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00:30 10.06.2018
Bürgermeister Marc Lahmann (im weißen Hemd) hört sich während seines Dorfrundgangs an, welche Probleme die Stemmer umtreibt. Quelle: Mirko Haendel
Stemmen

Stemmen und Verkehr, das scheint seit einiger Zeit nicht mehr so recht zu passen. So malerisch sich das kleine Dorf (700 Einwohner) auch präsentiert, seine Straßen sind vielerorts recht schmal. Beim dritten Dorfspaziergang des Bürgermeisters Marc Lahmann konnten ihm die rund 30 anwesenden Bewohner gleich an mehreren Stellen diesbezüglich ihr Leid klagen. „Wenn hier nach Feierabend und am Wochenende die Autos parken, kommen wir mit unseren Landmaschinen nicht mehr daran vorbei“, erklärte einer der sieben ortsansässigen Landwirte. Lahmann wie auch seine Mitarbeiter Michael Dettmann vom Fachdienst Tiefbau und Julia Manegold, Leiterin des Fachdiensts Ordnungswesen und Verkehr waren sich einig, dass für die Lösung des Problems an den besonders engen Stellen wie an der Buchenbrinkstraße und der Blumestraße eine Verwarnung der Auto-Besitzer ausreichen dürfte. „Hier besteht ohnehin ein gesetzliches Halteverbot – auch ohne Hinweisschild“, sagte Dettmann. „Das Halten und Parken an engen Sraßenstellen ist verboten. Da müssen wir eben Verkehrserziehung über den Geldbeutel betreiben.“

Rund 30 Bürger haben dem Bürgermeister gezeigt, was sich in Stemmen verbessern muss.

Vor und hinter der am südlichen Ortsrand gelegenen Kurve der Langefeldstraße ist das Problem, das die dort parkenden Autos hervorrufen, wohl nicht so leicht zu lösen. Das Parken ist hier erlaubt. Trotzdem würden Busse und Landmaschinen bei der Durchfahrt behindert, wie einige Anwesende beklagten. Der Bürgermeister gab zu bedenken: „Wir könnten im Kurvenbereich auf beiden Seiten ein Halteverbot einrichten, doch dann wird hier schneller gefahren. Das müssen Sie sich überlegen.“ Das wollen die Stemmer tun.

Die Lösung eines weiteren Problems legte Lahmann ebenfalls in die Hände der Stemmer. Der Fußweg, der vor besagter Kurve auf der linken Straßenseite liegt, läuft nach der Kurve auf der rechten Seite weiter. „Das ist eine Gefahr für Kinder, die hier die Straße überqueren, um zum Schulbus zu gehen“, sagte Jahn Friedrich von Rössing. Lahmann entgegnete, dass in diesem Fall die Eltern ihren Kindern beibringen müssten, an welcher Stelle diese die Straße relativ gefahrlos überqueren könnten. „Es muss ja nicht ausgerechnet direkt vor der Kurve sein“, sagte der Bürgermeister.

Offenbar wurde vor einigen Jahren vergessen, bei einer handvoll Straßenlaternen an der Kantorstraße in Höhe der Kirche auf LED-Leuchtmittel umzustellen. Die in nostalgischem Design gehaltenen Laternen müssen ausgetauscht werden. Die Stemmer äußerten den Wunsch, dass die neuen Laternen „keine modern aussehenden“, sondern dem Ortsbild angepasste Exemplare sein sollten.

Bedarf zur Nachrüstung gibt es nach Ansicht der Stemmer auch bei einigen Bushaltehäuschen. Bei zweien sind zwar Kabel gelegt, diese sind jedoch nicht angeschlossen, so dass die Fahrpläne nicht beleuchtet werden. Dettmann versicherte, prüfen zu wollen, ob die Kabel ans Stromnetz angeschlossen seien. „Wenn nicht, sollten wir überlegen, ob wir uns das leisten wollen oder ob wir das Geld nicht sinnvoller ausgeben können.“ Bei einem dritten Häuschen fehlt offensichtlich eine seitliche Glaswand. Dettmann erklärte, diese nachzurüsten.

Die Buswendeschleife am westlichen Ortseingang bereitet den Stemmern seit längerem Ärger. Der Bus könne aufgrund des Radius’ nicht nah genug an den Bordstein heranfahren, was den Zustieg für ältere Menschen mühsam gestalte. Dettmann äußerte die Idee, einen Studenten dafür zu gewinnen, die Beseitigung des Problems im Rahmen einer Bachelorarbeit anzugehen.

Manegold bestätigte, dass die Dorfspaziergänge, die der Bürgermeister in diesem Frühjahr ins Leben gerufen hat, bisher sehr erfolgreich seien. Stemmen war der dritte Ort in der Serie. „Wir hatten bisher immer zwischen 20 und 30 Personen, die uns begleiteten und am Ende immer eine lange Liste von Punkten, die wir jetzt abarbeiten.“

Von Mirko Haendel

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