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Kaum noch Bewerber für Maurerberuf

Barsinghausen Kaum noch Bewerber für Maurerberuf

Der Bewerbermangel im Handwerk trifft offenbar besonders die Baufirmen. Während im Barsinghäuser Unternehmen VossBau noch vor rund fünf Jahren im Schnitt 20 bis 30 Bewerbungen um Ausbildungsplätze eingingen, gab es in diesem Jahr gar keine ernsthaften Bewerbungen mehr, wie Firmenchef Karl-Heinz Neddermeier berichtet.

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Bauunternehmer Karl-Heinz Neddermeier und sein Auszubildender Kevin Kaukemüller (Mitte) erläutern den Ausbildungspaten die Arbeit auf dem firmeneigenen Bauhof.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. VossBau hat in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz mit einem Jugendlichen besetzen können, der bereits mehrere Praktika in dem Unternehmen absolviert hat. „Der zweite Ausbildungsplatz ist vakant“, sagte Neddermeier am Montag bei einem Firmenbesuch der Barsinghäuser Ausbildungspaten. Wer ernsthaftes Interesse an einer Ausbildung habe, könne auch jetzt noch kurzfristig einsteigen, betonte Neddermeier.

Nach den Worten des Unternehmers ist der Fachkräftemangel ein Problem des gesamten Bauhauptgewerbes. Dies sei umso unverständlicher, weil die Verdienstmöglichkeiten – und auch schon die Ausbildungsvergütungen – auf dem Bau im Vergleich zu anderen Handwerksberufen weit oben lägen, sagte Neddermeier. Er betonte, dass VossBau bei der Beurteilung von Bewerbern wenig auf die Aussagekraft von Schulnoten gebe. „Das soziale Verhalten steht im Vordergrund“, sagte Neddermeier. „Und die Auszubildenden müssen Lust auf den Beruf haben.“ Mit Abiturienten habe das Unternehmen vor diesem Hintergrund „nicht unbedingt gute Erfahrungen gemacht“, erläuterte der Unternehmer.

Der neue Auszubildende, der 18-jährige Kevin Kaukemüller, berichtete den Ausbildungspaten über seinen Werdegang und seine Motivation. Kevin hat die Bert-Brecht-Schule und eine sogenannte Berufseinstiegsklasse besucht und dort seinen Hauptschulabschluss gemacht. Über die Betriebspraktika habe er den Spaß am Maurerberuf entdeckt. „Das ist ein guter Job“, sagte der 18-Jährige.

„Wir wollen wissen, was die Unternehmen erwarten“, sagte Ausbildungspatin Monika Scheibe. Deshalb unternehme das Patenteam regelmäßig Firmenbesuche. Die Ausbildungspaten bedauern, dass viele Jugendliche wenig Informationen über berufliche Inhalte besitzen. „Hintergrundwissen über die Berufsfelder fehlt oft“, sagte Patin Ursula Warschau. Die derzeit 15 ehrenamtlichen Ausbildungspaten betreuen rund 20 Jungen und Mädchen beim Übergang von der Schule in das Berufsleben. Sie unterstützen ihre Schützlinge beim Schreiben von Bewerbungen, stellen Kontakte her und spenden auch Trost, wenn die Suche nach einem Berufseinstieg nicht sofort reibungslos klappt. „Wir brauchen dringend weitere Paten“, betonte Monika Scheibe. Das Ausbildungspatenteam will sein Angebot über Barsinghausen hinaus ausweiten. Kontakte gebe es bereits mit der KGS Wennigsen, auch nach Rodenberg haben die ehrenamtlichen Unterstützer bereits die Fühler ausgestreckt.

Die Paten bedauern, dass nicht noch mehr Jugendliche die Unterstützung der Gruppe in Anspruch nehmen. „Vielen Jugendlichen fehlt die Motivation dazu“, bedauerte Warschau. Um ihr Angebot bekannter zu machen, wollen die Ausbildungspaten mehr Workshops in Schulen ausrichten. Außerdem können sich Jugendliche oder deren Eltern jeweils donnerstags – außer in den Ferien – von 16 bis 17 Uhr in der Sprechstunde der Ausbildungspaten im Barsinghäuser Freiwilligenzentrum in der Marktstraße 33 beraten lassen.

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Bauunternehmer Karl-Heinz Neddermeier und sein Auszubildender Kevin Kaukemüller (Mitte) erläutern den Ausbildungspaten die Arbeit auf dem firmeneigenen Bauhof.

Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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