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Nachrichten Ökokonto Eckerde: Erste Erfolge sind sichtbar
Umland Barsinghausen Nachrichten Ökokonto Eckerde: Erste Erfolge sind sichtbar
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01:35 02.06.2018
Nabu-Vorstandsmitglied Olaf von Drachenfels (Vierter von links) zeigt den Vertretern von Region, Stadtwerken, Verwaltung und Ingenieurbüro, welche Gräser und Kräuter im Ökokonto mittlerweile wachsen. Quelle: Mirko Haendel
Eckerde

Im Wasserschutzgebiet Eckerde (WSG) haben die Stadtwerke Barsinghausen im Jahr 2004 21 Hektar an Ackerfläche erworben und diese entsprechend eines Pflege- und Entwicklungskonzepts in ein extensiv bewirtschaftetes Grünland mit Feldgehölzen umgewandelt. Dieses sogenannte Ökokonto Eckerde sollte zudem in großen Bereichen als mesophiles Grünland, also blumen- und kräuterreiches Wiesenland, aufgewertet werden. Doch der Erfolg der von einem Ingenieurbüro begleiteten Maßnahmen stellt sich erst ein, seitdem die Nabu-Ortsgruppe Barsinghausen das Projekt unterstützt. Mittlerweile besteht die Hoffnung, dass das in Eckerde gewonnene Saatgut zukünftig auch auf andere bisher artenarme Grünlandflächen in der Umgebung aufgebracht werden kann.

Zusammenarbeit mit Nabu wird gelobt

Nun trafen sich Vertreter der am Projekt beteiligten Institutionen und Vereine, um sich einen Überblick über den Entwicklungsstand des ehemals landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Ackerlands hin zu artenreichem Grünland zu verschaffen. Das Ökokonto Eckerde, das in die Bereich I, II und III aufgeteilt ist, umfasst eine Größe von fast 27 Hektar. Es ist Teil des sich im WSG Eckerde befindlichen gut 67 Hektar großen Extensivierungsgebiets. Für Eckerde I empfahl der Nabu 2014, die Aussaat von Regiosaatgut mit heimischen Samenmischungen und erklärte sich bereit, die Arbeiten fachlich zu begleiten. Nach vier Jahren mit weiteren Aus- und Nachsaaten haben sich die ersten Erfolge eingestellt. Bärbel Diebel-Geries, vom Ingenieurbüro Geries Ingenieure lobte am Dienstag die Zusammenarbeit: „Der Nabu hat sich besonders engagiert eingebracht. Es ist eine gute, zielführende Kooperation.“

Nachdem 2015 Landwirte die gesamte Fläche umgepflügt hatten, wurde ab 2016 das Saatgut eingebracht – in einige Meter von einander entfernten drei Meter breiten Streifen. Olaf von Drachenfels vom Nabu-Vorstand, konnte den Anwesenden jetzt zahlreiche Pflanzen präsentieren, die sich auf naturnahem Grünland finden sollten. „Wir mussten mit der Einsaat erst einmal eine Initialzündung setzen. Das Saatgut ist sehr teuer, doch finden sich von den 18 ausgesäten Arten jetzt 14 vor Ort. Das ist sehr erfolgreich“, sagt von Drachenfels.

Noch immer zu wenig Insekten

Die vorgefundenen Pflanzen wie Margeriten, Lichtnelken, Wilde Möhre sowie Wiesen- und Hornklee hätten positive Auswirkungen auf das Vorkommen von Insekten, sagte Diebel-Geries. Die extensive Bewirtschaftung des Gebiets mit jährlich nur zwei Mahten, ohne Düngung sowie die Anpflanzung von Hecken und Obstgehölzen biete zudem zahlreichen Tieren wie Feldhasen, Rehen, Rotmilan, Rebhühnern, Graureihern und anderen Vögeln Nahrung und Lebensraum. „Wir haben hier bereits Weißstörche gesichtet“, sagt Nabu-Vorsitzende Elke Steinhoff, die zugleich beklagte, dass die Zahl der Insekten noch zu gering sei.

Es sei nicht üblich, dass auf einem so großen, zusammenhängenden Gebiet ein Grünlandbereich geschaffen würden, sagt Diebel-Geries. Dies stelle eine große Bereicherung und Aufwertung des Landschaftsraumes als wertvoller Rückzugsraum für Flora und Fauna in der Calenberger Börde dar. Sie musste allerdings auch zugeben: „Es geht noch langsam voran.“

Konzept zur Aufwertung wird erstellt

Jochen Möller von den Stadtwerken Barsinghausen äußerte indes seine Hoffnung, dass die zukünftig anfallenden Samen der Blumen und Kräuter auch auf andere Grünlandflächen der Umgebung, die größtenteils sehr artenarm sind, gesät werden können. „Das Gebiet könnte so vom Samenempfänger zum Spender werden“, bestätigt von Drachenfels.

Derzeit wird ein Konzept erstellt, wie das am östlichen Rand des Extensivierungsgebiets gelegene Eckerde III mit seiner Fläche von fast sechs Hektar naturschutzfachlich aufgewertet werden und somit als weitere Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen im Stadtgebiet dienen kann.

Von Mirko Haendel

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