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Barsinghausen Breite Mehrheit für den Erhalt der Lisa-Tetzner-Oberschule
Umland Barsinghausen Breite Mehrheit für den Erhalt der Lisa-Tetzner-Oberschule
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00:18 30.11.2018
Im städtischen Schulausschuss stimmen auch die Vertreter von Lehrern, Stadtelternrat und Stadtschülerrat für den Erhalt der Lisa-Tetzner-Oberschule. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die politische Vorentscheidung für den langfristigen Bestand der Lisa-Tetzner-Oberschule (LTS) ist gefallen: Der städtische Schulausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dass die Stadt auf dem Gelände des Schulzentrums Am Spalterhals neben dem jetzt genutzten D-Trakt einen Ersatzneubau für die Oberschule erstellen lässt. Im Anschluss soll der baulich marode D-Trakt abgerissen werden. Der Neubau, so der Beschluss, soll so geplant werden, dass auch die Bert-Brecht-Förderschule darin Platz finden kann.

Für diese Variante stimmten die Vertreter von CDU, Grünen, FDP und AfD im Schulausschuss, außerdem sämtliche Vertreter des Stadtelternrates, der Barsinghäuser Schülerschaft und der Lehrer. Für die zweite Variante zur künftigen Barsinghäuser Schulstruktur – die Angliederung der Oberschule an die Kooperative Gesamtschule an deren Standort an der Goethestraße – stimmten lediglich zwei der drei SPD-Vertreter im Schulausschuss sowie Bettina Klein von der Wählergemeinschaft Aktiv für Barsinghausen. Das letzte Wort hat nun der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 6. Dezember. Angesichts der deutlich verlorenen Abstimmung im Schulausschuss kündigten sowohl Maximilian Schneider (SPD) wie auch Bettina Klein an, dass sich ihre beiden Fraktionen im Rat der Stimmen enthalten werden. „Wir wollen der Mehrheitsentscheidung nicht im Wege stehen“, sagte Klein.

Zuvor hatte es noch einmal eine intensive Diskussion um das Für und Wider der beiden Handlungsalternativen gegeben. „Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht und intensive Gespräche geführt“, betonte Erster Stadtrat Thomas Wolf. Grundlage der Debatte war die von dem Beratungsunternehmen Partnerschaft Deutschland erstellte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur künftigen Schulstruktur. Verwaltung und Politik hatten danach nicht nur mit Pädagogen, Elternvertretern und Schülern der betroffenen Schulen diskutiert, sondern auch Experten der Landesschulbehörde hinzugezogen und Vertreter aller Grundschulen im Stadtgebiet gehört. „So viele Gespräche zu einem politischen Thema wie diesmal haben wir selten geführt“, betonte auch CDU-Fraktionssprecher Gerald Schroth. Es gebe Argumente für beide Varianten, sagte er. Die CDU wolle aber ein differenziertes Schulangebot in Barsinghausen vorhalten. „Viele Schüler kommen in kleinen Schulsystemen gut zurecht, hätten aber in größeren Einheiten Probleme“, argumentierte Schroth. Wichtig sei auch, dass am Spalterhals im Zuge der Inklusion eine Kooperation mit der Bert-Brecht-Förderschule an einem gemeinsamen Standort möglich sei. An der Goetheschule hingegen gebe es räumliche Beschränkungen. „Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen.“

Ähnlich argumentierten Jörn Benseler (FDP), Ulrike Westphal (Grüne) und Michael Siedler-Borker (AfD). Die Grünen befürchten zudem, dass bei einer Zusammenlegung von KGS und Oberschule etwa 150 bis 200 Schüler aus Barsinghausen zu Oberschulen in der Umgebung abwandern könnten, wie Westphal erläuterte.

Bettina Klein (Aktiv für Barsinghausen) hob hingegen hervor, dass ein gemeinsamer Schulstandort für Oberschüler und Gesamtschüler bessere Möglichkeiten für Investitionen biete, mehr Kurse und Angebote sowie ein besseres Ganztagsangebot verspreche. „Die Politik vertut eine Chance“, sagte Klein. „Ein Mehr an Schulformen ist nicht immer besser.“ Auch Maximilian Schneider (SPD) plädierte für eine „Bündelung der Ressourcen“ am Standort der Goetheschule. Er lobte die „faire, sachliche und differenzierte Diskussion“ der vergangenen Wochen. „Wir sollten im Rat auch in Zukunft so agieren.“

Gespannte Erwartung: Pädagogen aus etlichen Barsinghäuser Schulen verfolgen die Debatte im Schulausschuss. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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