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12:28 26.02.2018
Firmeninhaber Alexander Minnich (links) stellt den Barsinghäuser Ausbildungspaten seinen Betrieb für Bodenlegearbeiten und Raumausstattung vor. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

 Die Handwerksunternehmen müssen immer größere Anstrengungen unternehmen, um geeignete Bewerber für eine betriebliche Ausbildung zu finden. Das Barsinghäuser Unternehmen Tepu für Bodenbeläge und Raumausstattung setzt auf ein vielfältiges Netzwerk von Kontakten, wie Tepu-Inhaber Alexander Minnich am Freitag bei einem Firmenbesuch der Barsinghäuser Ausbildungspaten erläuterte. So pflegt das Unternehmen Kooperationen mit der Barsinghäuser Goetheschule und der Geschwister-Scholl-Schule in Seelze. Minnich bietet außerdem Betriebsbesichtigungen an und ist unermüdlich auf Ausbildungsmessen, in Berufscamps und bei Firmenpräsentationen – etwa bei der Industrie- und Handelskammer – präsent. „Solche Netzwerke sind überlebenswichtig“, betonte Minnich. Das Unternehmen bietet zudem eine Vielzahl unterschiedlicher Praktikumsmodelle an. Dennoch gelingt es auch Tepu derzeit nicht, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen. „Wir suchen immer Azubis“, sagte der Firmenchef. Entscheidend bei Bewerbern sei weniger der Bildungsabschluss. „Wichtig sind Ehrgeiz, Motivation und Biss“, betonte der Bodenlegemeister.

Das von Minnichs Eltern vor 48 Jahren gegründete Barsinghäuser Familienunternehmen wächst: Derzeit beschäftigt Tepu nach Minnichs Worten rund 35 Mitarbeiter, darunter 25 Monteure im Außendienst. Tepu bildet in fünf unterschiedlichen Berufen aus: Bodenleger, Parkettleger, Kaufleute im Einzelhandel, Bürokaufleute und Raumausstatter. Auch bei der Beratung im Geschäft in den Bereichen Gardinen, Sonnenschutzelemente und andere Produkte aus dem Bereich Raumausstattung setzt Tepu auf Fachpersonal: „Labern kann nur einer, der auch ausgebildet ist“, sagte Minnich mit einem Grinsen im Gesicht.

Das Handwerksunternehmen ist stolz auf die Qualität seiner Ausbildung. So stellte Minnich den Ausbildungspaten den Bodenlegergesellen Sascha Graf vor. Der 22-Jährige hat seine Ausbildung jüngst als Kammersieger abgeschlossen und den deutschen Vizemeistertitel mit seinem Gesellenstück errungen. Nun plant Graf bereits den Besuch der Meisterschule, die er auch mit Hilfe einer Begabtenförderung finanzieren möchte. 

Nach den Worten von Minnich stellt nicht nur die Nachwuchsgewinnung seine Firma vor besondere Herausforderungen. Im Einzelhandel werde in den nächsten Jahren „die gesamte Geschäftsordnung auf den Kopf gestellt“, sagte der Unternehmer und verwies auf den rasant wachsenden Trend zum Internethandel. „Shops in den Innenstädten  werden bald nur noch der Markenpräsentation dienen“, sagte er. Auch bei Produkten aus dem Tepu-Sortiment wie Farben und Tapeten sei dieser Trend nicht aufzuhalten. Das Handwerksunternehmen setzt auch selbst mittlerweile auf einen umfangreichen Onlineauftritt und Kommunikation in den sozialen Netzwerken. „Wir wollen mit Tepu so zu einer eigenen Marke werden“, sagte Minnich.

Die derzeit 13 Barsinghäuser Ausbildungspaten betreuen Jungen und Mädchen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Sie unterstützen ihre Schützlinge beim Schreiben von Bewerbungen, stellen Kontakte her und spenden auch Trost, wenn die Suche nach einem Beruf nicht sofort klappt. „Wir würden uns über weitere Paten in unserem Team freuen“, betonten die Patinnen Monika Scheibe und Jennifer Gäfke.

 

Von Andreas Kannegießer

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