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Barsinghausen Äpfelpflücken ist meistens erlaubt
Umland Barsinghausen Äpfelpflücken ist meistens erlaubt
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17:23 12.10.2018
In der Feldmark bei Langreder bleiben die meisten der dort wachsenden Äpfel ungenutzt. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
Barsinghausen

Als die Eckerderin Sabine Lohe neulich mit dem Fahrrad durch die Feldmark nach Langreder fuhr, hat sich die 63-Jährige an den vielen Apfelbäumen mit reifen Früchten entlang der Feldwege erfreut. Sie pflückte Obst für sich und ihre Nachbarn. „Aber zu viele Früchte fallen auf den Boden und werden nicht verwertet“, bedauert Lohe. Sie würde deshalb gerne erfahren, wer für Obstbäume im öffentlichen Raum zuständig ist und ob die Ernte in eigener Regie rechtmäßig ist.

Rainer Bernsdorff vom städtischen Fachdienst Tiefbau betont auf Anfrage, dass allgemeingültige Aussagen zu jeder Fläche nicht möglich seien. „Gerade in der Feldmark ist es aber sehr wahrscheinlich, dass es öffentlicher Grund ist, und dann können die Früchte mitgenommen werden“, sagt Bernsdorff. Der Verwaltungsmitarbeiter betont aber, dass nur zum Eigenbedarf eingesammelt werden dürfe und jeder Obstpflücker auf eigene Gefahr unterwegs sei – insbesondere entlang von Straßen. „Spaziergänger sollten gerade bei einem hohen Verkehrsaufkommen auf das Sammeln verzichten“, empfiehlt Bernsdorff.

Die Stadt Barsinghausen hat Interesse an alten Obstbaumalleen und pflanzt weiterhin an Bachläufen und Feldwegen Apfelbäume. Doch eine Karte mit darauf markierten städtischen Bäumen gebe es in der Verwaltung nicht, sagt Bernsdorff. Es gebe auch keine Telefonnummer, unter der sich an Obst interessierte Bürger melden könnten. Daher denkt die Stadtverwaltung über eine Zusammenarbeit mit der Internetplattform Mundraub.org nach.

Die Internetplattform Mundraub.org möchte öffentliche Obstbäume wieder ins Bewusstsein rufen und auf die daran wachsenden Lebensmittel aufmerksam machen. Auf der Webseite können Spaziergänger, die heimisches Obst sowie Kräuter und Nüsse im öffentlichen Raum entdecken, den Fundort mitteilen, damit möglichst viele Menschen die Lebensmittel finden und genießen können. Der Internetservice wurde im Jahr 2009 gegründet. Inzwischen haben sich rund 62.ooo Nutzer registriert, um Standorte von Obstbäumen zu teilen. Die digitale Mundraub-Karte verzeichnet über 48.000 eingetragene Fundorte, und die Nutzer können sich über die Internetplattform verabreden, damit einheimische Obstbäume, Streuobstwiesen und Obstbaumalleen erhalten bleiben. Auch in Barsinghausen gibt es schon vereinzelte Einträge mit Apfelbäumen und Hagebuttensträuchern entlang der Calvadosallee in der Feldmark. „Das Thema wird von Umweltsachbearbeiter Michael Barth aufgenommen“, kündigt Bernsdorff an.

Von Ann Kathrin Wucherpfennig

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