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Barsinghausen Bahnübergang: Weite Umwege für Anlieger bei Sperrung?
Umland Barsinghausen Bahnübergang: Weite Umwege für Anlieger bei Sperrung?
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00:18 13.07.2018
Der Bahnübergang an der Niensteder Straße wird schon am kommenden Wochenende im Zuge von Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn gesperrt. Über den Übergang führt die normalerweise einzige Straßenverbindung für Anlieger südlich der Bahntrasse ins Ortszentrum und nach Barsinghausen. Quelle: Andreas Kannegießer
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Egestorf/Barsinghausen

Die anstehenden umfangreichen Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn zwischen Wennigsen und Barsinghausen sorgen vor allem in Egestorf für Irritationen bei vielen Bürgern. Wenn die Bahn ihre Ankündigung wahr macht und die beiden Bahnübergänge an der Nienstedter Straße und am Rottkampweg jeweils gleichzeitig für insgesamt sieben Tage sperrt, ist das Egestorfer Oberdorf in dieser Zeit vollständig vom restlichen Stadtgebiet abgehängt. Das Siedlungsgebiet beiderseits der Nienstedter Straße südlich der Bahntrasse könnte dann mit Kraftfahrzeugen nur noch über den Nienstedter Pass angefahren werden.

„Wir müssten Umwege von 30 Kilometer Länge in Kauf nehmen, um zum Arzt oder zum Einkaufen nach Barsinghausen zu kommen“, sagt ein Anwohner der Nienstedter Straße. „Ist das wirklich ernst gemein?“ Wie viele seiner Nachbarn ist er verunsichert und wütend darüber, dass die Deutsche Bahn, die Stadtverwaltung und die Regiobus-Gesellschaft erst so spät und lückenhaft über die Folgen des Bauprojekts informieren. Es gebe bisher keine öffentliche Bekanntmachung der Stadtverwaltung, sagt der Anlieger. „Wir fühlen uns alleine gelassen.“ Laut Mitteilung der Deutschen Bahn werden die Bahnübergänge an der Nienstedter Straße und am Rottkampweg jeweils von Sonnabend, 14. Juli, 17 Uhr, bis Mittwoch, 18. Juli, 12 Uhr, und von Montag, 23. Juli, 8 Uhr, bis Donnerstag, 26. Juli, 18 Uhr, voll gesperrt sein.

Aus Sicht der Betroffenen in Egestorf gäbe es nur eine Möglichkeit, die Folgen der Sperrungen für die Anwohner in erträglichen Grenzen zu halten: „Die Stadt müsste die Schleichwege freigeben, die von der Waldstraße aus zum Kirchdorfer S-Bahn-Haltepunkt führen“, sagt der Anlieger der Nienstedter Straße. Gemeint ist ein zwischen S-Bahn-Trasse und Deisterrand durch das Beerbeekental führender schmaler, aber asphaltierter Fahrweg, der seit vielen Jahren für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist.

Die Stadtverwaltung erklärte am Dienstag auf Anfrage, dass derzeit geprüft werde, ob es Alternativen als die weiten Umwege um den Deister herum gebe. Aus Sicht der Stadtverwaltung gebe es verschiedene Optionen, sagte die für den Bereich Ordnungswesen und Verkehr verantwortliche Fachdienstleiterin Julia Manegold. „Wir arbeiten mit höchster Priorität an einer Lösung im Interesse der Bürger“, sagte sie. Aus Sicht der Verwaltung war kein längerer Vorlauf bei der Lösung des Problems möglich. „Die Bahn hat erst kurzfristig informiert“, betonte Manegold.

Die Regiobus-Gesellschaft hat am Dienstag mitgeteilt, dass sie während der Sperrung des Bahnübergangs an der Nienstedter Straße den Betrieb der Buslinie 562 zwischen Egestorf und Nienstedt trotzdem gewährleisten könne. Allerdings werden in dieser Zeit keine Linienbusse eingesetzt, sondern Kleinbusse des Taxiunternehmens Schumacher mit acht Sitzplätzen. Für Linienbusse sei der Übergang nicht passierbar, mit sehr viel kleineren Fahrzeugen sei das aber möglich, erläuterte Regiobus-Sprecher Tolga Otkun. Am Sonnabend und Sonntag, 14. und 15. Juli, verkehrt die Buslinie 562 laut Regiobus planmäßig zwischen den Haltestellen Wennigsen/Bahnhof und Egestorf/Bahnhof. Am Egestorfer Bahnhof können die Fahrgäste, die nach Nienstedt weiterfahren wollen, dann in die Großraumtaxis umsteigen.

Auch Otkun bedauert, dass die Informationen über Umleitungen mitunter erst sehr kurzfristig kommuniziert werden können. „Wir sind das letzte Glied in der Kette“, sagte der Regiobus-Sprecher. „Wir müssen immer erst grünes Licht von den Verkehrsbehörden bekommen.“ Das sei auch der Grund dafür, warum die Regiobus bisher keine weiteren Informationen über Busumleitungen während der Gleisbauarbeiten auf der Deisterstrecke herausgegeben habe. Von zeitweisen Sperrungen betroffen sind im Bauzeitraum zwischen dem 13. Juli und dem 3. August immerhin sieben Bahnübergänge zwischen Lemmie und Barsinghausen, über die fast durchweg auch Busse rollen.

Von Andreas Kannegießer

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