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Umland Barsinghausen Nachrichten Federal Mogul stellt wieder Personal ein
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00:16 14.02.2018
Uwe Pfersich, Betriebsratsvorsitzender bei Federal Mogul in Barsinghausen, kämpft weiterhin für neue Auszubildende Quelle: Marcel Sacha
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Barsinghausen

 Harte Zeiten liegen hinter der Belegschaft am Barsinghäuser Standort von Federal Mogul. Nachdem der US-Konzern vor drei Jahren das TRW-Werk an der Hannoverschen Straße übernommen und einen Rationalisierungsprozess gestartet hatte, scheint dieser nun bis auf Weiteres abgeschlossen zu sein. Wie Betriebsratsvorsitzender Uwe Pfersich am Sonntag auf dem Neujahrsempfang des DGB Barsinghausen mitteilte, stelle Federal Mogul mittlerweile wieder neues Personal am Deister ein.

Nachdem die Anzahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr laut Pfersich um rund ein Drittel reduziert wurde, stieg die Zahl in den letzten Monaten wieder an. „Mittlerweile sind wir wieder 223 Leute am Standort“, sagte er. Dies seien zwar immer noch rund 100 weniger als vor der Übernahme, doch immerhin 15 mehr als noch vor wenigen Wochen. Pfersich betonte, dass der Betriebsrat mit Unterstützung der IG Metall es geschafft habe, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben habe.

Zudem hätten der ausgehandelte Sozialplan sowie eine Vielzahl von Aufnahmen in einer Auffanggesellschaft dafür gesorgt, dass diejenigen, die ihren Job im Werk für Motorenventile verloren haben, nicht plötzlich in finanzielle Notlagen gerieten.

Unzufrieden stimmt den Betriebsratsvorsitzenden jedoch, dass der Konzern in Barsinghausen nach wie vor keine Ausbildungsplätze anbietet. „Seit zweieinhalb Jahren wird bei uns nicht mehr ausgebildet“, beklagte Pfersich. Bislang sei es trotz Unterstützung aus der Politik nicht gelungen, eine Ausbildungswerkstatt wieder zu etablieren. Er sehe darin auch eine soziale Verantwortung des Unternehmens – zumal Federal Mogul trotz der Umstrukturierung immer noch zu den größten Arbeitgebern in Barsinghausen zähle. „Wir werden uns daher weiterhin für die Wiederaufnahme der Ausbildungswerkstatt einsetzen“, versprach der Betriebsratsvoritzende.

„Anstand kostet Geld“

Die weiteren Reden des Tages fielen indes grundsätzlicher aus. DGB-Ortsverbandsvorsitzender Michael Pöllath erklärte, dass er sich für die kommenden Monate mehr Nachrichten über eine sich schließende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland wünsche. Zudem verdeutlichte Pöllath erneut die Einstellung des DGB gegenüber Fremdenfeindlichkeit. „Grundsätzlich ist jeder bei uns willkommen. Faschisten und Rassisten werden allerdings nicht geduldet.“ Zu Gast war außerdem der frisch gewählte DGB-Bezirksvorsitzende Mehrdad Payandeh. In seiner Ansprache forderte er eine flächendeckende Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur. Dies gehöre zum Anstand des Staates, sagte er und ergänzte: „Anstand kostet Geld.“

Von Marcel Sacha

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