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Umland Barsinghausen Nachrichten Kirchdorf: Jede zweite Erzieherin außer Gefecht
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14:09 23.02.2018
Die Stadt hat Zusatzangebote bei der Kinderbetreuung – wie etwa zur Sprachförderung – derzeit ausgesetzt, um auf die extrem hohe Ausfallquote bei den Erzieherinnen zu reagieren.  Quelle: dpa
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Barsinghausen

 Der aktuelle Personalengpass in etlichen städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen hat sich zum Wochenbeginn noch einmal verschärft. Im Astrid-Lindgren-Kindergarten in Kirchdorf ist nach Mitteilung der Stadtverwaltung der Krankenstand auf 50 Prozent der Belegschaft gestiegen. Auch im Kindergarten in Großgoltern gebe es weiterhin große Probleme, berichtet Erster Stadtrat Thomas Wolf. Eine leichte Entspannung der Situation sei dagegen in dem ebenfalls zuletzt besonders betroffenen Kindergarten Egestorf I eingetreten. 

Die Stadtverwaltung will unbedingt die Schließung von Betreuungsgruppen vermeiden, wie Wolf betont. Mit einem umfangreichen Katalog von Einzelmaßnahmen stemmen sich die Verantwortlichen gegen diesen letzten, weitreichenden Schritt. Die neueste Idee: Die in der Verwaltung beschäftigten Bediensteten mit einer pädagogischen Ausbildung sollen nach Möglichkeit in den Kindergärten aushelfen.

In Kirchdorf hat die Verwaltung alle Eltern, die es irgendwie einrichten können, gebeten, ihre Kinder nicht in die Betreuungseinrichtung zu bringen. „Wir haben unsere Tochter am Montagmorgen daraufhin wieder mit nach Hause genommen“, berichtet eine Mutter. „Und wir lassen sie auch die ganze Woche zu Hause.“

Dass das nicht für alle Eltern eine Option ist, sei der Stadtverwaltung wohl bewusst, sagt Wolf. Er musste sich in den vergangenen Tagen mit viel Kritik von betroffenen Eltern auseinandersetzen. „Ich habe Verständnis für den Unmut“, betont der Erste Stadtrat. Es gelte aber, die schwierige Personalsituation in den Betreuungseinrichtungen gemeinsam mit den Eltern zu bewältigen: „Wir müssen neue Ideen entwickeln.“

Zuletzt hatte die Stadtverwaltung nach den Worten des Ersten Stadtrates bereits „alle Register gezogen“. So sind derzeit alle pädagogischen Zusatzangebote wie etwa die Sprachförderung ausgesetzt, damit sich auch diese Mitarbeiter nur auf die Kinderbetreuung konzentrieren können. Alle verfügbaren Springerkräfte sind im Einsatz, zudem versucht die Verwaltung, mit Personalaustausch zwischen den Einrichtungen die gröbsten Lücken zu schließen. Weitere Elemente im Maßnahmenkatalog der Verwaltung sind die vorübergehende Zusammenlegung von Gruppen und der Appell an Eltern um Mithilfe bei der Betreuung. In der Not hat sich die Verwaltung auch schon an längst pensionierte Erzieherinnen gewandt, um diese für kurze Zeit zu reaktivieren. „Die Bereitschaft ist allerdings mau“, sagt Wolf.

Alle Einzelmaßnahmen sollen dazu beitragen, Zeit zu gewinnen. „Wir müssen uns unbedingt in die nächste Woche retten, dann wird sich die Situation hoffentlich entspannen“, sagt der Erste Stadtrat.

In den städtischen Kindergärten, Krippen und Horten sind rund 130 Erzieherinnen beschäftigt. Laut Wolf sind derzeit vier Stellen unbesetzt. „Wir haben eine schwierige Personalsituation in den Einrichtungen“, sagt er. Die Verantwortlichen sind dennoch überzeugt davon, dass die derzeit extrem hohe Ausfallquote ausschließlich die Folge akuter Erkrankungen und nicht das Ergebnis allgemeiner Unzufriedenheit ist. „Wir werden aber Gespräche über die Situation führen“, kündigt Wolf an. 

  

Von Andreas Kannegießer

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