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Umland Barsinghausen Nachrichten Diakonie in einer alternden Gesellschaft
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00:44 09.06.2018
Superintendentin Antje Marklein schreibt Ideen auf. Quelle: Jennifer Krebs
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Wennigsen

Wer ist alt und ab wann ist man alt? Lässt sich das überhaupt definieren? Unterscheiden sich alte Menschen heute nicht deutlich von denen vor 30 oder 40 Jahren? Und wie wird das Alter in der Gesellschaft wahrgenommen? Wann ist es positiv – wann negativ? Zur diakonischen Konferenz des Kirchenkreises Ronnenberg am Dienstag im Gemeindehaus von Marien-Petri in Wennigsen waren alle Akteure aus dem Bereich der Diakonie eingeladen – von Diakoniebeauftragten der Kirchengemeinde bis zu Mitarbeitenden in Beratungsstellen und Altenheimen. Die Konferenz sollte den Austausch stärken und Impulse für die Arbeit vor Ort geben.

Große Runde: Die Diakonie-Konferenz nimmt die alternde Gesellschaft in den Blick. Quelle: Jennifer Krebs

Jemanden als alt einzustufen, gelingt nur schwer. "Bei uns im Heim leben Menschen im Alter von 60 bis 101 Jahren, das ist eine große Spanne", erzählte Stefan Rothland vom Johanneshaus in Empelde. Die Anforderungen würden sich verändern, auch weil die Menschen immer später ins Heim gingen und möglichst lange ambulant versorgt werden wollen. Das Alter bekäme eine neue Qualität, sagte Sigrid Haynitzsch von der Ehe- und Lebensberatungstelle des Kirchenkreises.

„Viele Menschen fühlen sich nicht alt“

Jens-Peter Kruse, der Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der Evangelischen Kirche in Deutschland, referierte in die gleiche Richtung. "Viele Menschen fühlen sich nicht alt". Und die Alten seien wesentlich fitter. Es gebe den 80-jährigen Weltenbummler und den 100-Jährigen, der einen Marathon gelaufen ist. „Das Alter ist bunt“, sagte Kruse. Man spreche nach wie vor von Lebensabend, weil es noch keinen passenderen Begriff gebe für diesen goldener Herbst, der sich dazwischen geschoben habe. Die Kirche, so der Referent, müsse jede dieser Lebensphasen in den Blick nehmen und die Kompetenzen und Fähigkeiten der Menschen ansprechen. Kruse warb für einen stärkeren Sozialraum und die Nachbarschaftshilfe. „Und wir als Kirche müssen Teil dieser sorgenden Gemeinschaft sein.“

Auch der frühere Gemeindepastor Dirk Steffens erzählte von seinen Erfahrungen und davon, wie es sich anfühle, 78 Jahre alt zu sein. Er erlebe zwei Seiten: Die Zufriedenheit und Dankbarkeit für sein Leben, den Luxus von freier Zeit, aber auch den Wehmut und Schmerz. "Mir wird deutlicher, dass ich Zeit begrenzt ist, die ich noch vor mir habe“, sagte Steffens. Und er müsse Abschied nehmen, von körperlichen Fähigkeiten, aber auch von Menschen, die ihn begleitet hätten.

Ein differenzierter Blick aufs Alter

"Es gibt letztlich kein Patentrezept. Aber Kirche kann als Ideenschmiede wirken und Räume bieten für den Dialog", fasste Kirchenkreissozialarbeiterin Andrea Schink in der Abschlussrunde zusammen. Andere wiesen darauf hin, dass ein differenzierter Blick auf das Alter wichtig sei und dementsprechende Angebote. Eine wertschätzende Haltung wurde betont. "Wünschenswert wäre zum Beispiel der Dialog zwischen den Generationen. Ein Besuch von Alten in der Schule und umgekehrt", sagte Lebensberaterin Haynitzsch.

Von Jennifer Krebs

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