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Barsinghausen Kulturkoffer vom Lions Club bereitet Senioren Freude
Umland Barsinghausen Kulturkoffer vom Lions Club bereitet Senioren Freude
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17:16 27.02.2019
Vom Handbohrer bis zur Schürze: Adrea Beissner hatte einen Koffer voller Erinnerungen bei ihrem Besuch der Seniorenresidenz Kaiserhof dabei. Quelle: Lisa Malecha
Barsinghausen

„Oh, die habe ich früher jeden Tag benutzt, um mir Locken zu machen“, ruft eine Seniorin, als Andrea Beissner die Brennschere aus ihrem „Koffer voller Erinnerungen“ holt und hält sich die alte Schere ans Haar. Die Museumspädagogin Beizner ist zu Besuch in der Seniorenresidenz Kaiserhof – auf Einladung des Lions Club Deister Calenberger Land. Die Aktion ist Teil des Projekts Kulturkoffer, das der Lions Club seit Dezember vergangenen Jahres anbietet.

Lions Club bringt Kultur zu Senioren: Dieses Mal hat der Kulturkoffer die Seniorenresidenz Kaiserhof besucht.

Kultur auch in hohem Alter genießen

„Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, anderen Menschen zu helfen und ihnen eine Freude zu bereiten“, sagt Lions Club-Präsident Werner Burose. Und damit auch Menschen, die nicht mehr mobil sind, von den Angeboten profitieren, gibt es jetzt den Kulturkoffer. Initiatorin ist Hannelore Krage. „Nachdem wir seit einigen Jahren Senioren ins Theater begleitet haben, wollte ich etwas für die Menschen machen, die nicht mehr mobil sind“, sagt Krage. Die Idee, kleinere kulturelle Angebote in die Heime und Tagespflege-Einrichtungen zu bringen, war geboren.

Alle Einrichtungen werden besucht

Alle Einrichtungen Barsinghausens sollen besucht werden, immer mit anderen Angeboten. Ideen hat Krage viele: „Wir packen Kultur in den Koffer und organisieren Kulturbotschafter. Dabei ist Kultur für uns ein weites Feld. Ob kulturelles Kinderprogramm, Märchen oder Lesung, Gesangsdarbietung oder Kabarett, Dinge aus der guten alten Zeit, ein Koffer mit Erinnerungen—jedes Thema passt in unseren Lionskulturkoffer.“ So müssen Senioren, die sich ein Leben lang für Kultur interessiert haben, das auch bei fehlender Mobilität nicht aufgeben – auch wenn die körperlichen Einschränkungen einen Besuch im Theater, im Museum oder im Kino verhindern.

Und das Angebot kommt an. Die 17 Senioren im Kaiserhof erzählen bei jedem neuen Objekt, dass Andrea Beissner, Museumspädagogin vom Museumsverein Hameln, aus ihrem Koffer zieht, von eigenen Erinnerungen. Da geht es darum, dass die Oma früher auch immer nach Kölnisch Wasser gerochen hat, dass die Mutter einem mit dem Teppichklopfer „den Hintern versohlt hat, bis er kaputt war“ oder aber, dass man mit der Wäscherubbel auch gerne musiziert hat. Nach und nach gehen Handbohrmaschine, Kernseife, Brennschere und vieles mehr durch die Reihen, werden angefasst und ausprobiert. „Ich erlebe immer wieder, wie die Gegenstände, mit denen jeder eine Erinnerung verbindet, dafür sorgen, dass die Menschen sich öffnen und mit einander ins Gespräch kommen“, sagt Beissner – und das hat auch in der Seniorenresidenz Kaiserhof geklappt.

Von Lisa Malecha

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