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Umland Barsinghausen Nachrichten Personalmangel: Stadt erhöht Zahl der Ausbildungsplätze und denkt über Zulagen nach
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23:07 21.02.2018
Geld für den Straßenbau und andere Projekte ist zurzeit genug da im Barsinghäuser Rathaus. Die Umsetzung wird aber behindert, weil etliche Stellen in der Verwaltung nicht besetzt werden können.  Quelle: dpa
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Barsinghausen

 Die Stadt Barsinghausen sucht nach Strategien, um dem Personalmangel in der Verwaltung zu begegnen. Nach wie vor gelingt es derzeit nicht, alle ausgeschriebenen Stellen zu besetzen. Diskutiert wird nun, ob die Stadt ihren Mitarbeitern Zulagen zahlen sollte, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden.

Das Problem besteht inzwischen seit Jahren: Insbesondere technische Fachkräfte wie etwa Tief- und Hochbauingenieure sind auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu bekommen. Öffentliche Arbeitgeber ziehen im Ringen um hochqualifizierte Kräfte oft den Kürzeren gegenüber privaten Unternehmen mit ihren meist höheren Gehältern. Inzwischen stehen selbst die Kommunen untereinander in einem gnadenlosen Wettbewerb um die Dienste der noch verfügbaren Experten. Im Barsinghäuser Gebäudewirtschaftsbetrieb etwa sind derzeit fünf Stellen für Gebäudemanager unbesetzt. Die Folge: Neubau- und Sanierungsprojekte müssen aufgeschoben werden, Millionenbeträge für Investitionen können nicht ausgegeben werden. Auch die Stelle eines technischen Prüfers für das Rechnungsprüfungsamt ist mittlerweile dreimal ausgeschrieben worden, ohne dass eine Fachkraft gefunden wurde.

„Unsere Personalsituation ist weiter angespannt“, sagte Bürgermeister Marc Lahmann am Donnerstagabend im städtischen Finanzausschuss. Die Verwaltungsspitze versuche, gemeinsam mit dem Fachdienst Personal und dem Personalrat weitere Ideen zur Personalgewinnung zu entwickeln und umzusetzen. 

Um Nachwuchs zu gewinnen und zu halten, erhöht die Stadt Barsinghausen die Zahl der Ausbildungsplätze: Ab 2018 soll über die absehbare Personalfluktuation hinaus ausgebildet werden. Statt jeweils drei Auszubildende für Verwaltungsfachangestellte und Beamtenanwärter werden nun jeweils fünf Ausbildungsplätze besetzt – in der Hoffnung, dass die meisten Nachwuchskräfte langfristig bei der Stadt Barsinghausen bleiben werden. Als weitere Maßnahme nennt die Verwaltung das Angebot qualifizierter Weiterbildung für alle Beschäftigten. So können Sozialassistentinnen zu Erzieherinnen weitergebildet werden. Städtische Bedienstete können die Angestelltenlehrgänge I und II nach Wunsch ganztägig oder als nebendienstliche Lehrgänge absolvieren.

Ein besonders gewichtiges Argument bleibt aber das Einkommen der Beschäftigten. Eigentlich will sich die Stadt dabei nicht auf einen Wettbewerb mit anderen öffentlichen Arbeitgebern in der Umgebung einlassen. „Wir denken aber im Einzelfall über Zulagen nach“, sagte Lahmann. So solle die technische Prüferstelle beim nächsten Mal mit einer Zulage ausgeschrieben werden. „Auch wenn Mitarbeitern Angebote anderer Arbeitgeber vorliegen, prüfen wir die Gewährung von Zulagen“, berichtete Lahmann dem Ausschuss. Der Personalrat werde in jedem Fall einbezogen, betonte der Verwaltungschef. „Das Ganze ist mitbestimmungspflichtig.“

Die Zahlung von Zulagen für eine große Anzahl von Mitarbeitern könnte die Stadt schnell teuer kommen: Einer von der Verwaltung erstellten Modellrechnung zufolge würde die Zahlung von Zulagen für 150 Mitarbeiter den Personalkostenetat mit rund 650.000 Euro jährlich belasten. Das will die Politik möglichst vermeiden. „Wir sollten erstmal an das Thema Azubis rangehen“, empfahl Bernd Gronenberg (SPD) seinen Ausschusskollegen.

 

Von Andreas Kannegießer

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