Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Versorgungskrise: Trinkwasser wird knapp in Barsinghausen
Umland Barsinghausen Versorgungskrise: Trinkwasser wird knapp in Barsinghausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:06 24.07.2018
Das Grundwasserwerk Eckerde kann derzeit nicht so viel Trinkwasser liefern, wie in Barsinghausen verbraucht wird. Quelle: Archiv (Kannegießer)
Anzeige
Eckerde/Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtwerke schlagen Alarm: Bei der Trinkwasserversorgung in Barsinghausen gibt es Engpässe. Der aktuelle Tagesverbrauch angesichts der Hitzeperiode übersteigt die Wassermenge, die die Stadtwerke derzeit aufbereiten und ins Netz einspeisen können. Weil auch die Speicherkapazitäten des kommunalen Versorgungsunternehmens begrenzt sind, droht eine akute Versorgungskrise. Die Stadtwerke appellieren eindringlich an Haushalte und Unternehmen, den Wasserverbrauch auf das Notwendigste zu beschränken.

Der Engpass ist am Montag überraschend aufgetreten: „Der Wasserverbrauch ist zu Wochenbeginn sprunghaft angestiegen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller. An diesem Tag seien 7500 Kubikmeter Wasser binnen 24 Stunden abgenommen worden. Das ist deutlich mehr als der langfristige Durchschnittsverbrauch von 5500 Kubikmeter – und auch mehr als die in den vergangenen Sommerwochen maximal abgegebenen 6500 Kubikmeter. „Offenbar sind genau zur Ferienmitte viele Familien wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt“, sagt Möller. Auffällig sei außerdem der zurzeit hohe nächtliche Wasserverbrauch. Alles deute darauf hin, dass Sportvereine und Gartenbesitzer ihre Rasensprenger mittels Zeitschaltuhren zu dieser Zeit laufen ließen, erläutert der Stadtwerke-Chef.

Die Kapazität des Eckerder Grundwasserwerks ist begrenzt: Rund 5000 Kubikmeter Wasser können dort täglich aus den Tiefbrunnen gefördert und aufbereitet werden. Hinzu kommen derzeit nach Möllers Worten etwa 1500 Kubikmeter Wasser täglich, die aus den Deisterquellen zufließen. Wegen des nassen Winterhalbjahrs liefern die Deisterquellen derzeit noch rund doppelt soviel Quellwasser wie in den vergangenen Sommern. Dennoch reicht die Gesamtmenge nun nicht mehr aus, um den aktuellen Verbrauch zu decken. Wie die Stadtwerke auf die Situation reagieren, sei Gegenstand aktueller Gespräche, sagt Möller. „Wir versuchen, einen Plan B in der Tasche zu haben.“

Der Wasserverband Nordschaumburg, von dem die Stadtwerke in den vergangenen Jahren in ähnlichen Situationen mehrfach Trinkwasser zugekauft hatten, kann diesmal nicht helfen: Der Nachbarversorger hat selbst nicht genug Wasser. „Sie haben unsere Anfrage abgelehnt“, sagt Möller. Für Entspannung hatte in den vergangenen Jahren mehrfach auch ein rechtzeitiger Wetterumschwung mit stärkeren Regenfällen gesorgt. Der ist derzeit aber nicht in Sicht.

Die Stadtwerke appellieren nun insbesondere an Gartenbesitzer und Sportvereine, ihre Grünflächen „auf keinen Fall“ mit Trinkwasser zu bewässern und auch sonst überaus sparsam mit dem kostbaren Nass umzugehen. Allerdings gibt es nach Mitteilung der Stadtverwaltung keine rechtliche Möglichkeit, den Wasserverbrauch einzuschränken. „Untersagungen, Sofortverbote und Ahndungen von Zuwiderhandlungen sind ausgeschlossen“, erklärt die Verwaltung auf Anfrage. Das treffe auch für Autowaschanlagen, Waschsalons und andere erhöhte industrielle Wasserverbräuche zu.

Von Andreas Kannegießer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Highlander vom Deister richten am Sonntag, 29. Juli, auf ihrer Trainingsanlage am Golterner Ohweg die Deutschen Highlandgame-Meisterschaft in der Leichtgewichtsklasse aus.

24.07.2018

Die Polizei sucht Zeugen für einen Unfall, der sich am Montagnachmittag auf der Bahnhofstraße ereignet hat. Eine Autofahrerin hat einen achtjährigen Jungen angefahren und ist anschließend geflüchtet.

24.07.2018

Vor zwei Monaten hat eine Ausstellung mit 23 Skulpturen des Bildhauers Waldemar Otto im Garten der Familie Pristin begonnen, am Wochenende kam der 89-Jährige zum Künstlergespräch nach Groß Munzel.

23.07.2018
Anzeige