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00:16 15.12.2017
Talisa versucht, Ricardo Savia anzugreifen.  Quelle: Lisa Malecha
Hohenbostel

  “Wenn ich morgens zur Bushaltestelle gehe, dann ist es noch dunkel und da laufen viele Fremde lang“, sagt die zehnjährige Fabienne.  „Da hatte ich schon Angst.“ Jetzt fühle sie sich auch alleine wohler und auch sicherer, immerhin habe sie gelernt, wie sie sich auch gegen Erwachsene wehren kann. Die Viertklässlerin nimmt einmal die Woche an einem Selbstbehauptungskurs teil, den die Wilhelm-Busch-Schule in Zusammenarbeit mit dem Institut für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, RS Selbstverteidigung, anbietet. Möglich ist das Angebot, das noch bis zum Sommer läuft, durch die Unterstützung der Benefizveranstaltung „Sportler für Sportler“, die vom  Handballverein Barsinghausen (HVB) und der 1. FC Germania Egestorf/Langreder ausgerichtet wird. 

Ricardo Savia und Remo Quack bringen den Viertklässlern bei, wie sie sich gegen Angreifer wehren können. 

Doch wieso ausgerechnet Selbstbehauptung? „Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie sie in unangenehmen und bedrohlichen Situationen reagieren können“, sagt Lehrerin Tanja Thillmann. Doch das ganze habe auch einen anderen Aspekt: „Hier, wie auf jedem anderen Pausenhof, kommt es manchmal zu Raufereien“, sagt Thillmann. In dem Kurs lernen die Jungen und Mädchen, bei diesem Kräftemessen gewisse Regeln einzuhalten. „Und wenn sie wissen, dass sie sich verteidigen können, dann wollen sie ihren Mitschülern oft auch gar nicht mehr weh tun.“ 

Denn, das ist auch Coach Ricardo Savia wichtig, Selbstverteidigung ist keinesfalls ein Kampfsport, die Kinder lernen nicht, Gewalt mit Gewalt zu beantworten. Es gehe lediglich darum, dass sie sich im Ernstfall wehren können – und dafür reichten oftmals ganz simple Dinge aus. „Wir bringen ihnen auch bei ‚Lassen Sie mich in Ruhe’ zu rufen und nicht ‚Lass mich in Ruhe’“, sagt Savia, der neben seiner Arbeit als Selbstverteidigungs- und Kampfsportlehrer unter anderem auch als Personenschützer für Musiker, Politiker und Schauspieler arbeitet. „Dadurch weiß jeder Außenstehende, dass das Kind die Person nicht kennt und er sich nicht mal eben nur mit dem Vater streitet“, sagt Savia. Die Übungen seien speziell dem Alter der Kinder angepasst – und auch deren Bedürfnissen. „Bei anderen Kursen, beispielsweise für Frauen, bringe ich den Teilnehmerinnen bei, wie sie Angreifer verletzten und ihnen entkommen können“, sagt Savia. In der Grundschule liege der Schwerpunkt eher darauf, Angriffe abzuwehren und zu vereiteln. 

Dank der finanziellen Unterstützung von Sportler für Sportler bietet die Wilhelm-Busch-Schule einen Selbstbehauptungskurs für alle Viertklässler an. Quelle: Lisa Malecha

Neben Theorie stehen auch ganz praktische Übungen auf dem Stundenplan. „Ich weiß jetzt, was ich mache, wenn mich jemand würgt“, sagt Elias (10) und sein Freund Louis (9) ergänzt: „Und wenn mich wer angreift, dann weiß ich jetzt auch, wie ich ihm richtig ins Gesicht schlagen kann.“  Beides führen die Jungen sofort vor –natürlich ohne sich dabei weh zu tun. Ob die beiden sich denn oft verteidigen müssen? „Naja manchmal prügeln wir Jungs uns schon“, gibt Louis zu. Wie er diesen Situationen nun schnell entkommen kann, das lernt er heute in der Turnhalle der Grundschule

Dort machten sich auch die Organisatoren von „Sportler für Sportler“, Gerd Köhler (HVB) und Jan Baßler (Germania Egestorf/Langreder) ein Bild davon, wie ihr Geld – 300 Euro wurden jeder Grundschule zur Verfügung gestellt – eingesetzt wird. 

Von Lisa Malecha

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