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Barsinghausen Projekt zu Handys am Steuer schockiert Schüler
Umland Barsinghausen Projekt zu Handys am Steuer schockiert Schüler
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13:28 20.07.2018
Marius Schumacher von der Polizeiinspektion Garbsen erzählt den Schülern schockierende Fakten zur Handynutzung am Steuer. Quelle: Johanna Steele
Barsinghausen

Ein gutes Abitur, eine Weltreise, Millionär werden – all diese Träume und Ziele der Elftklässler des Hannah-Arendt-Gymnasiums zerplatzten am Montagmorgen mit einem lauten Knall, als der Polizeibeamte Marius Schumacher mit einer Nadel den Luftballon zerstach, in dem diese gesammelt waren. „Von einer Sekunde auf die andere kann alles was ihr euch vornehmt zerplatzen und das nur, weil ihr einmal nicht aufgepasst habt“, sagte er. Neben ihm auf der Bühne stand ein großes Kreuz mit flackernden Grabkerzen davor.

Bei der Veranstaltung des Präventionsprogramms „Abgelenkt“ zeigten Beteiligte der Feuerwehr, und der Polizei, Opfer und Notfallseelsorger den Schülern eindrucksvoll, welche Folgen es haben kann, wenn sie im Straßenverkehr ihr Smartphone nutzen. Abseits von trockenen Statistiken präsentierten sie eindrucksvolle Filme, die den Hintergrund von zwei Unfällen beleuchteten, die durch die Nutzung von Handys verursacht worden waren. Bei dem ersten Unfall war eine junge Frau in Hannover in ein Telefonat vertieft und lief deshalb unaufmerksam über die Hildesheimer Straße, während die Fußgängerampel Rot zeigte. Sie wurde prompt von einem Auto erfasst. „Mein erster Blick nach dem Zusammenstoß ging zur Ampel, weil ich nicht verstand, wie das passieren konnte“, berichtete der Fahrer des Autos in der abgedunkelten Aula des Gymnasiums.

Der zweite Film zeigte einen Unfall auf der Landstraße zwischen Burgdorf und Lehrte, bei dem ein Mann tödlich verunglückte und sein Sohn und dessen Freundin schwer verletzt wurden. Der Fahrer eines entgegenkommenden Autos hatte am Steuer telefoniert und war dadurch in den Gegenverkehr geraten. „Dieser Unfall hat bei allen Kameraden Spuren hinterlassen“, erzählte Florian Bethmann, Ortsbrandmeister von Burgdorf, der ebenfalls zu den Schülern sprach. „Das war eins der beschissensten Erlebnisse, die ich je hatte.“

Viele tun es, obwohl sie Bescheid wissen

Einige erschreckende Statistiken teilte Schumacher dann doch noch mit den Schülern. „92 Prozent der Autofahrer sehen die Kombination von Auto fahren und Handynutzung als eine Gefahr“, sagte der Polizist. „Das klingt eigentlich gut. Aber über 60 Prozent geben auch an, dass sie ihr Handy trotzdem während der Fahrt nutzen“, fügte er warnend hinzu. Dadurch sei rund ein Drittel schon einmal in eine gefährliche Situation geraten. „Es gibt keine Nachricht und keinen Anruf, die so wichtig sind, wie eure Gesundheit“, appellierte Schumacher an die Jugendlichen.

Mit dem Projekt will die Polizeiinspektion Garbsen, die die Aktion organisiert, über die Gefahren aufklären und wendet sich gezielt an Fahranfänger. „Eure Altersklasse zeigt ein überdurchschnittliches Risikoverhalten, wenn es um die Nutzung von Handys am Steuer geht“, erklärte Schumacher den Schülern, die teilweise schon einen Führerschein haben oder kurz davor stehen diesen zu machen. Der soziale Druck und die Erwartungshaltung seien heutzutage so groß, dass schnelles Reagieren auf Nachrichten zu einem Muss geworden sei. Auch die passive Beeinflussung von Fahrern sei bedenklich. „Die Hälfte der Leute schreiben Nachrichten oder rufen Personen an, obwohl sie wissen, dass diejenigen gerade Auto fahren“, sagte Schumacher.

Die Schüler verließen die Aula sichtbar nachdenklich. „Ich bin sprachlos“, sagte die 17-jährige Alina nach der Präsentation. „Natürlich hört man immer wieder von den Risiken – aber man macht sich die Folgen nicht so bewusst.“

Von Johanna Steele

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