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Barsinghausen Förderschule: Landesschulbehörde will Genehmigung widerrufen
Umland Barsinghausen Förderschule: Landesschulbehörde will Genehmigung widerrufen
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15:35 06.07.2018
Optimismus verfrüht? Erster Stadtrat Thomas Wolf, Schulleiterin Sybille Wegner (Mitte) und Fachdienstleiterin Nadin Quest hatten zum Schuljahresende in der vergangenen Woche noch den langfristigen Bestand der Bert-Brecht-Förderschule angekündigt. Quelle: Stadt Barsinghausen
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Barsinghausen

Die Freude von Kollegium, Eltern und Schülern über die Zustimmung der Landesschulbehörde zum Weiterbetrieb der Bert-Brecht-Förderschule war offenbar verfrüht. Nur gut eine Woche, nachdem der Genehmigungsbescheid im Rathaus eingetroffen war, hat die Schulbehörde erneut Post an die Stadt Barsinghausen geschickt. In dem Schreiben kündigt die Behörde an, die eigene Genehmigung widerrufen zu wollen. Bis Ende nächster Woche hat die Stadtverwaltung nun die Gelegenheit zur Stellungnahme, bevor der Widerruf formal angeordnet werden soll, wie aus dem Brief hervorgeht.

Die Landesschulbehörde begründet die Widerrufsabsicht damit, dass die im Genehmigungsverfahren prognostizierte Schülerzahl für den neuen fünften Jahrgang der Förderschule nicht erreicht werde. Die Stadtverwaltung habe 15 Schüler prognostiziert, laut Meldung der Schule lägen aber nur sieben Anmeldungen für die neue Lerngruppe vor. „Damit wird die für die Genehmigung erforderliche Schülerzahl weit unterschritten“, heißt es in dem Brief der Aufsichtsbehörde. „Aufgrund dieser neuen Tatsachen hätte eine Genehmigung nicht mehr erteilt werden dürfen.“

Damit geht das Hin und Her um die Zukunft der Förderschule in eine neue Runde. Deren baldiges Ende schien im Zuge der Inklusion schon besiegelt. Die neue Landesregierung hatte die strengen Vorgaben aber gelockert, sodass der Rat im April einstimmig beschlossen hatte, den Antrag auf Weiterführung der Schule zu stellen. Die Landesschulbehörde hatte allerdings schon im Frühjahr Bedenken geäußert. Erst nach einer Anhörung und einer nachgebesserten Prognose der Schülerzahlen hatte die Behörde dann doch noch die Genehmigung für zehn Jahre erteilt – allerdings erst rund eine Woche vor dem Schuljahresende.

Politik und Verwaltung sind geschockt angesichts der neuerlichen Rolle rückwärts der Landesschulbehörde. „Das Vorgehen der Behörde ist unmöglich“, sagt Barsinghausens Erster Stadtrat Thomas Wolf. „So geht man nicht miteinander um.“ Die Stadtverwaltung argumentiert, dass es angesichts der langen Ungewissheit über die Zukunft der Schule kein Wunder sei, dass bisher so wenige Eltern ihre Kinder für den fünften Jahrgang angemeldet hätten. Etliche Familien seien verunsichert gewesen und hätten deshalb erst einmal eine Regelschule für ihr Kind mit Förderbedarf gewählt. „Wenn in einem Jahr die Zahlen nicht erreicht werden, ist das auch kein Grund, eine Schule zu schließen“, betont Wolf.

Die Stadtverwaltung setzt nun darauf, dass es im Anhörungsverfahren ein zweites Mal gelingt, die Landesschulbehörde umzustimmen. „Es wäre fair, wenn wir Zeit haben, die geforderten Zahlen zu erreichen“, sagt Wolf. Ihm schwebt ein Zeitraum mindestens bis zu den Herbstferien vor. Zudem müsse die Situation in Barsinghausen sorgfältig abgewogen werden, sagt Wolf. Er macht kein Hehl daraus, dass die Stadt die Beteiligung von Entscheidungsträgern der Landesschulbehörde über die Sachbearbeiterebene hinaus erwartet.

Falls die Schulbehörde bei ihrer harten Haltung bliebe, würde das für die Bert-Brecht-Schule bedeuten, dass sie ohne Nachwuchs von unten in spätestens vier Jahren auslaufen würde. Nach Angaben von Schulleiterin Sybille Wegner geht das Kollegium derzeit davon aus, dass im nächsten Schuljahr 65 Jungen und Mädchen an der Bert-Brecht-Schule unterrichtet werden.

Die Bert-Brecht-Schule ist in ihrem Bestand bedroht. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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