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Umland Barsinghausen Nachrichten Verein fürchtet um den Modellflugplatz
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00:38 30.03.2018
Bernd Christoffers startet sein Hochgeschwindigkeits-Modell auf der Fluganlage in der Feldmark. Quelle: Frank Hermann
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Egestorf

 Muss die Modellfluggruppe Barsinghausen ihren Flugbetrieb in der Feldmark zwischen Egestorf, Langreder und Redderse einstellen? Fest steht: „Wenn der Windpark nach dem jetzigen Planungsstand des Investors realisiert wird, dann können wir hier einpacken und müssen uns einen neuen Standort für unseren Flugplatz suchen“, betonte der Vereinsvorsitzende Ulrich Schulz am Dienstag in einem Gespräch mit Bürgermeister Marc Lahmann.

Wegen der geplanten Riesen-Windräder in der Feldmark zwischen Egestorf und Langreder droht dem seit knapp 40 Jahren bestehenden Modellflugplatz das Aus.

Für den Flugbetrieb mit ihren Modellen nutzen die Vereinsmitglieder einen Radius von rund 1000 Metern um das Pachtgelände. Dazu steigen die Motor- und insbesondere die Segelflugmodelle bis zu 300 Meter hoch in die Luft, um dort die Thermik für Gleitflüge nutzen zu können.

Allerdings will der Windpark-Investor nach Angaben von Ulrich Schulz drei seiner sieben geplanten Windräder in unmittelbarer Nähe zum Modellflugplatz errichten. Bei Anlagen mit einer Gesamthöhe von etwa 230 Metern über dem Gelände sei ein weiterer Flugbetrieb unmöglich.

„Nach mehr als 38 Jahren müssten wir den Flugplatz hier aufgeben und uns einen neuen Platz suchen. Allerdings haben wir noch keine Alternative im Blick und müssten praktisch wieder bei Punkt Null für unseren Vereinsbetrieb beginnen“, erläuterte der Vorsitzende der Modellfluggruppe mit rund 100 Mitgliedern im Alter von neun bis 90 Jahren.

Für die Neuanlage eines Flugplatzes rechnen Schulz und seine Mitstreiter nicht nur mit einer schwierigen Suche und einem erheblichen Aufwand, sondern auch mit beträchtlichen Kosten: „Vermutlich bräuchten wir mehr als 70.000 Euro für einen neuen Flugplatz.“

Bislang habe es noch keine Abstimmungsgespräche mit der Bremer Investorenfirma für den Windpark gegeben. Allerdings habe der Verein auch noch nicht alle Hoffnung aufgegeben. 

„Im April kommen wir zu Gesprächen mit der Firma zusammen. Dabei erhalten wir auch Unterstützung vom Deutschen Modellflieger-Verband“, kündigte Schulz am Dienstag beim einem Treffen mehrerer Vereinsmitglieder mit Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann an.

Das drohende Aus für den Modellflugplatz führte Lahmann ebenfalls als Argument gegen den geplanten Windpark an. Als weitere Argumente aus Sicht der Stadt Barsinghausen nannte  der Bürgermeister insbesondere die Bedrohungen für den Grundwasserschutz sowie für das Landschaftsbild am Fuße des Deisters.

„Die Vorrangfläche liegt innerhalb der Schutzzone III für das Grundwasserwerk Eckerde. Durch die gewaltigen Fundament der geplanten Windräder sehen wir die Gefahr, dass Fremdstoffe durch die dünnen Deckschichten in das Grundwasser gelangen“, erklärte Lahmann. 

Die Stadt Barsinghausen sehe die im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ausgewiesese Vorrangsfläche überaus kritisch. Konkret: „Wir halten solche riesigen Windräder an dieser Stelle für ungeeignet“, sagte Lahmann. 

Aus diesem Grund prüfe die Verwaltung derzeit, Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gegen die Festlegung des Vorranggebietes einzureichen. Die Stadt wolle an ihrer eigenen Planungshoheit festhalten -- das gelte auch für die Steuerung der Windernergienutzung im Stadtgebiet.

Von Frank Hermann

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