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16:02 31.01.2018
Auf Einladung der Siegfried Lehmann-Stiftung informierte Marlis Buchholz in der Mariengemeinde über die Enteignung und Deportation einer jüdischen Familie aus Barsinghausen. Quelle: privat
Barsinghausen

 Wie genau wurden die Juden zwischen 1941 und 1944 aus ihren Wohnungen verdrängt, enteignet und deportiert? Dieser Frage ist Marlis Buchholz,  wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ahlem, im Gemeindesaal der Mariengemeinde nachgegangen. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages hatte die Siegfried-Lehmann-Stiftung zu dem Vortrag eingeladen.

Sehr anschaulich beschrieb Buchholz die Abläufe vor rund 60 Gästen. Dazu hatte sie sich beispielhaft eine Familie aus Barsinghausen rausgesucht – die Familie Lehmann. Diese wohnte in einem Haus an der Bahnhofstraße 19. Bereits 1933 gelang Familienangehörigen der Lehmanns die Ausreise und Flucht in die USA. 1938 versuchte auch Siegfried Lehmann die nötigen Unterlagen für die Ausreise seiner Familie nach Sydney zusammen zu kriegen. Doch dazu war eine Vielzahl an Anträgen nötig und schon bald wurde ihm klar, dass er einen Großteil seines Besitzes zugunsten der Staatskasse zurücklassen muss.

Sie berichtete, wie seit 1933 der jüdischen Bevölkerung durch eine Unmenge von Gesetzen, Anordnungen und Verboten ein großer Teil ihrer Rechte genommen wurde. Die Ausgrenzung erfolgte in  allen Gebieten, sowohl politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell – auch in Barsinghausen. 

Mit Beginn des Krieges wurde für die barsinghäuser Familie Lehmann alle Hoffnung auf Ausreise zunichte gemacht. Zwar konnte die Familie in dem Haus Bahnhofstraße 19, das bereits verkauft war, gegen Miete weiterhin wohnen bleiben, wurden aber am 23. Juli 1942 über die Sammelstelle Ahlem nach Theresienstadt deportiert. Die Familie überlebte den Holocaust nicht und verstarb in Theresienstadt, Dachau und Auschwitz.

Von Lisa Malecha

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