Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Deisterquellen sind zurzeit wenig ergiebig
Umland Barsinghausen Deisterquellen sind zurzeit wenig ergiebig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 08.01.2019
Im Mittelzonenbehälter im Wald oberhalb der Deisterstraße wird das Quellwasser aus dem Deister mit dem vom Grundwasserwerk Eckerde heraufgepumpten Wasser gemischt und ins Barsinghäuser Versorgungsnetz eingespeist. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Mit deutlicher Verzögerung wirkt sich die lange Dürreperiode im vergangenen Sommer und Herbst auf die Trinkwassergewinnung bei den Barsinghäuser Stadtwerken aus: Der Wasserzulauf aus den Quellschüttungen im Deister ist in den vergangenen Monaten eingebrochen und liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zurzeit liegt die Hauptlast der Trinkwassergewinnung beim Grundwasserwerk in Eckerde , dessen maroder technischer Zustand den Stadtwerke-Verantwortlichen allerdings zunehmend Sorgen bereitet.

Die Stadtwerke haben bei der Wassergewinnung zuletzt lange vom extrem feuchten Winterhalbjahr 2017/2018 profitiert. In der Zeit von August 2017 bis Ende Juli 2018 hat das kommunale Versorgungsunternehmen rund 1,07 Millionen Kubikmeter Quellwasser aus dem Deister gewonnen. Das ist ein Wert, der zuvor seit mehr als einem Jahrzehnt nicht erreicht worden war, wie der technische Leiter Torsten Holzhausen berichtet. Ein Jahr zuvor, im Jahr 2016/17, waren es lediglich 471.000 Kubikmeter, der Durchschnitt seit 2010 lag bei rund 707.000 Kubikmetern binnen zwölf Monaten.

Das im Deister gewonnene Wasser genießt noch immer hohe Bedeutung bei der Barsinghäuser Trinkwasserversorgung – auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Es ist vergleichsweise weich und kann deshalb kostengünstig aufbereitet werden, ehe es ins Trinkwassernetz eingespeist wird. Zudem entfallen die hohen Stromkosten für die Pumpen, die das aufbereitete Grundwasser aus Eckerde zur weiteren Verteilung in die Hochbehälter im Deister heraufbefördern.

Zur Förderung aus den sogenannten Quellschüttungen nutzen die Stadtwerke unter anderem Stollen und Drainageanlagen aus der Zeit des Deisterbergbaus – insgesamt ein weit verzweigtes und viele Kilometer langes Netz. Im vergangenen Jahr ist der Wasserzulauf aus dem Deister Monat für Monat kontinuierlich gesunken – von rund 115.000 Kubikmeter im Januar auf nur noch gut 33.000 Kubikmeter im Oktober. Die Zahlen für die letzten beiden Monate des Jahres sind noch nicht ausgewertet, dürften aber nach Einschätzung der Experten auf ähnlich geringem Niveau liegen. Selbst wenn in den Wintermonaten wieder deutlich mehr Regen fällt als während der jüngsten Trockenphase, wirkt sich das erst mit etwa halbjähriger Verzögerung auf die Zuflussmengen aus. So lange dauert es, bis das Niederschlagswasser langsam durch die Bodenschichten gesickert und in den Quellschüttungen angekommen ist.

Sollte der Zufluss aus den Quellen lange auf dem derzeit extrem niedrigen Niveau verharren, könnte das im nächsten Sommer zum Problem für die Stadtwerke werden. Das Grundwasserwerk in Eckerde arbeitet an seiner Kapazitätsgrenze. Während der Hitzeperiode im vergangenen Juli hatten die Stadtwerke schon einmal Alarm geschlagen und die Bürger dazu aufgerufen, den Wasserverbrauch einzuschränken. Nur knapp konnte damals eine ernste Krise mit zeitweiligen Versorgungsunterbrechungen in einzelnen Ortsteilen vermieden werden – und das, obwohl die Deisterquellen in dem Sommermonat noch fast 50.000 Kubikmeter Wasser geliefert hatten.

Nach den Worten von Torsten Holzhausen ist der Wasserverbrauch im Barsinghäuser Stadtgebiet im Winter deutlich geringer als in heißen Sommermonaten. „Im langjährigen Mittel liegt die Tagesabgabe im Winter bei 5000 Kubikmeter, im Sommer bei 7200 Kubikmeter“, berichtet der technische Leiter. Der Rekordwert beim Tagesverbrauch liege bei rund 10.400 Kubikmeter, die bisher höchste Einspeisemenge pro Tag bei 8880 Kubikmeter. Die Differenz an solchen Extremtagen muss über die Speicherkapazitäten der Hochbehälter und im Wasserwerk ausgeglichen werden.

Im Mittelzonenbehälter im Wald oberhalb der Deisterstraße wird das Quellwasser aus dem Deister mit dem vom Grundwasserwerk Eckerde heraufgepumpten Wasser gemischt und ins Barsinghäuser Versorgungsnetz eingespeist. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bettina Klein hat den Vorsitz für die zweiköpfige Ratsfraktion von Aktiv für Barsinghausen an Kerstin Beckmann abgegeben. Diesen Ämtertausch hatten die Frauen bereits im November 2016 angekündigt.

08.01.2019

Die Stadt Barsinghausen hat 2018 eine Premiere erlebt: Erstmals seit Jahrzehnten hat die Kommune auch alle Investitionsvorhaben aus den laufenden Einnahmen finanziert. Kredite wurden nicht benötigt.

07.01.2019

Die Band Gentility aus Oldenburg tritt am Sonnabend, 12. Januar, zum zweiten Mal im ASB-Bahnhof auf – mit ausdrucksstarken deutschen Texten und melodischem Rock. Im Vorprogramm spielt Shiloblaengare.

07.01.2019