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Neues Wasserwerk: Baustart für 2019 geplant

Eckerde Neues Wasserwerk: Baustart für 2019 geplant

Die endgültige Entscheidung für den Neubau des Grundwasserwerks Eckerde ist gefallen. Nachdem bereits der Aufsichtsrat der Stadtwerke und der Rat der Stadt das Projekt abgesegnet hatten, hat nun auch die Stadtwerke-Gesellschafterversammlung als letztes Gremium für den Neubau gestimmt. 2019 soll es losgehen.

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Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller (von links), Bernd-Konrad Bohrßen (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), der technische Leiter Torsten Holzhausen und Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Härdrich freuen sich über die Entscheidung zum Neubau des Grundwasserwerks Eckerde.

Quelle: Andreas Kannegießer

Eckerde. Die Stadtwerke-Verantwortlichen rechnen mit Investitionen von 10 bis 15 Millionen Euro für den Neubau auf einem Grundstück unmittelbar südlich des alten Grundwasserwerks. Noch nicht abschließend geklärt ist derzeit, nach welchem technischen Verfahren in dem neuen Wasserwerk das Grundwasser aufbereitet wird. Die Stadtwerke wollen weitere Sachverständige einschalten, um diese Frage bis Mitte 2018 zu klären. Dann soll die konkrete Planung des neuen Werks beginnen. "Ein Baubeginn im Frühjahr 2019 ist realistisch", sagt der technische Leiter der Stadtwerke, Torsten Holzhausen. Bei einer kalkulierten Bauzeit von eineinhalb Jahren könnte dann Ende 2020 die Aufbereitung des Grundwassers in dem neuen Werk starten.

"Es handelt sich um eine sinnvolle Investition", sagt der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Härdrich. Die neue, moderne Anlage werde sich wegen geringerer Betriebskosten in einem absehbaren Zeitraum refinanzieren - unter anderem, weil weniger Mitarbeiter benötigt werden, um das neue Werk zu steuern. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke versichern deshalb, dass es trotz der hohen Baukosten "keine exorbitante Steigerung" des Wasserpreises geben werde.

Die Stadtwerke beschäftigen sich nach Härdrichs Worten bereits seit rund drei Jahren mit der Frage, wie die Wasserversorgung in Barsinghausen künftig organisiert werden soll. Das alte Grundwasserwerk in Eckerde ist sanierungsbedürftig, zudem reicht die Aufbereitungs- und Speicherkapazität nicht mehr aus. Weil die Deisterquellen als zweite Säule der Barsinghäuser Wassergewinnung weniger ergiebig sind als früher, muss das Grundwasserwerk Eckerde immer häufiger an seiner Kapazitätsgrenze betrieben werden. Maximal 5000 Kubikmeter Wasser pro Tag können in der vorhandenen Anlage aufbereitet, aber nur 650 Kubikmeter gespeichert werden. An heißen Sommertagen werden jedoch 7000 bis 8000 Kubikmeter Wasser im Stadtgebiet verbraucht, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller erläutert. "Wir hatten schon einige Male Versorgungsprobleme."

Während des Entscheidungsprozesses haben die Stadtwerke-Gremien auch geprüft, ob der Zukauf von Wasser von anderen Versorgern ein weniger aufwendiger Ausweg sein könnte. "Aber auch andere Unternehmen haben Probleme", sagt Möller. Kein Lieferant habe die notwendige Wassermenge langfristig garantieren können. Auch alle anderen Optionen seien durchgespielt worden, betont Härdrich. Eine Sanierung des alten Wasserwerks sei nicht sinnvoll, weil viele Teile für die vorhandenen Anlagen nicht mehr erhältlich seien und der Umbau bei laufendem Betrieb problematisch sei. "Letztlich wäre die Sanierung im Bestand teurer als ein Neubau", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende.

Die Stadtwerke haben die wasserrechtliche Genehmigung, aus den Tiefbrunnen in Eckerde 2,2 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich zu fördern. Bisher war diese Menge nie erreicht worden. "Künftig wollen wir die größtmögliche Menge nutzen", sagt Härdrich. Nicht selbst benötigtes Trinkwasser solle dann an andere Versorger verkauft werden. 

Für die Wasseraufbereitung im neuen Werk stehen derzeit noch zwei unterschiedliche technische Varianten zur Wahl: das Niederdruck-Umkehr-Osmose-Verfahren und das sogenannte Carix-Verfahren. Eines der beiden erfordert nach den Worten von Holzhausen eine höhere Anfangsinvestition, ist danach aber im Betrieb kostengünstiger als das zweite Verfahren. Die Anforderungen sind dieselben: Bei der Wasseraufbereitung soll ein noch höherer Qualitätsstandard erreicht werden als bisher schon. So muss die neue Technik nicht nur Eisen, Mangan und Sulfat aus dem Grundwasser herausfiltern können, sondern auch Nitrate, die als Rückstände von Düngemitteln im Grundwasser landen.

Beiden möglichen Verfahren gemeinsam ist der hohe Automatisierungsgrad der Anlagen. Derzeit müssen nach den Worten von Möller im Schnitt etwa zwei Mitarbeiter gleichzeitig präsent sein, um das Eckerder Grundwasserwerk zu betreiben. "Künftiges Ziel sind rechnerisch etwa 0,5 Personen", erläutert der Stadtwerke-Chef.

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Fotostrecke Barsinghausen: Neues Wasserwerk: Baustart für 2019 geplant

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Von Andreas Kannegießer

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