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Barsinghausen Nabu schafft weitere Unterkünfte für Wildbienen
Umland Barsinghausen Nabu schafft weitere Unterkünfte für Wildbienen
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16:29 10.01.2019
In Einsatz für den Bienenschutz: Wilhelm Böhm (von links), Karl Närmann und Elke Steinhoff rüsten das Bienenhotel an der Max-Planck-Straße mit weiteren Hohlstängelbündeln auf. Darin nisten die Bienen besonders gerne. Quelle: Andreas Kannegießer
Kirchdorf

Der Barsinghäuser Naturschutzbund (Nabu) wird in diesem Jahr sein Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Wildbienen im Stadtgebiet ausweiten. Die Nabu-Mitglieder wollen in Zusammenarbeit mit der städtischen Beschäftigungsinitiative (BBI) weitere sogenannte Insektenhotels aufstellen. Darin finden insbesondere Wildbienen ideale Bedingungen zum Unterschlüpfen und für den Nestbau vor.

Im vergangenen Winter hatte der Nabu bereits ein Bienenhotel am Regenrückhaltebecken oberhalb des Schulzentrums Am Spalterhals aufgebaut. Hauptelemente sind mit Bohrlöchern versehene Holzscheite, Hohlziegel und Bündel mit hohlen Stängeln von Gräsern. Weil die Insekten von innen die Einfluglöcher verschließen, bevor sie in den Röhren Winterruhe halten, lässt sich auf einen Blick erkennen, wie gut ein Bienenhotel angenommen wird. „Sehr viele Röhren sind belegt“, sagt Nabu-Vorstandsmitglied Karl Närmann. Eichen- und Buchenholzscheite seien zu nahezu 100 Prozent belegt, „und bei der Robinie wird es auch immer besser“.

Der Erfolg hat den Naturschutzbund dazu bewogen, das Bienenhotel am Schulzentrum mit weiteren Einfluggelegenheiten aufzurüsten. Närmann, Nabu-Vorsitzende Elke Steinhoff und Wilhelm Böhm montierten deshalb bei einem Arbeitseinsatz zahlreiche weitere Stängelbündel in den hölzernen Rahmen des Bienenhotels. Besonders geeignet seien Stängel des japanischen Staudenknöterichs, aber auch Kälberkropf werde gerne angenommen, berichteten die Nabu-Aktiven.

In Niedersachsen sind nach Böhms Worten rund 300 Arten von Wildbienen heimisch. „Die Hälfte davon ist hochgefährdet“, sagt der Naturfreund. Die Wildbienen werden nach dem Winter schon bei viel niedrigeren Temperaturen als Honigbienen wieder munter. „Die Brut schlüpft im März“, berichtet Närmann. An sonnigen Tagen herrsche dann schon reger Flugbetrieb rund um Bienenhotels. „Wir brauchen diese Art von Unterkünften für Wildbienen“, betont Böhm. In der Natur besiedeln Wildbienen besonders gerne Totholz wie etwa Baumstümpfe. „Aber solche Baumstuken werden heute leider meist schnell beseitigt.“ Der Nabu wirbt deshalb dafür, Baumstümpfe zu erhalten, auch entlang von Straßen und Wegen im öffentlichen Raum. Um Verständnis zu wecken, hat der Ortsverband Schilder mit Informationen entworfen, die an solchen Baumstümpfen angebracht werden können.

Der Nabu-Ortsverband wirbt auch bei Grundstücksbesitzern dafür, eigene Insektenhotels zu bauen und aufzustellen. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten, damit die Hotels dann auch angenommen werden. „Die Röhren müssen einen Durchmesser von zwei bis neun Millimeter haben und hinten geschlossen sein“, erläutert Böhm. Die Öffnungen dürften zudem nicht zerfranst sein, weil die Bienen rückwärts in die Stängel oder Bohrlöcher hineinkletterten. „Fertig gekaufte Insektenhotels sind meist nicht geeignet“, betont Böhm. Oft seien die Öffnungen zu groß oder hinten offen. Wer selbst bauen möchte, kann sich Baumaterial und Tipps beim Nabu holen. Kontaktdaten und weitere Informationen sind im Internet auf der Seite nabu-barsinghausen.de zu finden.

Nach den Worten von Elke Steinhoff will der Nabu weitere Insektenhotels unter anderem in dem Biotop nahe des Grundwasserwerks Eckerde, im neuen Stadtteilpark nördlich der Wilhelm-Busch-Straße und auf dem Areal des Waldkindergartens aufstellen. Auch ein jetzt vom Nabu genutzter ehemaliger Schrebergarten an der S-Bahn-Strecke am Rottkampweg soll bienenfreundlich gestaltet werden. Darüber hinaus wollen die Naturschützer das Angebot der Kirchengemeinde Hohenbostel nutzen und auch am Kirchturm Insektenunterkünfte sowie Vogelkästen für Mauersegler anzubringen. „Wir würden uns dazu über Spenden freuen“, sagt Steinhoff. Nur so könne der für die Montage am Kirchturm benötigte Hubsteiger finanziert werden.

Von Andreas Kannegießer

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