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20:32 17.04.2015
Von Andreas Kannegießer
Ein Schwerlastkran hebt den gut 27 Tonnen schweren Findling aus der Grube auf dem Acker von Hans-Heinrich Voges. Später setzen die Experten der Bergungsfirma den gewaltigen Gneis an seinem neuen Standort auf dem Mühlenberg ab. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Bergungsaktion entwickelte sich wie erwartet zu einem echten Spektakel: Rund 400 Schaulustige sowie zahlreiche Kamerateams und Medienvertreter verfolgten die Arbeit der Mitarbeiter eines Spezialunternehmens. „So eine Aktion hatten wir noch nie in Ostermunzel“, sagte Henning Schrader, der Vorsitzende der Flurbereinigung Munzel. Gefragte Männer waren auch Landwirt Hans-Heinrich Voges und Lohnunternehmer Christoph Prange. Beide mussten immer wieder schildern, wie sie beim Pflügen auf den circa 1,5 Milliarden Jahre alten Gneis gestoßen waren. Der Findling ist nach Einschätzung von Geologen vor etwa 200 000 Jahren von eiszeitlichen Gletschermassen aus Skandinavien bis ins Deistervorland transportiert worden.

Der im vergangenen Herbst entdeckte Stein hat als „Koloss von Ostermunzel“ schnell überregionale Bekanntheit erlangt: Die Deutsche Geologische Gesellschaft hat den Gneis zum „Gestein des Jahres 2015“ erklärt. Für die Region Hannover stand nach Rücksprache mit Experten schnell fest, dass es sich bei dem Findling um ein Naturdenkmal handelt. Rund 15 000 Euro hat sich die Regionsverwaltung allein die Bergungsaktion mit einem Schwerlastkran kosten lassen. Erster Regionsrat Axel Priebs sprach gestern von einem „ganz besonderen Tag“. Er kündigte an, dass am Mühlenberg eine Hinweistafel mit Informationen zu dem Findling angebracht werde. „Wir werden gemeinsam mit der Stadt Barsinghausen auch eine Schutzhütte auf den Weg bringen“, versprach Priebs. Auch in Karten - etwa für Radwanderer - solle das Naturdenkmal markiert werden. Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann sprach von einem „weiteren touristischen Highlight“ für die Deisterstadt. Er sagte ebenfalls seine Unterstützung bei der Schaffung eines attraktiven Umfelds für den Gneis auf dem Mühlenberg zu.

Die Bergung des Findlings, der Transport und das Absetzen am neuen, rund einen Kilometer entfernten Standort klappten wie am Schnürchen. Kranfahrer Helmut Müller-Bäsmann und seinen Mitarbeitern kam dabei zugute, dass der Koloss von Ostermunzel etwas leichter ist als ursprünglich taxiert: Statt gut 50 bringt er tatsächlich 27,5 Tonnen auf die Waage. Mehr auf Seite 4.

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