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Barsinghausen Trinkwasserkrise: Stadtwerke danken Bürgern und Vereinen für Verständnis
Umland Barsinghausen Trinkwasserkrise: Stadtwerke danken Bürgern und Vereinen für Verständnis
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16:51 26.07.2018
Im Leitstand des Grundwasserwerks Eckerde beraten Dirk Kimmel (von links), Geschäftsführer Jochen Möller, Carsten Christoph und Wassermeister René Bloise über Strategien zur Sicherung der Versorgung im Stadtgebiet. Quelle: Andreas Kannegießer
Eckerde

Die Barsinghäuser Stadtwerke haben nach der Krise zu Wochenbeginn auch am Mittwoch und Donnerstag eine leicht rückläufige Tendenz beim Wasserverbrauch registriert. Zuletzt haben die Barsinghäuser Haushalte und Unternehmen demnach rund 6300 Kubikmeter Wasser binnen 24 Stunden aus den Hähnen gezapft – nach rund 7500 Kubikmeter am Montag. „Die Versorgungssituation hat sich leicht entspannt“, sagt Wassermeister René Bloise. „Aber wir sind noch längst nicht über den Berg.“

Die Stadtwerke sind mit ihren Appellen zum Wassersparen offenbar erfolgreich gewesen, wie die jüngsten Zahlen zeigen. „Man merkt, dass die Menschen die Situation ernst nehmen“, sagt Stadtwerke-Mitarbeiter Carsten Christoph. „Wir sind auch bei den Vereinen auf großes Verständnis gestoßen“, ergänzt Geschäftsführer Jochen Möller. Alle seien sehr kooperativ. „Wir möchten uns deshalb bei allen Bürgern herzlich bedanken“, betont der Stadtwerke-Chef. Mit den großen Vereinen und dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) gebe es inzwischen Absprachen über individuelle Zielzeiten, zu denen das Bewässern von Sportflächen möglich ist, ohne dass die Gesamtversorgung in Gefahr gerät.

Die Bediensteten des Wasserwerks arbeiten derzeit im Krisenmodus: Statt von 7 bis 16 Uhr ist der Leitstand des Wasserwerks von etwa 4 Uhr bis Mitternacht durchgängig besetzt. Außerdem seien auch die zusätzlichen Bereitschaftsdienste ausgeweitet worden, betont Möller und lobt sein Team: „Alle ziehen prima mit.“ Sollte es zu Engpässen in einem der vier im Stadtgebiet verteilten Reinwasserbehälter kommen, können die Mitarbeiter so umgehend auf das Problem reagieren. „Es gibt die Möglichkeit, die Füllstände der verschiedenen Behälter auszugleichen und Wasser hin- und herzupumpen“, erläutert Christoph. Über die vier Reinwasserbehälter – zwei stehen im Deister oberhalb von Barsinghausen, einer oberhalb von Hohenbostel und der vierte auf dem Stemmer Berg – läuft die gesamte Netzeinspeisung ins Barsinghäuser Trinkwassernetz. Teilweise wird darin auch das im Grundwasserwerk aufbereitete Wasser mit dem weichen Quellwasser aus den Deisterquellen gemischt.

In zwei großen Reaktorbehältern wird Eisen und Mangan aus dem in Eckerde geförderten Grundwasser ausgefällt. Quelle: Andreas Kannegießer

Alle technischen Anlagen im Grundwasserwerk laufen derzeit rund um die Uhr unter Volllast. „Wir hoffen, dass alles hält“, sagt Bloise. „Wir bewegen uns am Limit.“ Besonders schwierig ist die Situation immer dann, wenn normale Wartungsintervalle bei den Pumpen anfallen oder Filtermaterialien gewechselt werden müssen. Das gesamte Grundwasser etwa wird in zwei gewaltigen, trichterförmigen Reaktoren von Eisen und Mangan befreit. Umschichtig muss in den Reaktoren etwa alle acht bis zehn Tage ein Teil des Filtermaterials auf Quarzsandbasis gewechselt werden. Dazu, so berichtet Bloise, müssten die Reaktoren jeweils für mindestens drei Stunden aus dem Betrieb genommen werden. Das sei stets ein kritischer Moment, erläutert der Wassermeister. Zuletzt ist ein solcher Austausch in der Nacht zu Donnerstag erfolgreich über die Bühne gegangen. „Zum Glück haben wir jetzt wieder für ein paar Tage Ruhe“, sagt Bloise. Verschoben werden könne der Filtermaterialwechsel nicht. „Das würde Trübungen im Wasser zur Folge haben.“

Von Andreas Kannegießer

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