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Umland Barsinghausen Nachrichten Kommunen wollen Klärschlamm gemeinsam verbrennen
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20:43 23.02.2018
Im Gruppenklärwerk in Nordgoltern fallen derzeit rund 4200 Tonnen Klärschlamm jährlich an, die in einem überdachten Lager (im Hintergrund) bis zur Abfuhr gesammelt werden. Quelle: Andreas Kannegießer
Nordgoltern

 Weil es immer größere Hindernisse bei der Entsorgung von Klärschlamm gibt, sucht die Stadt Barsinghausen nun den Schulterschluss mit anderen, ebenfalls betroffenen Kommunen. Die Barsinghäuser Verwaltung prüft die Beteiligung an einer geplanten Klärschlammverwertungsgesellschaft, die eine große Schlammverbrennungsanlage bauen soll. An dem Gemeinschaftsprojekt haben Abwasserbetriebe aus Kommunen unterschiedlicher Größe Interesse angemeldet, unter anderem aus Hildesheim, Göttingen, Celle, Wolfsburg, Peine, Langenhagen und Hameln.

Hintergrund der Entsorgungsprobleme ist die im vergangenen Jahr verschärfte Klärschlammverordnung. Das neue Regelwerk setzt deutlich höhere Hürden für die bisher übliche Ausbringung von Klärschlamm auf Ackerflächen. Die Folge: Die Entsorgungskosten sind explodiert, und mittelfristig besteht Unsicherheit, ob es überhaupt noch Abnehmer für die im Gruppenklärwerk Nordgoltern anfallenden Rückstände gibt. „Wir haben massive Probleme, den Klärschlamm abzusetzen“, sagte Betriebsleiter Torsten Holzhausen vom städtischen Stadtentwässerungsbetrieb in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. „Die Herbstausbringung von Klärschlamm auf Ackerflächen kommt fast vollständig zum Erliegen.“

Der Stadtentwässerungsbetrieb hat bereits im vergangenen Jahr reagiert und den Bau einer sogenannten Faulung und eines Blockheizkraftwerks beschlossen. So könne die Klärschlammmenge um rund ein Drittel reduziert werden, sagte Holzhausen. Die Entsorgungsprobleme bleiben aber auch dann bestehen: Vereinbarungen mit Entsorgungsunternehmen seien derzeit nur sehr kurzfristig möglich, und Kapazitäten für die Klärschlammverbrennung fehlten derzeit noch, sagte Holzhausen.

Die gemeinsame Klärschlammverwertungsgesellschaft soll möglichst bereits bis Mitte dieses Jahres gegründet sein. Geplant ist dann der Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage in Hildesheim unmittelbar neben der dortigen Kläranlage. Nach Mitteilung der Stadtverwaltung wäre die Anlage bereits zu rund 70 Prozent ausgelastet, wenn die bisher interessierten Kommunen ihren Klärschlamm dort verbrennen lassen würden. Weitere Städte seien an einer Beteiligung an dem Projekt interessiert. Für die Stadt Barsinghausen würde die Klärschlammentsorgung über die gemeinsame GmbH nicht nur langfristige Sicherheit bieten, sondern auch die formalen Abläufe vereinfachen. Die Klärschlammentsorgung wäre dann ein sogenanntes Inhaus-Geschäft. „Ausschreibungen wären nicht mehr nötig“, erläuterte Holzhausen.

Der Rat soll in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Februar, die Stadtverwaltung zu weiteren Verhandlungen im Zuge der Gründung der Schlammverwertungsgesellschaft ermächtigen. Die bisherigen Reaktionen aus der Politik sind durchweg positiv. „Wir begrüßen die Initiative der Stadt“, sagte CDU-Ratsherr Prof. Roland Zieseniß. Claudia Schüßler (SPD) sprach von einem „sinnvollen Modell“. Kerstin Beckmann von der Wählergemeinschaft Aktiv für Barsinghausen lobte das „interessante Konstrukt“, das „ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“ sei.

Von Andreas Kannegießer

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