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Umland Barsinghausen Nachrichten Stadt will Spielhallen und Wettbüros eindämmen
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16:10 24.02.2018
Auch für Ladenflächen in der Bahnhofstraße gibt es Interessenten, die dort eine Spielhalle und ein Wettbüro einrichten möchten. Quelle: Archiv
Barsinghausen

 Die Barsinghäuser Innenstadt ist offenbar ein zunehmend attraktiver Standort für Spielhallen und Wettbüros. Das Interesse potenzieller Betreiber an einer Umwandlung von Einzelhandelsgeschäften in Vergnügungsstätten steigt. Derzeit liegen mehrere derartige Anfragen und Anträge zu Ladengeschäften in der Innenstadt vor. Die Stadtverwaltung sieht die Entwicklung allerdings mit Sorge: Sie befürchtet, dass Spielhallen und Wettbüros höherwertige Einzelhandelsgeschäfte verdrängen können, weil im Vergnügungsgeschäft höhere Mieten gezahlt werden. Die Folge: Das allgemeine Qualitäts- und Angebotsniveau des Einzelhandels in der Innenstadt würde sinken, für Bürger wäre die City immer weniger attraktiv. Experten sprechen in einem solchen Fall von einem Trading-down-Effekt.

Den will die Stadtverwaltung aufhalten. Sie schlägt dem Rat vor, dass die Ansiedlung von Vergnügungsstätten in der City künftig gelenkt werden soll. Eine Maßnahme dabei ist die Ergänzung der schriftlich fixierten Sanierungsziele für das städtebauliche Sanierungsgebiet Innenstadt.

Nach Angaben der Verwaltung gibt es bereits jetzt in der Kernstadt Barsinghausen 68 Geldspielgeräte in vier genehmigten Spielhallen und vier weitere Spielgeräte in einer Gaststätte am Deisterplatz. 28 dieser Geldspielgeräte werden im Sanierungsgebiet Innenstadt betrieben. Rechnerisch entfallen auf jedes Spielhallengerät in der Kernstadt mit ihren 14.860 Einwohnern rund 219 Bürger. Der Durchschnitt aller niedersächsischen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern lag dagegen zuletzt bei rund 328 Einwohnern je Spielhallengerät, wie der Verein Arbeitskreis gegen Spielsucht ausgerechnet hat. Damit weist die Stadt Barsinghausen in der Kernstadt schon jetzt eine besonders hohe Automatendichte auf. Weitere Vergnügungsstätten könnten hinzukommen, wenn die Stadt nicht reagiert. So liegen Anfragen für die Genehmigung weiterer Spielhallen beziehungsweise Wettbüros für das leer stehende Fachwerkhaus am Thie, für eine Ladenzeile an der Ecke Rehrbrinkstraße/ Kaltenbornstraße und für eine Einzelhandelsfläche in der Bahnhofstraße zwischen Volkers Hof und Schmiedekampstraße vor.

Angesichts der steigenden Anzahl von Anfragen und der gleichzeitigen Probleme bei der Neuvermietung von leerstehenden Ladengeschäften in der City bestehe „dringender Handlungsbedarf“, urteilt die Stadtverwaltung. Sie schlägt vor, die Sanierungsziele  zu ergänzen. Demnach soll künftig „die Ansiedlung von Vergnügungsstätten auf fachlich fundierter Grundlage aktiv gesteuert werden“. Die Ansiedlung solle nur dann noch möglich sein, falls sie „nach ihrer Art und ihrem Umfang die Stabilisierung und Erweiterung der Versorgungsfunktion sowie die Stärkung der Wohnfunktion nicht beeinträchtigt“. Der Rat der Stadt berät in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Februar, ab 19 Uhr im Zechensaal über den Verwaltungsvorschlag.

Von Andreas Kannegießer

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