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19:51 02.09.2014
Janine Meinsen und Heinz-Gerd Röhling untersuchen den Findling auf dem Acker von Landwirt Hans-Heinrich Voges bei Ostermunzel. Quelle: Carsten Fricke
Ostermunzel

„Das ist vermutlich ein Gneis, ein typisch skandinavischer Stein, den man sonst hier in Niedersachsen nicht findet“, sagte Röhling mit Blick auf den teilweise freigelegten Fund mit rund zehn Metern Umfang. Er und Geowissenschaftlerin Janine Meinsen erkannten in den Proben Feldspäte und Biotit sowie eine für Gneis typische Paralleltextur. „Hier können wir die Zusammensetzung aber nur ganz grob bestimmen“, betonte der Geologe. Im Geozentrum Hannover würden die Proben daher genauer untersucht und ein Bericht an die Untere Naturschutzbehörde der Region geschickt. Röhling ist sich aber schon jetzt sicher, einen besonderen Stein vor sich zu haben. „So einen großen Findling gibt es nicht überall. Das ist schon ein Stück Erdgeschichte, das wir hier sehen.“ Neue Funde dieser Art kämen im Schnitt nur dreimal jährlich in Niedersachsen vor.

Der Findling sei wahrscheinlich in der Saale-Eiszeit vor rund 200.000 bis 250.000 Jahren aus Skandinavien an den Fundort transportiert worden, sagt Meinsen. „Das muss schon ein Gletscher mit einer Eismächtigkeit von mehreren Hundert Metern gewesen sein“, schätzt Röhling. Findlinge dieser Größe, sogenanntes Geschiebe, komme sonst vor allem in Schweden und in der Ostsee vor Rügen vor. Viele der hier gefundenen Steine seien aber auch im Mittelalter gespalten und zum Bau von Kirchen und anderen Gebäuden verwendet worden.

Auch aus diesem Grund seien solche Findlinge heute in der Region selten zu sehen und ein Objekt für die Heimatkunde. „Deshalb ist es wichtig, dass wir sie unter Schutz stellen“, sagte Röhling. Für den Abtransport vom Acker mithilfe eines Krans sei ein vierstelliger Betrag nötig, der vermutlich von der Region und Sponsoren finanziert werde. Nach ersten Plänen soll der Findling dann - womöglich als Naturdenkmal - am Rastplatz auf dem nahen Mühlenberg ausgestellt werden.

Carsten Fricke

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