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Bauprojekt: IG Eltern muss hohe Summe abschreiben

Barsinghausen Bauprojekt: IG Eltern muss hohe Summe abschreiben

Seit rund einem Jahr ruhen die Bauarbeiten für die Kreativwerkstatt und für das geplante Begegnungszentrum der Interessengemeinschaft (IG) Eltern geistig Behinderter. Grund: Die Baufirma hat Insolvenz angemeldet, das bereits gezahlte Geld ist verloren.

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Stillgelegt: Die Baustelle an der Rehrbrinkstraße mit der Kreativwerkstatt im Rohbau und den Streifenfundamenten im Vordergrund für das Begegnungszentrum.

Quelle: Frank Hermann

Barsinghausen.  Herber Rückschlag für das Neubauprojekt der Interessengemeinschaft (IG) Eltern geistig Behinderter: Wegen Insolvenz des ursprünglich beauftragten Bauunternehmens aus Rosendahl muss die IG einen sechsstelligen Geldbetrag ohne Gegenleistung abschreiben. Um das Bauvorhaben  trotz der Probleme fertigstellen zu können, benötigt  der Verein dringend Unterstützung.

„Unser Geld ist futsch, das sehen wir nicht mehr wieder“, erklärt die IG-Vorsitzende Ursula Goldschmidt. Mit der Zahlung einer sechsstelligen Eurosumme an das Bauunternehmen sei die IG in Vorleistung gegangen, um mit diesem Vorschuss insbesondere das Baumaterial und die Montage der beiden Gebäude in Holzständerbauweise zu finanzieren. 

Allerdings steht seit rund einem Jahr lediglich die künftige Kreativwerkstatt im Rohbau. Das Richtfest wurde im November 2016 gefeiert. Für das zweite Gebäude, ein rund 120 Quadratmeter großes Begegnungszentrum, liegen bislang lediglich die Streifenfundamente auf dem Grundstück.

Seit rund einem Jahr herrscht Stillstand auf der Baustelle direkt neben dem Wohnheim der Diakonie Himmelsthür. „Zu spät sind wir skeptisch geworden, weil das Holz für den Bau nicht angeliefert wurde. Als die Firma dann Ende Dezember 2016 weitere 60.000 Euro als Vorleistung forderte, haben wir die Notbremse gezogen“, betont die Vorsitzende.

Wegen einer langen Liste von Gläubigern, die Forderungen an das insolvente Unternehmen stellen, gebe es für die IG keine Hoffnung auf Rückzahlung des vorgestreckten Geldes. „Und unser Holzmaterial, das angeblich vom Vorschuss gekauft und der Firma geliefert wurde, taucht auf keinem Inventarverzeichnis auf. Stattdessen wurde uns das Holz später noch einmal zum Kauf angeboten“, sagt Goldschmidt.

Zudem habe die Firma nicht fachgerecht bei den Fundamenten für die Kreativwerkstatt gearbeitet: So fehlen eine Abdichtpaste, die ein Verrotten des Holzaufbaus verhindern soll, sowie eine zusätzliche Verankerung für die Statik des Gebäudes.

„Diese Arbeiten müssen wir jetzt nachholen und zu diesem Zweck die Außenplatten des Rohbaus zum Teil wieder abtragen. Was den Bau betrifft, war das letzte dreiviertel Jahr die Hölle“, macht Ursula Goldschmidt deutlich.

Dennoch wolle die IG nicht aufgeben, sondern das Bauvorhaben zu einem guten Ende führen. Für die Kreativwerkstatt habe der Verein mittlerweile die Fenster und das Blechdach in Auftrag gegeben. „Wir wollen das Haus unbedingt fertigstellen und danach auch das zweite Gebäude mit dem Begegnungszentrum realisieren“, erläutert die IG-Vorsitzende. 

Derzeit stehe noch ein Betrag von etwa 60.000 Euro zur Verfügung. Ein Spender habe mittlerweile eine fünfstellige Summe in Aussicht gestellt.

„Aber wir benötigen dringend zusätzliche Unterstützung, sowohl Geldzuwendungen als auch Arbeitshilfen beim weiteren Aufbau“, ruft Ursula Goldschmidt zu Spenden für das Bauprojekt auf und gibt weitere Auskünfte unter Telefon (0172) 4238977. 

Die IBAN für das IG-Spendenkonto lautet DE28 2519 0001 0613 4785 00.

Einen Ort der Begegnung schaffen

Bereits seit mehreren Jahren plant die Interessengemeinschaft (IG) Eltern geistig Behinderter den Bau eines rund 120 Quadratmeter großen Begegnungszentrums sowie einer 50 Quadratmeter großen Kreativwerkstatt auf dem vereinseigenen Gelände an der Rehrbrinkstraße. Direkt neben dem Wohnheim der Diakonie Himmelsthür sollen die beiden Gebäude einen Ort der Begegnung und der Gemeinsamkeit von Menschen mit und ohne Behinderungen schaffen. Die IG-Vorsitzende Ursula Goldschmidt beschreibt das inklusiv-integrative Konzept dieses Vorhabens: „Dort können sich behinderte und nichtbehinderte Menschen gleichberechtigt treffen, kreativ tätig werden, sich unterhalten und an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen“. Für die Bewohner des Diakonie-Heimes sei es wegen der räumlichen Nähe auf dem Grundstück möglich, eigenständig das Begegnungszentrum und die Kreativwerkstatt aufzusuchen. „Das wäre ein großer Schritt zur gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben“, sagt Ursula Goldschmidt.          nn

Von Frank Hermann

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