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Umland Barsinghausen Nachrichten Kirchenkreistag: Mitglieder kommen aus drei Regionen
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00:29 28.02.2018
Pastorin Kristin Köhler begrüßte die Delegierten vom Kreiskirchentag in der Petrusgemeinde. Quelle: Malecha
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Barsinghausen

 Es soll bei den bestehenden Wahlbezirken bleiben – das haben die Mitglieder des Kirchenkreistags bei ihres Sitzung in der Petrusgemeinde beschlossen. Erst vor sechs Jahren hatten die Mitglieder des Kirchenkreistags,  Kirchenkreistag wird aus Delegierten der Kirchengemeinden, der aus Ehren- und Hauptamtlichen gebildet wird, drei Wahlbezirke parallel zu den Regionen gebildet. Doch diese Aufteilung hatte in den Reihen der Mitglieder für Kritik gesorgt. 

 Mit ihrer Entscheidung haben die Delegierten bereits jetzt die künftige Größe und die Wahlbezirke für den neuen Kirchenkreistag festgelegt, der im Frühjahr 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Statt Delegierte nach Gemeindegröße jeweils von einer Gemeinde zu entsenden, wurden vor sechs Jahren drei Wahlbezirke –nämlich Barsinghausen, Ronnenberg und Gehrden/Wennigsen – gebildet. "Dadurch sollten die Regionen gestärkt werden“, sagte Superintendentin Antje Marklein.

Doch die Neuordnung brachte auch einige Probleme mit sich: Wenn ein Mitglied aus dem Kirchenkreistag ausscheidet und ein neues Mitglied benannt werden muss, müssen alle Kirchenvorstände der jeweiligen Region dies beschließen. "Das hat leider nicht geklappt und führte dazu, dass Nachrücker nicht rechtzeitig benannt wurden", sagte Marklein. Teilweise habe die Entscheidung sich fast ein Jahr lang gezogen. Dennoch sehe sie keine Alternative zu den Regionen und Wahlbezirken – denn nur so könne Marklein zu Folge gewährleistet werden, dass die Mitglieder nach Fachkenntnissen und Interessen und nicht nach Gemeindezugehörigkeit entsendet werden.

Wahlbezirke ja – aber nicht so, wie sie jetzt sind. Das forderten zahlreiche Mitglieder. Sie sprachen sich dafür aus, den Wahlbezirk Gehrden/Wennigsen auf bis zu drei Bezirke aufzuteilen. Mit knapper Mehrheit wurde dieser Antrag allerdings abgelehnt. Die künftigen 45 Delegierten werden also weiterhin aus drei Bezirken gebildet.

Diakoniefonds: Mehr Ausgaben als Einnahmen

Weiteres Thema beim Kirchenkreistag war der Diakoniefonds. Erstmalig seit der Bildung waren die Ausgaben höher als die Einnahmen, berichtete Christa von der Decken-Eckerd vom Diakonieausschuss.  3400 Euro standen zur Verfügung, 3750 Euro wurden ausgegeben. Aus dem Diakoniefonds kann Kirchenkreissozialarbeiterin Andrea Schink unmittelbar kurzfristige Hilfen gewähren, zum Beispiel für Zuschüsse für Klassenfahren, für Stromkosten oder andere Notfälle für Menschen, die von Armut betroffen sind. Für 24 Einzelfälle konnte sie in 2017 Beträge zwischen 50 bis 600 Euro bewilligen. Insgesamt unterstützte die Kirchenkreissozialarbeit durch weitere Anträge bei Stiftungen oder der HAZ Weihnachtshilfe Menschen in Not mit 47.000 Euro. Die unbürokratische Hilfe aus dem Diakoniefonds sorge für "Sonnenstrahlen", zitierte Christa von der Decken-Eckardt die Kirchenkreissozialarbeiterin und bat darum, dass alle Gemeinden den Fonds weiterhin unterstützen. 

„Zeit für Freiräume“ schaffen

Mehr Zeit zum Entschleunigen und zur Ruhe kommen: Dafür soll 2019 die Zeit für Freiräume starten. Dieses Vorhaben hat Karoline Läger-Reinbold nun vorgestellt. Die großen Fragen, die über der Aktion der Landeskirche stehen: „Wo bleibt die Zeit für uns selbst und für die, die uns wichtig sind – Zeit für Gott, für den Glauben, die Heilige Schrift? Wo finden wir Pausen inmitten von Routine und Hektik?“ Daher ist die „Zeit der Freiräume“ auch nicht als gewöhnliches Projekt aufgezogen, sagte die Koordinatorin. „Wir haben keine klaren Zielvorgaben. Es kann sogar scheitern. Wir wollen im nächsten Jahr Routinen hinterfragen. Mehr Zeit haben für das Wesentliche", sagte Länger-Reinbold. Das nächste Jahr solle eher als Experiment verstanden werden.

"Wir erleben auch in der Kirche eine Verdichtung von Arbeit, eine soziale Beschleunigung. Die Trennung von Privatleben und Beruf fällt immer schwerer. Das betrifft nicht nur Hauptamtliche, sondern auch Ehrenamtliche", sagte Läger-Reinbold. "Zeit für Freiräume 2019" setze auf Freiwilligkeit, auf Partizipation und Selbstwirksamkeit - und auf die Experimentierfreudigkeit in Gemeinden und Gruppen. Denkbar seien kürzere oder weniger Gremiensitzungen, stille Andachten, für die die Kirchen geöffnet werden, bewusste Auszeiten, Pausen am Tag, Gottesdienste mit anderer Liturgie, eine Liste mit Dingen, die in 2019 nicht gemacht werden. Gleichzeitig könnten neue Veranstaltungen ausprobiert werden, wie zum Beispiel eine "Afterwork-Kirche" zum Feierabend oder ein gemeinsames Kochen. "Für diese neuen Veranstaltungen gilt dann das Prinzip 2:1. Für jede neue Veranstaltung werden zwei sonst übliche Veranstaltungen gestrichen". Im Herbst 2018 erscheint ein Begleitbuch für das Jahr, eine Art Kladde mit kleinen Text-Impulsen und vielen freien Seiten, um die Eindrücke aus dem Jahr für Freiräume festhalten zu können. Weitere Informationen gibt es unter freiraeume2019.de.

Von Lisa Malecha

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