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Nachrichten Bergbau: Der Klosterstollen hat zwei Leben
Umland Barsinghausen Nachrichten Bergbau: Der Klosterstollen hat zwei Leben
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21:26 22.06.2015
Von Jörg Rocktäschel
Historisches Alltagsdokument: Die Postkarte von 1898 wurde anlässlich des Bergfestes in Barsinghausen produziert. Stadtarchiv Quelle: Stadtarchiv Barsinghausen
Barsinghausen

Der Bergbau hat im Deister eine über 300-jährige Tradition. Mit dem Auffahren des Klosterstollens wurde 1856 begonnen. Daraus entwickelte sich eine industrialisierte Zechenanlage mit vier Schächten. Die Steinkohle war bei den Großbetrieben in Hannover und in Linden, dem damals größten Dorf Preußens, sehr begehrt. Die Kohle, dank der sich Barsinghausen zu einem regionalen Zentrum entwickelte, wurde vor Ort gewaschen. Es gab eine Kokerei, eine Halde, Kessel- und Maschinenhäuser und den Zechensaal mit der ehemaligen Waschkaue, die heute Teil des Besucherbergwerks sind.

Ende der Fünfzigerjahre war Schluss: Barsinghausen war der erste Steinkohlestandort in Deutschland, dessen Bergbau stillgelegt wurde. 1986 taten sich ehemalige Bergleute zusammen, um der Nachwelt die Geschichte des Steinkohlebergbaus zu vermitteln.Es war eine gewaltige, jahrelange Anstrengung, das Besucherbergwerk zu schaffen. Der Klosterstollen war nach der Schließung auf 70 Metern Länge verfüllt worden, den Rest füllten Wasser und Schlamm. Dank der Alte-Zeche-Betriebsgesellschaft und dem Förderverein fahren seit Mai 1999 jährlich rund 8000 Besucher mit einem Personenzug 1,3 Kilometer in den Berg ein und können sehen, wie früher Kohle abgebaut wurde.

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