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Nachrichten Tourist-Office soll endlich entstehen
Umland Barsinghausen Nachrichten Tourist-Office soll endlich entstehen
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00:27 26.03.2018
Im ASB-Bahnhof soll demnächst ein Tourist-Office entstehen. Quelle: Mirko Haendel
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Barsinghausen

 Fast fünf Monate ist es her, dass das Tourismusbüro in der Osterstraße wegen fehlenden Personals und nicht ausreichender finanzieller Ausstattung schließen musste. Jetzt steht der Start in die Tourismussaison vor der Tür, und Barsinghausen kann seinen Besuchern vor Ort keine Informationen bieten – obwohl die Stadt Barsinghausen bereits vor Monaten ein Fremdenverkehrskonzept vorgestellt hat.

Stadt gesteht Versäumnisse ein

Der Rat der Stadt hatte Ende Oktober entschieden: Kein Personalkostenzuschuss für den Tourismusverein. Stattdessen sollten die Mitarbeiter im ASB-Bahnhof die Aufgaben übernehmen, die zuvor die Experten im Tourismusbüro in der Osterstraße bewältigt hatten: telefonische Anfragen beantworten oder weiterleiten, bei Zimmeranfragen auf der Online-Angebot des Tourismusvereins verweisen, Unterkunftsübersichten sowie Broschüren und Prospekte ausgeben. Eine Nachfrage dieser Zeitung in der vergangenen Woche verdeutlichte jedoch: Selbst dieses auf das Minimum reduziert Angebot der Tourismusinformation funktioniert derzeit nicht. “Wir wurden von der Ankündigung der Stadt, dass wir eine Tourismusinformation sein sollen, selbst überrascht und haben bisher noch keinerlei Schulung erhalten“, sagt eine Mitarbeiterin des ASB-Bahnhof. Während die Nachbarkommune Wennigsen mehr als 30000 Euro jährlich für die Tourismusförderung ausgibt und mit vielen touristischen Angeboten erfolgreich und aktiv Besucher lockt, müssen sich Besucher Barsinghausens aktuell damit zufrieden geben, dass sie online nach Unterkunftsmöglichkeiten suchen können. Warum sie die Stadt überhaupt besuchen sollen, erfahren sie allerdings nur sehr rudimentär. Eine Anlaufstelle vor Ort, wo Besucher Stadtpläne und Ausflugstipps bekommen, gibt es in Barsinghausen aktuell nicht. 

In der Nähe des ASB-Bahnhofs (hinten) hat der Tourismusverein eine Tafel mit Unterkunftsverzeichnis und Stadtplan aufgestellt. Quelle: Mirko Haendel

Andreas Schröter, Sprecher des Stadt, gesteht die Versäumnisse ein: „Eigentlich soll der ASB-Bahnhof die erste Anlaufstelle für Besucher sein und eine touristische Erstberatung bieten, doch das hat bisher noch nicht funktioniert.“ Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hatte beim Umbau des Bahnhofs vor einigen Jahren von der Stadt eine größere Zuwendung erhalten und sich verpflichtet, im Bedarfsfall einen touristischen Anlaufpunkt vorzuhalten. Jens Meier, Geschäftsführer des ASB-Kreisverbands Hannover-Land/Schaumburg sieht trotzdem andere in der Pflicht: „Wir haben nach Schließung des Tourismusbüros kurzfristig Telefonleitungen gelegt und den Mailaccount des Tourismusvereins an uns umgeleitet. Wir haben zudem eine zusätzliche Arbeitskraft eingesetzt, solange der Bedarf bestand. Doch wenn erwartet wird, dass wir ein entsprechendes Angebot vorhalten und gute Arbeit machen, dann müssen unsere Mitarbeiter auch eine entsprechende Schulung erhalten.“ 

Statistik wird erarbeitet

Derzeit tendierten die touristischen Anfragen auf elektronischem Wege wie auch direkt vor Ort gen Null, sagt Meier. Zumindest im zweiten Fall ist dies nicht verwunderlich. Es fehlt jeglicher Hinweis auf eine Tourismus-Information. Das will Meier in Kürze ändern: „Wir werden gut sichtbare Hinweisschilder am und im Bahnhof anbringen“, verspricht er. Zudem wurde in einem Sechs-Augen-Gespräch zwischen Schröter, Meier und Rainer Krabbe, dem Vorsitzenden des Tourismusvereins, vereinbart, dass fünf ASB-Mitarbeiterinnen demnächst von Krabbe geschult werden. Anschließend sollen sie in der Lage sein Anfragen zu Sehenswürdigkeiten, touristischen Angeboten wie Freilichtbühne oder Besucherbergwerk zu beantworten und auf das Online-Angebot des Tourismusvereins hinzuweisen. Eine Zimmervermittlung soll es über die ASB-Mitarbeiterinnen nicht geben. Ziel sei es, so Schröter, dass ab Anfang Mai „der nötige Informationsfluss stattfinden kann“. 

Der ASB-Geschäftsführer wird zudem Statistik führen über die Anzahl und Art der touristischen Anfragen. Wir wollen bis Ende des Jahres ermitteln, welche Nachfrage besteht, umgegebenenfalls das Personal aufzustocken. Laut Schröter würde die Stadt bei Bedarf die ohnehin für Tourismuswerbung in den Haushalt eingestellte Summe dann nutzen, eine weitere Kraft zu finanzieren. Der ASB-Bahnhof erhält darüber hinaus neue Aufsteller und Regale, die mit aktuellen Broschüren wie dem Basche-Magazin und Wanderkarten bestückt werden.

Der Verein arbeitet weiter

“Es wurde lediglich das Tourist-Office des Vereins in der Osterstraße geschlossen. Der Verein Tourismus Barsinghausen existiert weiter“, betont der Vereinsvorsitzende Rainer Krabbe. Der Verein betreibt weiterhin die Online-Plattform www.barsinghausen-info.de mit Unterkunftsverzeichnis, Gastronomie-, Shopping-, Veranstaltungs- und Ausflugstipps. Darüber hinaus werben Mitglieder des Vereins auf verschiedenen Tourismus- sowie Reise- und Freizeitmessen wie der ABF, aber auch auf dem Regionsentdeckertag mit einem Stand für einen Besuch der Deisterstadt. Der Tourismus Barsinghausen schaltet Werbung in überregional vertriebenen Reisemagazinen und lässt zudem eigene Broschüren und Magazine produzieren. „Wir arbeiten gerade an einer Neuauflage des Basche-Magazins, das in einer Auflage von 50.000 Exemplaren gedruckt wird und legen auch die dreisprachige Broschüre mit einem Überblick über Barsinghausens Sehenswürdigkeiten neu auf“, sagt Krabbe. Der Vorsitzende erklärte, der Tourismusverein schreibe derzeit fast 300 Schulen in der Region an und werbe für einen Besuch des Besucherbergwerks und der Deister-Freilichtbühne. So würden auch die Wandersparten verschiedener Sportverein kontaktiert um die Mitglieder in den Deister zu locken.

Von Mirko Haendel

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