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Ein Hochzeitstag der besonderen Art

Barsinghausen Ein Hochzeitstag der besonderen Art

Es ist ein seltenes Jubiläum: der 70. Hochzeitstag. Elfriede und Heinz Mros haben es geschafft. Am 14. September 1947 läuteten für das Paar die Hochzeitsglocken. Bis heute leben der 95-Jährige und seine drei Jahre jüngere Frau glücklich in Barsinghausen.

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Elfriede und Heinz Mros sind seit 75 Jahren verheiratet.

Quelle: Marcel Sacha

Barsinghausen. Bereits Anfang der Vierzigerjahre lernten sich Heinz und Elfriede kennen. Dem damals 18-Jährigen fiel seine spätere Ehefrau bei einer Kutschfahrt das erste mal ins Auge. "Während ich mit meinen Freundinnen auf dem Fahrrad unterwegs war, folgte er mir immer auf seinem Pferdewagen", erinnert sich Elfriede. Eines Tages habe Heinz dann den Mut gefasst und sie angesprochen. Schnell verliebten sich die beiden ineinander und wurden ein Paar. Doch der Krieg entzweite die beiden Verliebten für eine längere Zeit.

Sechs Jahre lang lebte Heinz in Kriegsgefangenschaft. Als er 1947 entlassen wurde, war jedoch weder seine Familie noch Elfriede in seinem Heimatort aufzufinden. Nach langwieriger Suche fand er seine große Liebe letztendlich in Sachsen wieder, wo er sie kurze zeit später zur Frau nahm.

Ruhe kehrte jedoch noch nicht in das Leben der Familie Mros ein. Nachdem Elfriede bereits aus Schlesien vertrieben wurde, flüchtete sie gemeinsam mit ihrem Mann im Jahr 1950 erneut - dieses Mal aus der damaligen DDR in die Bundesrepublik nach Barsinghausen. "Dann waren wir endlich frei", sagt Heinz Mros.

So zogen sie am Deister ihre vier Kinder groß, zu denen sich im Laufe der Zeit noch zwei Enkel und drei Urenkel gesellten. "Uns hat es von Anfang an in Barsinghausen gefallen", sagt Elfriede Mros. Während ihr Mann zunächst im Bergwerk und später bei der Bundesbahn tätig war, wo er sich zum Lokführer hocharbeiten konnte, kümmerte sich Elfriede um die Kindererziehung und um ihre zweite große Liebe: ihre Nähmaschine. "Es war die erste größere Anschaffung, die wir in unserer neuen Heimat getätigt haben", sagt die 92-Jährige.

In ihrer Freizeit engagierte sich das Ehepaar in der Kirche - zunächst in der Mariengemeinde, wo Heinz Mros für einige Jahre im Vorstand aktiv war, später half er beim Aufbau der Petrusgemeinde. "Meine Frau hat mich dabei immer tatkräftig unterstützt", sagt Heinz Mros. Neben der Kirche spielt bis heute die Familie eine zentrale Rolle im Leben der Familie Mros. Die zahlreichen Feiern im Kreise ihrer Liebsten gehören für beide zu den schönsten Erinnerungen. Darüber hinaus ist das Ehepaar bis heute ihrer schlesischen Heimat verbunden. Ab den Siebzigerjahren organisierten sie regelmäßige Treffen mit Freunden aus ihrem alten Heimatort in der ganzen Bundesrepublik.

Aus diesem Alter sind Heinz und Elfriede Mros mittlerweile herausgewachsen. Seit 2016 leben beide im Seniorenheim Brigittenstift. Doch auch dort erfreuen sie sich ihrer langen und erfüllten Leben, unter anderem durch gemeinsames Singen, Gottesdienste oder auch Kegeln.  "Man könnte ein ganzes Buch über unsere Erlebnisse schreiben", sagt Heinz Mros.

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Im Jahr 1947 gaben sie sich in Sachsen das Jawort.

Quelle: privat

Von Marcel Sacha

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