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Nachrichten Hunderte bestaunen Umzug des riesigen Findlings
Umland Barsinghausen Nachrichten Hunderte bestaunen Umzug des riesigen Findlings
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22:27 17.04.2015
Knapp 500 Menschen sind auf den Acker in Ostermunzel bei Barsinghausen gekommen, um das Spektakel live zu verfolgen. Quelle: Hollemann /M
Barsinghausen

Landwirt Hans-Heinrich Voges ist den riesigen Stein in seinem Acker los. Das Ungetüm wurde gestern von einem Kran gehoben und per Tieflader zu seinem neuen Standort gebracht. Hunderte Schaulustige und Journalisten begleiteten die Versetzung des rund zweieinhalb Meter hohen Gneis-Findlings in der Feldmark von Barsinghausen-Ostermunzel bei Hannover. Für Voges brechen wieder ruhigere Zeiten an. „Ich bin froh, wenn der Trubel vorbei ist“, sagt er.

Es ist soweit: der riesige Gneis, ein uralter Findling auf einem Acker bei Barsinghausen, wird versetzt. Hunderte Schaulustige verfolgten das Spektakel live vor Ort.

Der 70-Jährige war bereits vor eineinhalb Jahren beim Pflügen auf den Stein gestoßen. Seit vergangenen August ist der Findling freigelegt; Voges hat um die Grube herum Raps gepflanzt. Geologen schätzten das Gewicht des Gneises auf rund 50 Tonnen.

Gestern stellte sich jedoch heraus, dass der Stein nur gut 27  Tonnen wiegt. Am Kran ist eine Waage eingebaut. „Er hat eine etwas andere Form als vermutet. Er ist unten wie mit einem Messer abgeschnitten“, sagte der Geologe vom Landesamt für Bergbau, Hans Röhling. Die Kosten von etwa 15 000 Euro für die Bergung und Versetzung übernahm die Region Hannover, denn der Gneis wurde zum Naturdenkmal erklärt. 

Umzug erfolgreich beendet: Um kurz nach 16 Uhr wurde der Stein an einem Wander- und Fahrradweg abgeladen. Quelle: Björn Franz

Das 350-Einwohner-Dorf Ostermunzel feierte das Ereignis mit Würstchen und Bier. „Das ist hier schon ein größerer Aufstand“, sagte Voges. Röhling kam auch zur Bergung. Der Geologe hatte den riesigen Findling untersucht. Dieser ist rund 1,5 Milliarden Jahre alt und stammt ursprünglich aus Skandinavien. „Vor 200 000 Jahren kam er während der Saale-Eiszeit in den hannoverschen Raum“, sagt er. Jetzt war der Weg des Gneises kürzer. Man hat ihn zum nahe gelegenen Mühlenberg gebracht, wo sich ein Rastplatz an einem beliebten Radweg befindet.

Von Björn Franz und Christina Sticht

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