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Lösen Eltern die Personalnot in den Kitas?

Barsinghausen Lösen Eltern die Personalnot in den Kitas?

Die Welle der grippalen Infekte hat nun auch die städtischen Betreuungseinrichtungen der Stadt Barsinghausen erreicht. Die Folge: Es können für die Kinder nicht mehr die verlässlichen Betreuungszeiten garantiert werden.

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In den Kindergärten und -tagesstätten in Barsinghausen herrscht derzeit ein Personalnotstand. In manchen Einrichtungen, wie hier an der Wilhelm-Stedtler-Schule, ist der Engpass aber nicht so gravierend.

Quelle: Stephan Hartung

Barsinghausen.  Wer sein Kind in einer Betreuungseinrichtung hat, muss immer damit rechnen, dass Mitarbeiter erkranken und – je nach Anzahl der Krankheitsfälle – die Kita gegebenenfalls auch schließen muss. „Eine Grippewelle kann immer passieren, darüber kann sich niemand beschweren. Das Vorgehen der Stadt und die Informationspolitik ärgert mich aber“, sagt eine Mutter , die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, über den aktuellen Aufruf der Stadt an Eltern, in den Kitas auszuhelfen.

 Sie hat wie alle anderen Eltern mit Kindern in städtischen Betreuungseinrichtungen am Dienstag ein Schreiben der Verwaltung erhalten, das dieser Redaktion vorliegt. Darin spricht die Stadt von Krankheitsausfällen, die es in diesem Maße noch nie gegeben habe und von Ausfallquoten von 40 Prozent. Dabei seien die Springerkräfte schon im Dauereinsatz, Teilzeitmitarbeiter hätten ihre Schichten auf Vollzeit erweitert. Das Schreiben schließt mit einer Bitte an die Eltern: Wer die Zeit hat, möge an Vor- oder Nachmittagen in den Einrichtungen mithelfen – man sei versichert und erhalte auch eine kurze Einweisung. Andernfalls müssten Kinder nach Hause geschickt werden. 

 Die Mutter empfindet vor allem letztere Passage „als Drohung, dass es ansonsten keine Betreuung mehr gibt“. Immerhin zahle sie an die Stadt rund 230 Euro monatlich dafür, dass ihr Kind von 7 bis 16 Uhr betreut werde. „Es ist schließlich eine Dienstleistung, für die die Stadt sorgen muss.“ Sollte die Betreuung tatsächlich ausfallen, müssten sie oder ihr Ehemann den Arbeitgeber spontan um einen Urlaubstag bitten. Zudem stößt es bei der Mutter auf Unverständnis, dass Eltern in der Einrichtung nach kurzer Einweisung aushelfen sollen. „Wenn das so schnell und einfach möglich ist, warum schafft die Stadt nicht selbst Abhilfe, und die Mitarbeiter aus dem Rathaus übernehmen die Tätigkeiten in den Kitas?“ In personeller Hinsicht müsse die Stadt ohnehin erst einmal solide planen. „Neulich war zu lesen, dass die Stadt 85 neue Kita-Plätze schaffen will. Dafür wird ja auch Personal benötigt. Vielleicht wäre es erstmal wichtiger, dass man die bestehenden Einrichtungen mit ausreichend Personal versorgt.“ 

 Besonders in Egestorf und Großgoltern sei der Notstand aktuell am größten, sagt der Erste Stadtrat Thomas Wolf. Bisher sei es durch Personalverschiebungen gelungen, eine Schließung von Gruppen zu vermeiden. „Das wollen wir auch weiterhin schaffen.“ Den Schritt, die Eltern mit ins Boot zu holen, verteidigt er. „Die Gewährleistung der Aufsichtspflicht hat für uns absolute Priorität. Und wir wissen, dass viele Eltern engagiert sind.“ Die Hilfe von Elternseite könne auch darin bestehen, dass sie mit den Kindern temporär zu Hause blieben, damit die Gruppenstärken sinken und weniger Betreuungskräfte in den Kitas nötig seien. „Manche Eltern haben bereits ein Kleinkind zu Hause, um das sie sich sowieso kümmern“, sagt Wolf. Bis Mittwochnachmittag hatten sich jedoch keine Freiwilligen im Rathaus gemeldet.

Von Stephan Hartung

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