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Barsinghausen Der Waldhof bekommt ein neues Leitungsteam
Umland Barsinghausen Der Waldhof bekommt ein neues Leitungsteam
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12:49 20.12.2018
Dietmar Bolte (von links) verlässt den Waldhof. Matthias Brüchert und Derk Wiebe sind die neue Führungsspitze des Kinder- und Jugendheims. Quelle: Lisa Malecha
Barsinghausen

Nach 36 Jahren als Leiter des Kinder- und Jugendheims Waldhof verabschiedet sich Dietmar Bolte Ende Januar 2019 in den Ruhestand. Seine Nachfolge als pädagogischer Leiter übernimmt Derk Wiebe, der bisher Boltes Stellvertreter war. Weiterhin zur Führungsspitze gehört der Verwaltungsleiter Matthias Brüchert, der seit einem Jahr zum Waldhof-Team gehört.

Ganz auf Bolte verzichten müssen die rund 40 bis 50 Kinder, die aktuell stationär in der Einrichtung leben, allerdings nicht. „Ich will mir zwar erstmal Zeit für mich nehmen, aber dann werde ich mich wieder bei den Kollegen melden – wir bleiben sicherlich im Gespräch“, verspricht Bolte. Doch zunächst wolle er nun Zeit mit seinem Enkelkind und seinem Hund verbringen. „Die vergangenen Jahre waren doch sehr anstrengend“, sagt Bolte. Er brauche nun erstmal eine Pause. Denn ab 2016 hatte das Kinder- und Jugendheim vermehrt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen. Die Region hatte damals aus der Not heraus eine provisorische Container-Anlage auf dem Gelände des Waldhofs in Betrieb genommen, um eine zusätzliche Unterkunft mit bis zu 20 Plätzen zu schaffen. Eine Herausforderung für das Team. „Es war faszinierend zu sehen, wie schnell diese Jugendlichen hier Deutsch gelernt haben, das Zusammenleben hat sehr gut funktioniert“, sagt Bolte. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist nun aber wieder zurückgegangen, der normale Alltag könne langsam wieder einkehren.

Das ist auch das Thema, das die neue Führungsspitze wohl am meisten beschäftigen wird, sagt Wiebe, der bereits seit 24 Jahren im Waldhof tätig ist und die Leitung zunächst kommissarisch übernimmt. „Nach der Aufnahme der Flüchtlinge müssen wir jetzt daran arbeiten, wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen“, sagt er. Wiebe und Brüchert – seit einem Jahr im Waldhof und vorher 40 Jahre bei der Region Leiter des Teams Wirtschaftliche Jugendhilfe – haben sich vorgenommen, die große Einrichtung Waldhof näher zusammen zu bringen. Denn die Einrichtung hat auch eine Außenstelle in Wunstorf, zudem gibt es teilstationäre und ambulante Angebote sowie mobile Betreuung und Familienhilfe. Insgesamt unterstützen die rund 150 Mitarbeiter knapp 200 Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen Familiensituationen kommen.

Hauptziel der Mitarbeiter ist es, die Kinder und Jugendlichen auf ihren weiteren Lebensweg vorzubereiten und überforderte Eltern zu entlasten. „Gerne auch in enger Zusammenarbeit mit den Eltern“, sagt Anke Mehwald vom Waldhof-Team. Denn natürlich ist eine Rückführung in die Familien immer der Wunsch. „Denn was wir nie ersetzten können, ist die Liebe der Eltern“, ergänzt Bolte.

Daniel Nagel (von links), Klaus Nagel, Christiane Hinze und Fred Wellhausen beschenken die Kinder und Jugendlichen des Waldhofs. Quelle: Lisa Malecha

Regions-FDP beschenkt Patengruppe im Waldhof

Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten unterhält die FDP aus der Region Hannover eine Patenschaft mit der Gruppe aus Haus 3 des regionseigenen Heimes. Gemütliche Feierrunden in der Adventszeit gehören dabei zum guten Brauch der Verbindung. Und so kamen auch in diesem Jahr Fred Wellhausen (Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Barsinghausen), Christiane Hinze (Vorsitzende FDP-Fraktion Region Hannover), Klaus Nagel (FDP-Regionsfraktion) und Daniel Farnung (FDP-Regionsfraktion) zu Besuch – und brachten ihren Paten reichlich Geschenke mit. Unter anderem hatte sich Bolte in diesem Jahr Gutscheine für Möbelhäuser gewünscht, damit die Zimmer der Kinder und Jugendlichen neu eingerichtet werden können.

Bei Kaffee, Kuchen, Gebäck und Musik verbrachten die Politiker einen besinnlichen Nachmittag mit den Jugendlichen, die ihnen mittlerweile ans Herz gewachsen sind. „Eines der Mädchen kenne ich jetzt seit acht Jahren“, sagt Hinze. „Es ist toll zu erleben, wie sie von dem kleinen, schüchternen Mädchen zu einem selbstbewussten Teenager entwickelt hat.“ Das zeige auch, wie gut die Arbeit ist, die im Waldhof geleitet wird. Und über diese informierten sich die Abgeordneten vor Ort natürlich auch. Unter anderem ging es dabei um die Möglichkeiten der jungen Menschen, sich trotz Volljährigkeit weiterhin helfen zu lassen. Aber auch die Zusammenarbeit mit Eltern und die Akzeptanz in der Stadt waren Themen.

Von Lisa Malecha

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