur Verfügung. Wegen der knappen Abstände bei den Erstplatzierten hat die Jury beschlossen, das Preisgeld aufzuteilen: Mariam erhält 1000 Euro, jeweils 500 Euro gehen an das Projekt Senioren lernen von Schülern und die Colourful AG. Der Termin für die Übergabe des Jugendpreises steht noch nicht fest.

Von Andreas Kannegießer

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