Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten „Ich gehe mit einem weinenden Auge“
Umland Barsinghausen Nachrichten „Ich gehe mit einem weinenden Auge“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 08.02.2018
Der kathlolische Teil des Kirchencentrums in Mühlenberg ist während des Abschiedsgottesdienstes gut gefüllt. Dietmar Adam (rechts) überreicht Klemens Teichert zum Abschied einen Stein aus der israelischen Wüste. Quelle: privat
Mühlenberg/Ronnenberg

 „Pfarrer kommen und gehen, doch Christus ist immer bei uns.“ Zu sehr wollte sich Klemens Teichert in seiner letzten Predigt dann nicht in den Mittelpunkt stellen. Das übernahmen andere für ihn: Der 54-Jährige, der die Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe auf eigenen Wunsch verlässt, bekam bei seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntag viele warme Worte mit auf den Weg - und wandte sich noch einmal an die ihm lieb gewordene Gemeinde, die unter anderem auch das Stadtgebiet von Ronnenberg umfasst. 

Teichert hatte das Pfarramt im März 2014 übernommen und seitdem sein Büro im ökumenischen Kirchencentrum am Mühlenberger Markt. Nun bringen ihn gesundheitliche Einschränkungen infolge einer 2004 durchgeführten Lebertransplantation dazu, diese Aufgabe weiterzugeben. „Ich gehe natürlich mit einem weinenden Auge, denn ich habe immer sehr gerne hier gearbeitet“, sagte der Geistliche. So bedankte sich Teichert schließlich auch bei der „lebendigen Gemeinde“ für das „viele Gute“, das er in seinen knapp vier Jahren Amtszeit erlebt habe. Der mehr als gut gefüllte katholische Kirchenteil des Centrums zeugte davon, dass diese Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruht. 

Neben den Mühlenberger Gemeindemitgliedern hatten sich zahlreiche Ronnenberger Katholiken aller Altersgruppen zu diesem besonderen Gottesdienst in den hannoverschen Stadtteil begeben. Bereits seit rund 20 Jahren gehört auch die örtliche Gemeinde St. Thomas Morus an der Deisterstraße zu der nach dem 1941 im KZ Auschwitz ermordeten Franziskaner-Minoriten Maximilian Kolbe benannten Pfarrgemeinde. Hier entsteht aktuell eine Kindertagesstätte, die 40 zusätzliche Betreuungsplätze vor Ort schaffen soll. Ein Projekt, das Klemens Teichert „gerne noch mit zum Abschluss gebracht hätte“, für das er seinen Nachfolger aber nun viel Erfolg wünsche. 

Klemens Teichert stellt sich bei seiner Abschiedspredigt nicht in den Mittelpunkt. Quelle: privat

Die bis dato ebenfalls zur Gemeinde gehörende Kirche Heilige Familie in Empelde ist im Januar 2016 entweiht und mittlerweile abgerissen worden. Die Gläubigen feiern ihre Gottesdienste seitdem in der evangelischen Johanneskirche (Hallerstraße). Gelebte Ökumene war ohnehin eines der zentralen Themen, welche Pfarrer Teichert zum Abschied ansprach: „Nur gemeinsam können wir die gute Nachricht Christi überbringen“, wandte er sich an Antje Marklein, Superintendentin des Kirchenkreises Ronnenberg, die genauso zu den Gästen zählte, wie Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms und Teicherts Familie mit seinem bald 95-jährigen Vater. 

Die „nicht ganz angenehme Pflicht“, die offizielle Verabschiedungsurkunde zu verlesen, hatte letztlich Propst und Regionaldechant Martin Tenge. Anschließend wurde Teicherts kommissarischer Nachfolger, Pfarrer i.R. Joachim Wingert, in sein Amt eingeführt - noch im Laufe des Februars soll sich hier auf eine dauerhafte Personallösung ab September 2018 verständigt werden. Teichert, der ab sofort als Priester in der Pfarrei St. Martin in Hannover-Roderbruch arbeiten und daneben für die Kaplanausbildung sowie spirituelle Betreuung im Bistum zuständig sein wird, erhielt neben warmen Abschiedsworten auch einige sehr persönliche Abschiedsgeschenke. Dietmar Adam, stellvertretender Vorsitzender des Pastoralrates, überreichte beispielsweise einen Stein aus der israelischen Wüste mit einer Gravur aus dem Psalms 121: „Meine Hilfe kommt vom Herrn.“

Dietmar Adam (rechts) überreicht Klemens Teichert zum Abschied einen Stein aus der israelischen Wüste. Quelle: privat

Von Marius Klingemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nur ein halbes Jahr nach der Gründung zählt die Kinderfeuerwehr bereits elf Mitglieder. Und auch ansonsten entwickeln sich die Mitgliederzahlen positiv. In diesem Jahr wollen die die Feuerwehrleute nun vor allem auf die große 85-Jahr-Feier vorbereiten. 

08.02.2018

Während der Wintermonate trifft sich die Modellfluggruppe Barsinghausen in verschiedenen Hallen, um dort zu üben. Für März planen die Mitglieder eine Ausstellung in Gehrden. 

05.02.2018

Der Schützenverein Freischütz Langreder hat während der Jahresversammlung den Vorsitzenden Michael Hettich wiedergewählt. Dieser berichtete von einem erfolgreichen Jahr 2017 für den Schützenverein mit stabilen Mitgliederzahlen. 

04.02.2018