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Umland Barsinghausen Nachrichten Laverana investiert Millionen in neuen Standort
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06:15 11.06.2012
Der aktuelle Laverana-Stammsitz in Wennigsenist voll ausgelastet. Für den Neubau in Bantorf liegen erste Architektenskizzen vor. Das Unternehmen will dabei auch die guten Werbemöglichkeiten direkt an der Autobahn nutzen. Quelle: Kannegießer
Barsinghausen

Ein knappes halbes Jahr, nachdem das rasant wachsende Wennigser Unternehmen und die Stadt Barsinghausen sich grundsätzlich geeinigt hatten, haben die Vertragspartner das Projekt am Donnerstag in Wennigsen offiziell vorgestellt. Grund für die Verzögerung waren fehlende Unterschriften auf Grundstückskaufverträgen mit dem Kaufland-Konzern. Die Unternehmensgruppe Laverana will nach den Worten ihres geschäftsführenden Gesellschafters Thomas Haase 15 bis 18 Millionen Euro in den neuen Produktions- und Lagerstandort im Bantorfer Gewerbegebiet Nord investieren.

In Bantorf sollen zunächst all jene Teile des Unternehmens konzentriert werden, die bisher in angemieteten Hallen in Empelde untergebracht sind. Dazu gehören Abfülleinrichtungen, große Teile der Produktion und das Lager. Auch der Zeitplan steht bereits: „In diesem Jahr wird geplant, im nächsten Jahr wollen wir mit dem Bau beginnen, und 2014 soll der Neubau fertiggestellt sein“, sagte Haase gestern bei der Präsentation des Vorhabens mit Vertretern der Stadt Barsinghausen. Noch in diesem Jahr solle der Bauantrag gestellt werden. Das Bantorfer Grundstück direkt an der Autobahn ist rund sieben Hektar groß. 3,9 Hektar hat Haase von Kaufland erworben, den Rest von der Barsinghäuser Stadtentwicklungsgesellschaft (SGB).

Für diesen Teil des Areals sei ein späterer Eigentumsübergang verabredet worden, berichteten Haase und SGB-Geschäftsführer Marc Lahmann. „Das entlastet uns bei der Finanzierung“, sagte Haase. Bürgermeister Walter Zieseniß äußerte große Zufriedenheit über den Ansiedlungserfolg. „Der Laverana-Neubau wird auch für die Stadt Barsinghausen ein Vorzeigeprojekt“, sagte er. „Damit kann man werben.“ Zieseniß würdigte auch die Verdienste des ehemaligen Wirtschaftsförderers Manfred Koch, der die Kontakte zu Laverana hergestellt und gepflegt habe. Wie Zieseniß lobte auch Haase den Standort an der Autobahn, der Laverana zugleich die Möglichkeit gibt, mit Werbung sehr viele Menschen zu erreichen. „Für uns ist auch wichtig, dass der Standort zukunftssicher ist“, sagte Haase.

Die Standortentscheidung bleibt offen – vorerst

Laverana-Chef Thomas Haase will sich die Entscheidung, ob er sein Unternehmen irgendwann einmal ganz nach Barsinghausen-Bantorf verlagert, offenbar offenhalten. Auf Fragen dazu antwortet er ausweichend. Die Stadt Barsinghausen subventioniert die Ansiedlung in Bantorf mit einem Zuschuss in Höhe von 390.000 Euro. Angesichts dieser Summe ist das Interesse in Politik und Verwaltung groß, dass Laverana möglichst viel Gewerbesteuer in Barsinghausen zahlt, um die Zuwendung zu kompensieren. Das wurde auch gestern während der Präsentation deutlich. „Wir müssen in Schritten denken“, sagte Haase. Wegen der schnellen Entwicklung des Unternehmens sei es schwierig zu sagen, ob einmal alle Unternehmensteile nach Bantorf geholt würden.

„In Wennigsen bleiben Marketing und Vertrieb, Forschung und Entwicklung“, betonte Haase, „vorerst.“ Nach den aktuellen Planungen werden die 100 Laverana-Mitarbeiter, die zurzeit in Empelde arbeiten, zuerst nach Bantorf wechseln. Die derzeit 149 Bediensteten am Standort Wennigsen sollen dort einstweilen bleiben. Allerdings deuteten Haase und seine Sprecherin Sabine Kästner-Schlemme an, dass die baulichen Gegebenheiten am Wennigser Stammsitz ebenfalls nicht optimal seien: Ein Teil der dort genutzten Gebäude besteht aus zusammengesetzten Bürocontainern. Ob die in Barsinghausen deutlich steigenden Gewerbesteuersätze Einfluss auf die endgültige Standortentscheidung haben könnten, ließ Haase ebenfalls offen. „Ich glaube, dass langfristig in Deutschland ohnehin mit deutlichen Steuer- und Abgabenerhöhungen zu rechnen ist“, sagte er lediglich. Ein ganz praktisches Argument allerdings spricht für Wennigsen: das weiche Harzwasser dort, das den aufwendigen Produktionsanlagen deutlich weniger zusetzt als das harte Barsinghäuser Wasser.

Der Bantorfer Neubaukomplex entsteht in Passivbauweise

Mit dem geplanten Neubau in Bantorf will Laverana auch ökologische Maßstäbe setzen. „Wir wollen nachhaltig bauen“, betonte Haase. Das sei um mehrere Millionen Euro teurer als ein herkömmliches Industriegebäude. Nach den Worten von Haase und seiner Pressesprecherin Sabine Kästner-Schlemme soll der Bantorfer Gebäudekomplex in Passivhausbauweise errichtet werden. Geplant sind überdies teilweise begrünte Fassaden, Fotovoltaikelemente an Teilen der Fassade und auf dem Dach sowie die Gewinnung von Windenergie über sogenannte horizontaldrehende Windräder auf dem Dach. Um den Wirkungsgrad der Fotovoltaikelemente zu verbessern, soll laut Haase sogar eine ganz neue Technik zur Kühlung dieser Elemente eingesetzt werden, die zurzeit noch in der Entwicklung ist.

25 Jahre Laverana

Thomas Haase hat die Firma Laverana im Jahr 1987 in Rethen gegründet. Zu dieser Zeit war das Unternehmen einer der Pioniere im Bereich der Naturkosmetik. Die Entwicklung in den Folgejahren verlief mit wachsender Dynamik: 1996 bezog Laverana seinen heutigen Stammsitz in Wennigsen, der aber bald ebenfalls zu klein wurde, sodass die Firma Teile der Produktion und das Lager auf ein ehemaliges Speditionsgelände in Empelde auslagern musste. Heute ist Laverana in 40 Ländern weltweit aktiv und hat Hunderte von Produkten im Sortiment. Rund 300 Bioinhaltsstoffe werden in den verschiedenen Rezepturen verwendet, teilt Pressesprecherin Sabine Kästner-Schlemme mit. „Die meisten stellen wir in Wennigsen selbst her.“ Einen erheblichen Wachstumsschub hat die Aufnahme von Produkten der Marke Lavera in das Sortiment von Handelskonzernen wie Karstadt, Kaufhof, dm und Rossmann gebracht. „Wir verzeichnen allein von 2011 zu 2012 ein Mengenwachstum von 30 Prozent“, sagt Firmenchef Haase. Zu seiner Unternehmensgruppe gehören auch Tochterunternehmen wie die Naturkonzepte GmbH oder Emlyn GmbH. Umsatzangaben machen die Unternehmen nicht.

Andreas Kannegiesser

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