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00:15 11.12.2017
Maria Bernarding (links) und Fuchsbau-Leiterin Erika Maluck setzen auf die Unterstützung von Sponsoren für die Kinder- und Jugendtrauergruppen. Quelle: Frank Hermann
Barsinghausen

 Immer mehr Jungen und Mädchen, die um einen nahen Angehörigen trauern, finden neuen Halt im Fuchsbau -- einem Hilfsangebot des Ambulanten Hospizdienstes Aufgefangen für Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen durch Tod verloren haben. Zur Finanzierung dieser ehrenamtlichen Fuchsbau-Gruppen ist der Hospizdienst auf Spenden angewiesen.

Unter der hauptamtlichen Leitung von Erika Maluck kümmern sich rund 25 freiwillige Helfer um die drei Trauergruppen für Kinder bis 13 Jahre sowie um eine Gruppe für Jugendliche ab 14 Jahre. „Diese Gruppen treffen sich zweimal im Monat für jeweils zwei bis drei Stunden im Lebenshaus. Hier können die Jungen und Mädchen ihre ganz persönliche Trauer in einem geschützten Umfeld ausleben. Außerdem stärken sie sich gegenseitig und merken: Da gibt es Gleichaltrige, denen es genauso geht wie mir“, erläutert die Expertin.

Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene: Diese Erfahrung machen Erika Maluck und Maria  Bernarding, Leiterin des Aufgefangen-Hospizdienstes, immer wieder. „Kinder zeigen ihre Trauer punktuell und sprunghaft. Dadurch entsteht für Außenstehende oft der falsche Eindruck, sie hätten den Verlust eines lieben Menschen gut verkraftet“, betont Maria Bernarding.

Vielfach nehmen sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren Emotionen zurück -- aus Rücksicht auf ihre Familienangehörigen, die ebenfalls in einer tiefen Trauerphase stecken. „Die Eltern spüren, dass ihre Kinder zu kurz kommen. Aber sie können den kindlichen Schmerz auch nicht aushalten und reagieren hilflos“, beschreibt Erika Maluck die Situation in vielen Familien.

In den Fuchsbau-Gruppen dürfen die derzeit 36 Kinder und Jugendlichen ihren Gefühlen freien Lauf lassen. „Hier ist Leichtigkeit angesagt, beim gemeinsamen Musizieren, Spielen, Tanzen, Malen, Reden, Toben, Schreiben. Die Jungen und Mädchen empfinden den Fuchsbau als Kraft-Tankstelle. Und auch die Eltern spüren die Erleichterung bei ihren Kindern“, sagt Maria Bernarding.

Im Jahr 2017 hat der Fuchsbau laut Erika Maluck bislang 17 Kinder und Jugendliche neu aufgenommen. Wegen der steigenden Nachfrage benötigen die Gruppen auch immer wieder neue ehrenamtliche Betreuer. 

„Wir haben gerade wieder sieben neue Helfer ausgebildet. Ohne das Ehrenamt könnten wir dieses kostenlose Angebot einer Trauerbegleitung nicht leisten“, macht die Fuchsbau-Leiterin deutlich. Im Januar beginne eine neue Ausbildung zur Gesprächsführung mit Kindern. 

Außer der personellen sei auch eine finanzielle Ausstattung für den Fuchsbau wichtig. „Unser Aufwand wird ständig größer, um der Nachfrage gerecht werden zu können. Darum benötigen wir dringend die Unterstützung von Sponsoren“, erklärt Maria Bernarding.

Der Ambulante Hospizdienst Aufgefangen hat ein Spendenkonto bei der Volksbank Ronnenberg mit der  IBAN: DE 90 251 933 318 007 269 000. Auskünfte gibt es auf der Internetseite www.aufgefangen.de sowie nach einer E-Mail an Fuchsbau@aufgefangen-ev.de.

Von Frank Hermann

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